Bachelorarbeit, 2016
47 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Vegetarismus und Veganismus
2.1 Das ‚Tier‘
2.2 Überblick der Geschichte des Vegetarismus/Veganismus
2.3 Formen des Veganismus
2.3.1 Ethisch-motivierter Veganismus
2.3.2 Nicht-ethisch motivierter Veganismus
3. Die moralische Notwendigkeit des Veganismus
3.1 Notwendigkeit und Moral
3.2 Der ‚vegane Imperativ‘
4. Untersuchung des ‚veganen Imperativs‘
4.1 Moraltheorien und das friedliche Zusammenleben
4.2 Das Formen von Prinzipien und moralische Berücksichtigung
4.3 Speziesunterschied („Die Anderen“)
4.4 Das Übel der vermeidbaren Gewalt
4.4.1 Das Zufügen von Übeln
4.4.2 Die vermeidbare Gewalt
5. Ausblick/Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch den sogenannten ‚veganen Imperativ‘ des Philosophen Gary Steiner, um dessen moralische Richtigkeit und universelle Gültigkeit auf den Prüfstand zu stellen. Dabei wird analysiert, ob der Verzicht auf tierliche Produkte eine moralische Notwendigkeit darstellt, wenn man friedliche Beziehungen zu anderen Lebewesen anstrebt und vermeidbare Gewalt ablehnt.
4.4.1 Das Zufügen von Übeln
Zunächst bedeutet die Nachfrage von Fleisch, dass Lebewesen dafür getötet oder belastet werden müssen, was fast ausschließlich durch die Massentierhaltung geschieht zum Nutzen des Menschen. Der Vorteil dieser Haltungsart sei, dass massenhaftes und billiges produzieren von tierlichen Erzeugnissen möglich sei, um günstige Preise für wirtschafts- bzw. wettbewerbsfähige Ware zu schaffen. Der Mensch hat ingesamt 30 Nutztierarten domestiziert, allein für die Industrie würden Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Hühner, Puten, Enten und Kaninchen genutzt werden, die niedrige Produktpreise durch gesteigerte Produktmengen kompensieren würden, was den „Gewaltakt“ des Menschen der Machtausübung über nichtmenschlichen Lebewesen widerspiegelt, auf welchen Steiner mit dem ‚veganen Imperativ‘ verweist.
Diese industriellen Zuchtlinien würden unter der starken Züchtung mit dem Ziel der Leistungssteigerung leiden, sodass zwei Drittel der Milchkühe auf Grund von Sterilität, Euter-Krankheiten, Gelenkentzündungen, und Stoffwechselkrankheiten täglich Medikamente zu sich nehmen müssen, und vorzeitig geschlachtet werden. Dies bedeutet, dass den nichtmenschlichen Wesen die Übel der Schmerzen und Invalidität durch die menschliche Gewalt zugefügt werden.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Mensch-Tier-Beziehung und Vorstellung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Gültigkeit des ‚veganen Imperativs‘.
2. Vegetarismus und Veganismus: Historischer Abriss der vegetarischen und veganen Bewegung sowie inhaltliche Abgrenzung ethischer und gesundheitlicher Motive.
3. Die moralische Notwendigkeit des Veganismus: Philosophische Erörterung der Begriffe Moral und Notwendigkeit im Kontext von Steiners Imperativ.
4. Untersuchung des ‚veganen Imperativs‘: Eingehende Analyse der Thesen Steiners mittels verschiedener moralphilosophischer Theorien und Diskussion der „vermeidbaren Gewalt“.
5. Ausblick/Fazit: Zusammenfassende Bewertung des ‚veganen Imperativs‘ als Aufruf zum Umdenken und Empfehlung für eine schrittweise moralische Transformation.
Veganer Imperativ, Gary Steiner, Tierethik, Vegetarismus, Veganismus, Mensch-Tier-Beziehung, Speziesismus, Massentierhaltung, moralische Notwendigkeit, utilitaristische Ethik, Deontologie, moralische Rechte, Tierleid, anthropozentrisch, Gewaltvermeidung.
Die Arbeit befasst sich mit einer inhaltlichen Debatte über den sogenannten ‚veganen Imperativ‘ von Gary Steiner, um zu prüfen, ob dessen Prinzip einer moralischen Notwendigkeit veganer Ernährung philosophisch haltbar ist.
Die zentralen Felder umfassen die Mensch-Tier-Beziehung, die ethischen Implikationen der Massentierhaltung, die Geschichte der vegetarischen Bewegung sowie verschiedene moralphilosophische Ansätze zur Interessenberücksichtigung von Lebewesen.
Das Ziel der Arbeit ist es, die moralische Richtigkeit und Gültigkeit von Steiners Prinzip zu untersuchen, das besagt, dass Veganismus angesichts des menschlichen Strebens nach friedlichen Beziehungen ein moralischer Imperativ sei.
Es handelt sich um eine philosophische Debatte und ethische Analyse, bei der verschiedene Moraltheorien wie Deontologie, Utilitarismus und der Kontraktualismus herangezogen werden, um Steiners Thesen kritisch zu beleuchten.
Im Hauptteil werden unter anderem die Prämissen eines friedlichen Zusammenlebens, der Speziesunterschied, die Problematik der Nutztierhaltung im Hinblick auf das „Zufügen von Übeln“ und die Argumentation gegen die vermeidbare Gewalt untersucht.
Wichtige Begriffe sind Tierethik, ‚veganer Imperativ‘, Speziesismus, Nutztierhaltung, Moral, Interessenberücksichtigung und Gewaltvermeidung.
Das Konzept wird im Kontext der kontraktualistischen Ansätze von Peter Carruthers diskutiert, um zu prüfen, inwieweit rationale Akteure moralische Regeln festlegen, die nichtmenschliche Wesen einbeziehen oder ausschließen.
Aus Gründen der Objektivität und moralischen Relevanz vermeidet die Autorin abwertende Konnotationen und verwendet stattdessen Begriffe wie „nichtmenschliche Wesen“ oder „tierliche Individuen“, um das traditionelle Verständnis vom „Tier als Rohstoff“ zu hinterfragen.
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