Examensarbeit, 2005
100 Seiten, Note: 1.0
0. Einleitung
1. Bilingualismus
1. 1. Der psycholinguistische Ansatz
1. 2. Der soziolinguistische Ansatz
1. 3. Klassifizierungen von bilingualen Sprechern
1. 3. 1. Kompakter und Koordinierter Bilingualismus
1. 3. 2. Früher und später Bilingualismus
1. 3. 3. Balancierter und unbalancierter Bilingualismus
1.3.4. Semilingualismus
2. Das bilinguale Gehirn
2.1. Die Repräsentation zweier Sprachen im Gehirn
2. 2. Die Lateralisation
2.3. Das Bilinguale Lexikon
3. Der Spracherwerb
3.1. Der monolinguale Erstspracherwerb
3.2. Die Phasen des Spracherwerbs
3.3. Der bilinguale Erstspracherwerb
3.4. Die bilinguale Erwerbssituation
3.4.1. Die Typen des Spracherwerbs
3.4.1.1. Die Methode ‘ Eine Person- eine Sprache’
3.4.1.2. Die Methode ‘Familiensprache= Nichtumgebungssprache’
3.4.1.3. Die Methode ‘Nicht dominante Familiensprache ohne Unterstützung der Umgebung’
3.4.1.4. Die Methode ‘Doppelte nicht dominante Sprache in der Familie ohne Unterstützung der Umgebung’
3.4.1.5. Die Methode ‘Non- native Parents’
3.4.1.6. Die Methode ‘Gemischter Sprachgebrauch’
3.4.1.7. Zusammenfassung
3.5. Bilinguale Erscheinungen
3.5.1. Switch- Modelle
3.5.2. Interferenz
3.6. Die Rolle des Inputs
4. Theoretische Ansätze zum frühen Spracherwerb
4.1. Die Fusionshypothese
4.2. Die Differenzierungshypothese
4.2.1. Die Interdependenz- Hypothese
4.3. Zusammenfassung
5. Die sozialen und sprachlichen Situation der zweiten türkischen Generation
5.1. Zur sozialen Situation
5.2. Untersuchungen zur Erst- und Zweitsprachkompetenz
5.3. Der Kindergartenbesuch der Migrantenkinder
5.4. Die schulische Situation der Migrantenkinder
5.5. Migrantenkinder zwischen Spracherhalt und Sprachumstellung
5.5.1. Spracherhalt uns Sprachumstellung
5.3.2. Spracherhalt und Sprachumstellung beeinflussende Faktoren
5.3.3. Der Einfluss der Domänen Familie und Schule
5.5. Zusammenfassung
6. Schlussbemerkung
7. Literatur
Die Arbeit untersucht den frühen Spracherwerb zweisprachiger Kinder mit dem Fokus auf die theoretischen Grundlagen, die neurologischen Voraussetzungen sowie die soziolinguistische Situation von Migrantenkindern, insbesondere der zweiten türkischen Generation in Deutschland. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich mit der Repräsentation und Differenzierung zweier Sprachen im kindlichen Spracherwerbsprozess.
1.3.4. Semilingualismus
Das Phänomen „ doppelte Halbsprachigkeit“ oder auch „Semilingualismus“ wurde erstmals in den sechziger Jahren von dem finnischen Sprachforscher HANSEGÅRD (1968) beschrieben. Seine Beobachtungen bezogen sich auf finnische Kinder, die in Schweden zur Schule gingen und einen problematischen Sprachgebrauch sowohl in Finnisch als auch in Schwedisch zeigten. HANSEGÅRD beschreibt Semilingualismus anhand von Defiziten in sechs Bereichen:
“•Size of vocabulary •Correctness of language •Unconscious processing of language (automatism) •Language creation (neologization) •Mastery of the functions of language (e.g. emotive, cognitive) •Meanings and imagery “ (HANSEGÂRD zit. nach BAKER 1996:9)
HANSEGÅRD unterscheidet bei diesen Merkmalen die qualitative und quantitative Ebene. Die Korrektheit der Sprache und der Grad der Automatisierung beziehen sich auf die quantitativen Aspekte, die qualitativen Aspekte beziehen sich auf die Fähigkeit des Erzeugens von neuen Äußerungen, die Beherrschung der kognitiven, emotionalen und willkürlichen Funktionen der Sprache und die Reichhaltigkeit bzw. Armut der individuellen Bedeutungen.
1. Bilingualismus: Dieses Kapitel definiert und diskutiert den Begriff des Bilingualismus aus psycholinguistischer und soziolinguistischer Perspektive und führt zentrale Klassifizierungskriterien ein.
2. Das bilinguale Gehirn: Hier werden die Repräsentation von zwei Sprachen im Gehirn, neuronale Subsysteme sowie die Lateralisation bei bilingualen Sprechern untersucht.
3. Der Spracherwerb: Dieses Kapitel behandelt die Phasen des monolingualen und bilingualen Spracherwerbs, verschiedene Erwerbssituationen sowie Phänomene wie Code-switching und Interferenz.
4. Theoretische Ansätze zum frühen Spracherwerb: Hier werden zentrale theoretische Modelle wie die Fusions- und die Differenzierungshypothese gegenübergestellt, um die Entwicklung sprachlicher Systeme zu erklären.
5. Die sozialen und sprachlichen Situation der zweiten türkischen Generation: Dieses Kapitel analysiert die spezifische soziokulturelle Lage türkischer Migrantenkinder in Deutschland sowie Faktoren, die den Spracherhalt und die Sprachumstellung beeinflussen.
6. Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bedeutung der bilinguale Förderung und die Notwendigkeit weiterer Forschung zur Sprachidentität.
7. Literatur: Verzeichnis der in der Hausarbeit verwendeten Quellen.
Bilingualismus, Spracherwerb, Zweisprachigkeit, Spracherhalt, Sprachumstellung, Semilingualismus, Code-switching, Interferenz, Erstspracherwerb, Sprachdomäne, Türkische Generation, Migration, Sprachkompetenz, Psycholinguistik, Soziolinguistik.
Die Arbeit befasst sich mit den Prozessen des bilingualen Spracherwerbs in der frühen Kindheit und analysiert die soziale und sprachliche Realität von Kindern mit Migrationshintergrund.
Im Zentrum stehen die Definition von Bilingualität, die kognitive Organisation von zwei Sprachen im Gehirn, die verschiedenen Typen des Spracherwerbs sowie die Integration türkischer Migrantenkinder in das deutsche Bildungssystem.
Ziel ist es, den Spracherwerbsprozess bilingualer Kinder besser zu verstehen und wissenschaftlich fundierte Aussagen über die Differenzierung von Sprachsystemen zu treffen.
Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse sowie die Auswertung zahlreicher Fallstudien und empirischer Untersuchungen aus der Spracherwerbsforschung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung von Bilingualität, die neurophysiologischen Grundlagen, die Phasen des Spracherwerbs und eine detaillierte Analyse der Situation der zweiten türkischen Generation.
Die wichtigsten Begriffe sind Bilingualismus, Spracherwerb, Erstspracherwerb, Semilingualismus, Code-switching und Sprachloyalität.
Beim kompakten Bilingualismus werden die Sprachen in demselben Kontext erworben, was zu einer verschmolzenen Bedeutungsrepräsentation führt, während beim koordinierten Bilingualismus die Sprachen in getrennten Kontexten gelernt werden.
Ein hochwertiger und regelmäßiger Input in beiden Sprachen ist entscheidend; wird das Türkische innerhalb der Familie vernachlässigt, droht ein Sprachverlust zugunsten des Deutschen, was häufig in einem semilingualen Zustand resultiert.
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