Bachelorarbeit, 2011
51 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
1.1 Begriffserläuterung Identität
1.2 Musik im Kontext sozialgeschichtlicher Ereignisse
2 Jugend in der heutigen Gesellschaft
2.1 Definition Jugend nach Hurrelmann
2.2 Entwicklungsaufgaben nach Havighurst und Hurrelmann
2.3 Entwicklungsmodell nach Erikson
2.4 Entwicklung bei Keupp
3 Sozialisationstheorien
3.1 Strukturfunktionalistische Theorie Parson
3.2 Sozialbehaviorismus nach Mead
3.2.1 Identitätskonstruktionen nach Mead
3.3 Selbstsozialisation
3.4 Hurrelmanns Modell der produktive Realitätsverarbeitung
3.5 Integration der Identitätsmodelle als Zwischenfazit
4 Geschmack im Kontext der Gesellschaft
4.1 Bourdieus Habitustheorie
4.1.1 Kulturkapital als Mittel zur Distinktion
4.2 Drei Dimensionen des Geschmacks
5 Geschmack im Kontext von Gruppenkonstellationen
5.1 Tafjel und Turner: Soziale Identitätstheorie
5.2 Brewer & Picket Angleichung und Abgrenzung
6 Musikalische (Selbst-) Sozialisation
6.1 Parsons Strukturfunktionalismus und Musik
6.2 (Musikalischer) Geschmack als Interaktion bei Mead
6.3 Medien als Instrumente der Interaktion
6.4 Musik als Mittel zur sozialen Verortung nach Bourdieu
6.5 Musikalische Selbstsozialisation nach Müller
7 Wirkung und Funktion von Musik
7.1 Rainer Dollases Schema des musikalischen Interesses
7.2 Mood Management Theorie
7.3 Riggenbachs Funktionen von Musik
8 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von Musik auf die Identitätsbildung im Jugendalter. Ziel ist es aufzuzeigen, dass Musik dabei nicht nur der bloßen Unterhaltung dient, sondern als aktive Ressource zur Bewältigung von Entwicklungsaufgaben fungiert.
1.1 Begriffserläuterung Identität
Im gängigen Sprachgebrauch ist der Begriff der Identität mittlerweile vor allem Krisen-behaftet, da er mit Begriffen wie Identitätsverlust, Diskriminierung oder Schwäche in Verbindung gebracht wird (Abels, 2009, S. 323). Die Umstände, unter denen Identität heutzutage konstruiert wird, sind gezeichnet von dem Wandel der Gesellschaft in ein dynamisches, vielfältiges, soziales Gebilde mit widersprüchlichen Rollenerwartungen und zahlreichen identitätszerstörenden Faktoren (Fischer, 2009, S. 247). Eine Einheitlichkeit von Identität ist in diesem Kontext nicht mehr möglich und die Theorien, die zu Zeiten einer stabilen, statischen Gesellschaft noch von einer solchen Konstanz von Identität ausgingen, sind überholt. An ihre Stelle treten neue Konzepte, die versuchen, die Komplexität aktueller Entwicklungen zu berücksichtigen (ebd., S. 247).
Nichtsdestotrotz existiert bis heute keine allgemeingültige Definition, weshalb das facettenreiche Konstrukt der „Identität“ im Folgenden anhand einiger Grundgedanken zusammenfassend dargestellt wird. Im Ursprung des Wortes Identität steckt der lateinische Begriff: „Idem“, was übersetzt „derselbe“ oder „dasselbe“ bedeutet und verwirrenderweise die allgemein verbreitete Meinung zu bestätigen scheint, Identität besäße ein Mensch dann, wenn er in allen Situationen „sich gleich sei“ und konsequent nach festen Grundsätzen handele (Abels, 2010, S. 248). Die Identitätsmodelle, die Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden, weisen Parallelen dazu auf, da sie die Aufgabe des Menschen darin sehen, sich dauerhaft an die gesellschaftlichen Werte zu binden und die eigene Identitätsbildung nach den vorhandenen Erwartungsstrukturen zu richten.
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Pluralisierung der Lebensstile und die Rolle der Musik als Ausdrucksmedium und Ressource in der jugendlichen Selbstfindungsphase.
2 Jugend in der heutigen Gesellschaft: Dieses Kapitel thematisiert die Herausforderungen der Identitätsbildung in einer durch Individualisierung und Erwartungsdruck geprägten Gesellschaft.
3 Sozialisationstheorien: Hier werden theoretische Ansätze von Parsons, Mead und Hurrelmann vorgestellt, um die Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und individueller Persönlichkeitsentwicklung zu erläutern.
4 Geschmack im Kontext der Gesellschaft: Das Kapitel analysiert Bourdieus Habitustheorie, um Musikgeschmack als Ausdruck sozialer Herkunft und Distinktion zu deuten.
5 Geschmack im Kontext von Gruppenkonstellationen: Es wird untersucht, wie Jugendliche soziale Identität und Abgrenzung innerhalb von Peer Groups durch musikalische Präferenzen aushandeln.
6 Musikalische (Selbst-) Sozialisation: Dieses Kapitel verbindet die theoretischen Grundlagen mit der musikalischen Praxis und stellt das Konzept der musikalischen Selbstsozialisation dar.
7 Wirkung und Funktion von Musik: Abschließend werden die psychologischen Wirkmechanismen von Musik, wie Stimmung und Erinnerung, sowie ihre spezifischen Funktionen für den Menschen beschrieben.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und bestätigt die zentrale Bedeutung von Musik für die Identitätsbildung und Bewältigung von Entwicklungsaufgaben im Jugendalter.
Identitätsbildung, Jugendliche, Musik, Sozialisation, Selbstsozialisation, Habitus, Distinktion, Musikgeschmack, Peer Group, Entwicklungsaufgaben, Identitätsdiffusion, Mediennutzung, Individualisierung, Identität, Soziale Identitätstheorie
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Musik auf die Identitätsbildung bei Jugendlichen im Kontext der heutigen, individualisierten Gesellschaft.
Zu den zentralen Themen gehören soziologische Sozialisationstheorien, die Theorie des kulturellen Kapitals nach Bourdieu, das Konzept der musikalischen Selbstsozialisation und die verschiedenen Funktionen von Musik.
Das Ziel ist aufzuzeigen, dass Musik im Jugendalter nicht nur der bloßen Unterhaltung dient, sondern eine zentrale Ressource zur Bewältigung von Entwicklungsaufgaben darstellt.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und integriert verschiedene soziologische sowie psychologische Ansätze, um einen interdisziplinären Rahmen zur Erklärung der Musiknutzung zu schaffen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zur Identität, Sozialisationstheorien, die Analyse von Geschmack als Distinktionsmerkmal, die Funktion von Musik in Gruppen sowie die musikalische Sozialisation und Wirkung.
Die Arbeit ist insbesondere durch die Begriffe Identitätsbildung, musikalische Selbstsozialisation, Habitus, Distinktion und jugendliche Sozialisation geprägt.
Die Peer Group dient Jugendlichen als wichtigste Sozialisationsinstanz, in der durch geteilte Musikpräferenzen Zugehörigkeit erzeugt und Abgrenzung gegenüber anderen Gruppen praktiziert wird.
Während der Habitus-Ansatz nach Bourdieu eher die soziale Determiniertheit durch Herkunft betont, hebt die Selbstsozialisation die aktive Eigenleistung des Individuums bei der Konstruktion der eigenen Identität hervor.
Ja, Musik kann auch als Mittel zur Realitätsflucht dienen oder durch kommerzielle Vereinnahmung zu einer oberflächlichen Identitätskonstruktion führen, anstatt tiefgehende Identitätsarbeit zu unterstützen.
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