Bachelorarbeit, 2018
41 Seiten, Note: 1,0
1. Frauenfiguren in der Literatur
1.1 Ausgangssituation
1.2 Methode
1.3 Zielsetzung
2. Stellung der Frau in der geschichtlichen Entwicklung
2.1 Frauen in der Industrialisierung
2.2 Frauen im Ersten Weltkrieg
2.3 Frauen in der Weimarer Republik
3. Die Autoren Frank Wedekind und Hermann Ungar
3.1 Frank Wedekind
3.2 Hermann Ungar
4. Gegenüberstellung der Frauenfiguren „Klara“ und „Amélie“
4.1 Die Figur „Klara“ in Frank Wedekinds Musik
4.1.1 Einfluss der anderen Figuren
4.2 Die Figur „Amélie“ in Hermann Ungars Die Gartenlaube
4.2.1 Einfluss der anderen Figuren
4.3 Einordnung der Figuren in die zeitlichen Geschehnisse
5. Intention der Autoren
5.1 Intention im Sittengemälde Musik
5.2 Intention in der Komödie Die Gartenlaube
6. Frauenfiguren – ein Mittel zur Gesellschaftskritik
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den gesellschaftlichen Wandel der Frau im frühen 20. Jahrhundert durch den Vergleich der Frauenfiguren „Klara“ aus Frank Wedekinds Musik (1907) und „Amélie“ aus Hermann Ungars Die Gartenlaube (1930). Ziel ist es zu analysieren, wie beide Autoren das jeweilige Frauenbild ihrer Zeit kritisch reflektieren und ob sie ihre Intention durch die Charakterzeichnung der Protagonistinnen erfolgreich vermitteln konnten.
4.1 Die Figur „Klara“ in Frank Wedekinds Musik
Klara ist eine junge, gebildete Frau aus gut bürgerlichen Verhältnissen. Ihren Wunsch, Wagnersängerin zu werden, setzt sie in die Tat um. Sie verlässt ihre Mutter in der Schweiz, um in Deutschland zu studieren und diesen Lebenstraum zu verwirklichen. Was ihre Karriere betrifft, wirkt sie zielstrebig, verantwortungsbewusst und mit einem klaren Plan.65
Klara lernt durch ihr Studium den Musiklehrer Josef Reißner kennen und gerät in eine Spirale des Elends, weil sie unreflektiert dessen Meinung übernimmt und in allen Bereichen nach seinen Wünschen handelt. Auf Josefs Drängen hin verlässt sie die Musikschule, zieht in das Haus der Reißners und wird seine Privatschülerin und Geliebte.66 Naiv und dem Mann völlig verfallen, rückt die Realität für Klara in weite Ferne. Josefs Versprechen, sie zu einer erfolgreichen Sängerin zu machen, glaubt sie vorbehaltlos. Besessen von ihrer Kunst und ihr Ziel vor Augen, ist sie zu jedem Opfer bereit.
Klara: […] Keine Macht der Welt hätte mich von meinen künstlerischen Zielen abgelenkt! Die Liebe zu meiner Kunst war mir meine Religion! Ein höheres Gebot gab es in dieser Welt nicht für mich, als die seltenen Gaben, die mir Tausenden durch die Gnade des Himmels zuteil geworden, zur allerhöchsten Vervollkommnung auszubilden! Und mich brachte ich meiner Kunst so frei, so rein, so unangetastet als Einsatz dar!67
1. Frauenfiguren in der Literatur: Einführung in die Thematik der literarischen Frauenrolle als Spiegel der Zeit und Darlegung der wissenschaftlichen Ausgangslage.
2. Stellung der Frau in der geschichtlichen Entwicklung: Analyse der sozioökonomischen Bedingungen der Frau von der Industrialisierung über den Ersten Weltkrieg bis zur Weimarer Republik.
3. Die Autoren Frank Wedekind und Hermann Ungar: Beleuchtung der biografischen Hintergründe und künstlerischen Motivationen der beiden Schriftsteller.
4. Gegenüberstellung der Frauenfiguren „Klara“ und „Amélie“: Zentrale vergleichende Analyse der beiden Protagonistinnen unter Berücksichtigung ihres persönlichen Umfelds und Zeitkontexts.
5. Intention der Autoren: Untersuchung der gesellschaftskritischen Absichten, die Wedekind und Ungar mit ihren Werken verfolgten.
6. Frauenfiguren – ein Mittel zur Gesellschaftskritik: Fazit über die Funktion der Frauenfiguren als Instrumente der Kritik an zeitgenössischen Moralvorstellungen und gesellschaftlichen Missständen.
Frauenrolle, Literaturwissenschaft, Frank Wedekind, Hermann Ungar, gesellschaftlicher Wandel, Musik, Die Gartenlaube, Emanzipation, bürgerliche Gesellschaft, Sexualmoral, §218, Industrialisierung, Weimarer Republik, Gesellschaftskritik, Frauenfiguren
Die Arbeit analysiert den gesellschaftlichen Wandel der Frauenrolle zu Beginn des 20. Jahrhunderts anhand zweier literarischer Frauenfiguren aus den Werken von Frank Wedekind und Hermann Ungar.
Im Zentrum stehen die historische Entwicklung der Stellung der Frau, die persönlichen Biografien der Autoren sowie die Charakterisierung der Protagonistinnen „Klara“ und „Amélie“.
Das Ziel ist der Vergleich der jungen Frauen Klara und Amélie in Bezug auf den jeweiligen Zeitgeist und die Klärung, welche gesellschaftskritische Intention die Autoren mit diesen Figuren verfolgten.
Die Untersuchung folgt einer gliedernden Struktur: Beginnend mit dem historischen Kontext, über die Autorenbiografien bis hin zur textnahen Analyse der Figuren und deren Einordnung in das Zeitgeschehen.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Gegenüberstellung der Frauenfiguren, ihrer Abhängigkeit von männlichen Bezugspersonen und ihrer Rolle innerhalb der bürgerlichen Moralvorstellungen ihrer Zeit.
Schlüsselbegriffe sind Frauenrolle, Gesellschaftskritik, Emanzipation, bürgerliche Moral, Industrialisierung und die Analyse der Werke Musik und Die Gartenlaube.
Der §218 wirkt als Instrument der Unterdrückung, der Klara in eine existentielle Notlage stürzt und ihr Schicksal als alleinstehende Frau und Mutter maßgeblich negativ bestimmt.
Während Klara versucht, ihre Träume von künstlerischer Selbstverwirklichung zu verfolgen, sucht Amélie im Kontext der Goldenen Zwanziger Jahre nach sexueller Aufklärung und Identitätsfindung durch Grenzüberschreitung.
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