Bachelorarbeit, 2013
66 Seiten, Note: 2,6
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund
2.1 Gesundheitsmodell und Begriffsbestimmung von Gesundheit
2.2 Gesundheitsrelevante Aspekte des Pflegeberufes
2.2.1 Besonderheiten des Pflegeberufes
2.2.1.1 Historischer Kontext und deren Auswirkungen auf den Pflegeberuf
2.2.1.2 Merkmale der Pflegearbeit
2.2.1.3. Merkmale der Funktion der Stationsleitung
2.2.2 Belastungsfaktoren des Pflegeberufes
2.2.2.1 Körperliche Belastungsfaktoren
2.2.2.2 Psychosoziale Belastungsfaktoren
2.2.2.3 Belastungsfaktoren, die sich aus der Organisation Krankenhaus ergeben
2.3 Determinanten zur Bestimmung von Führungsqualität
2.3.1 Begriffsbestimmung von Führung
2.3.2 Einfluss der Persönlichkeit auf Führung
2.3.3 Aspekte des Führungsverhaltens
2.3.4 Einfluss der Mitarbeiter auf Führungserfolg
2.3.5 Das Konzept des “Full Range of Leadership” nach Bass und Avolio
3. Methode
3.1 Systematische Literaturrecherche
4. Ergebnisse
4.1 Wissenschaftliche Grundlagen zum Zusammenhang von Mitarbeiter-Gesundheit und Führung
4.2 Wissenschaftliche Grundlagen zur Erläuterung der Perspektive der Mitarbeiter
4.3 Wissenschaftliche Grundlagen zur Erläuterung der Perspektive der Führungskraft in der mittleren Hierarchieebene unter der besonderen Betrachtung der Stationsleitung im Krankenhaus
4.4 Wissenschaftliche Grundlagen zur Erläuterung der Perspektive Organisation Krankenhaus
5. Diskussion
6. Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von Führungskräften auf die Gesundheit ihrer Mitarbeiter, wobei ein besonderer Fokus auf die Rolle der Stationsleitungen in der stationären Krankenpflege gelegt wird. Die zentrale Forschungsfrage adressiert dabei, wie Führungsarbeit unter den gegebenen Rahmenbedingungen des Krankenhauses gesundheitsförderlich gestaltet werden kann.
2.2.1.3 Merkmale der Funktion der Stationsleitungen
In der Krankenhauskultur spielt die Position der Stationsschwester eine unverwechselbare, auf der Tradition der Organisation Krankenhaus beruhende, soziale Rolle. Während Bereichsleitungen, Funktionsdienstleitungen oder Pflegedienstleitungen für Außenstehende eher unscharf eingeordnet werden können, so ist anzunehmen, dass auch ohne eigene Krankenhauserfahrung die „Stationsleitung … in der Pflegehierarchie eine berufliche Aufstiegsposition“ darstellt (Müller, 2011, S. 92). Für den Zugang gibt es jedoch keine eindeutig geregelten Voraussetzungen, die über die entsprechende berufliche Grundqualifikation hinausgehen. Über die spezielle Situation der Stationsleitungen ist die Datenlage eher dürftig. Traditionell wurde die Position der Stationsleitung vertikal vergeben, das heißt, die beste Pflegeschwester erhielt die Position der Leitung.
Eine von Müller im Jahr 2000 durchgeführte Analyse von Stellenanzeigen für Stationsleitungen verdeutlichte das heterogene Bild der Zugangsvoraussetzungen. „Ausgewertet wurden insgesamt 294 Anzeigen aus Fachzeitschriften. Dabei ergab sich folgendes Bild: Formale Kriterien wie die Weiterbildung zur Stationsleitung (197 Nennungen) und mindestens dreijährige Berufserfahrung (138) lagen weit vor anderen gewünschten Kompetenzen. Managementkompetenzen, wie z.B. Organisationsfähigkeit (78), Führungskompetenz (61) lagen hinter der Forderung nach fachlichen Kenntnissen (108 Angaben). Wirtschaftliches Denken wurde nur in 46 Anzeigen gefordert.“ (Müller, 2011, S. 92). Die Anzeigen lassen den Schluss zu, dass der Stationsleitungskurs als Qualitätskriterium anerkannt ist, aber die fachliche Kompetenz gegenüber der Führungskompetenz höher gewichtet wird (ebd.).
Anders als beim Meister, der seine Autorität durch „gesellschaftliche Zuschreibungen und aufgrund seiner nachweisbaren Kompetenz“ (Meisterlehrgang) erworben hat, muss die Stationsleitung sich ihre Autorität durch besondere „fachliche und/oder soziale Kompetenzen“ erst erwerben (Müller, 2011, S. 93; zit. n. Wettreck, 2001).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demographischen Wandel, den steigenden Ökonomisierungsdruck und dessen negative Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen und die Gesundheit von Pflegekräften.
2. Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel definiert Gesundheitsmodelle, analysiert die spezifischen Belastungsfaktoren im Pflegeberuf sowie die theoretischen Determinanten und Konzepte von Führungsqualität.
3. Methode: Hier wird das methodische Vorgehen bei der systematischen Literaturrecherche beschrieben, um wissenschaftliche Studien zu den vier definierten Themenfeldern zu identifizieren.
4. Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die wissenschaftlichen Erkenntnisse zur gesundheitsförderlichen Führung unterteilt in die Perspektiven von Mitarbeitern, Führungskräften und der Organisation Krankenhaus.
5. Diskussion: Die Diskussion verknüpft die theoretischen Grundlagen mit den gewonnenen Ergebnissen und beleuchtet die Diskrepanz zwischen wahrgenommener und praktizierter Führung im Krankenhaus.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Stationsleitungen für die Gesundheit der Mitarbeiter mitverantwortlich sind, aber für eine gesundheitsförderliche Führung spezifische Managementkompetenzen benötigen.
Stationsleitung, Krankenpflege, Mitarbeitergesundheit, Führungsverhalten, Transformationale Führung, Transaktionale Führung, Betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeitsbelastung, Krankenhausorganisation, Führungskompetenz, Psychosoziale Belastungen, Personalentwicklung, Gesundheitsförderung, Führungserfolg, Demographischer Wandel
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Führungsarbeit von Stationsleitungen und der Gesundheit von Pflegekräften unter den speziellen Bedingungen von Krankenhäusern.
Die zentralen Felder umfassen die gesundheitsrelevanten Grundlagen der Führung, die spezifische Perspektive der Pflegekräfte, die Rolle der mittleren Führungsebene sowie die strukturellen Rahmenbedingungen in Krankenhäusern.
Das Ziel ist es, den Einfluss von Führung auf die Mitarbeitergesundheit zu analysieren und zu klären, welche Führungsstile besonders geeignet sind, um Belastungen zu mindern und die Gesundheit im stationären Pflegealltag zu fördern.
Es wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, bei der einschlägige Fachdatenbanken und Berichte (z.B. Fehlzeitenreporte der AOK) analysiert und exzerpiert wurden, um den Stand der Forschung darzustellen.
Im Hauptteil werden Ergebnisse aus elf ausgewählten wissenschaftlichen Studien präsentiert, die aus verschiedenen Perspektiven (Mitarbeiter, Führung, Organisation) den Zusammenhang zwischen Führung und Gesundheit beleuchten.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Stationsleitung, Mitarbeitergesundheit, transformationale Führung, Arbeitsbelastung, Krankenpflege und Führungskompetenz.
Weil die Stationsleitung sich zwischen den Anforderungen der Unternehmensleitung (Vorgabenumsetzung) und den Bedürfnissen der Mitarbeiter (Interessenvertretung bei der Arbeitsorganisation) behaupten muss.
Die Analyse zeigt, dass fachliche Kenntnisse oft höher gewichtet werden als Managementkompetenzen, was dazu führt, dass Führung bei der Auswahl oft nachrangig hinter die Pflegeexpertise gestellt wird.
Weil dieser Stil stark auf Mitarbeiterorientierung, Anerkennung und individuelle Behandlung setzt, was dem Bedürfnis nach Wertschätzung entgegenkommt und nachweislich positiven Einfluss auf die Mitarbeiterzufriedenheit hat.
Obwohl sie sich ihrer Fürsorgepflicht bewusst sind, tendieren sie dazu, die Verantwortung für die eigene Gesundheit zu individualisieren, statt auf organisationaler Ebene strukturelle gesundheitsförderliche Maßnahmen zu implementieren.
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