Examensarbeit, 2018
97 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Kinderzeichnungen
2.1 Entwicklungsstufen von Kinderzeichnungen
2.1.1 Schmierphase
2.1.2 Kritzelphase
2.1.3 Schemaphase
2.1.4 Jugendalter
2.2 Bildmaterial als Erkenntnisquelle
2.3 Kulturelle Einflüsse auf die Kinderzeichnung
2.4 Überblick zur Forschungsliteratur
2.5 Inter- und transkulturelle Kunstpädagogik
3 Familie
3.1 Die Familienzeichnung
3.2 Das Familienthema in der Kunstpädagogik
3.3 Der Wandel des Familienbildes in Deutschland
3.4 Das Familienbild im kulturellen Vergleich
3.4.1 Migration in Deutschland
3.4.2 Der Wert des Kindes für seine Eltern
3.4.3 Rollenverteilungen in der Familie
3.4.3.1 Europa
3.4.3.2 Subsahara-Afrika
3.4.3.3 Arabische Welt
4 Ergebnisse und Diskussion
4.1 Material und Methoden
4.2 Menschliche Figur
4.2.1 Augen
4.2.2 Nase
4.2.3 Mund
4.2.4 Haare
4.2.5 Hände
4.2.7 Brust
4.2.8 Knie
4.2.9 Kleidung und Schmuck
4.2.10 Geschlechterunterschiede
4.3 Strukturelle Charakteristika der Familiendarstellung
4.3.1 Familienmitglieder
4.3.2 Größendarstellung der Familienmitglieder
4.3.3 Nähe und Distanz der Familienmitglieder
4.3.4 Anordnung der Familienmitglieder
4.3.5 Familienmitglieder bei einer Aktivität
4.4 Raum und Umgebung
4.4.1 Positionierung der Familienmitglieder auf dem Zeichenblatt
4.4.2 Raumdarstellung
4.4.3 Elemente in der Umgebung
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht kulturvergleichend, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten sich in den Familienzeichnungen von sechs bis zehn Jahre alten Kindern aus Europa, der arabischen Welt und Subsahara-Afrika zeigen. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die nonverbalen Ausdrucksformen von Kindern in verschiedenen kulturellen Kontexten zu entwickeln.
2.1.2 Kritzelphase
Die Kritzelphase beginnt bei den meisten Kindern „zwischen eineinhalb und drei Jahren“ (Gernhardt 2012: 7). Diese Phase beginnt damit, dass das Kind die Fähigkeit entwickelt zu greifen (vgl. Wolter 2010: 61), womit es ihm ermöglicht wird, beispielsweise einen Stift zu halten und damit auf ein Blatt Papier zu zeichnen. Die Kritzelphase lässt sich noch einmal in drei Phasen unterteilen: „Hiebkritzel[...] [,] Gestenkritzel[...] [und] Konzeptkritzel“ (Wolter 2010: 61).
Am Anfang zeichnet das Kind sog. „Hiebkritzel“ (Wolter 2010: 61): Durch „die Bewegung des gesamten Armes hinterlässt [das Kind] einen punktförmigen Hieb mit einem auslaufenden Ruck auf der Fläche“ (Wolter 2010: 61). Hinzu kommen „Schwingkritzel“ (Schuster 1994: 33) und „strichartige Kritzel“ (Wolter 2010: 61). Mit etwa 18 Monaten werden sog. „Gestenkritzel“ (Wolter 2010: 61) gezeichnet. Zeichenbewegungen sind nun nichtmehr ausschließlich zufällig, sondern können unterbrochen und gesteuert werden (vgl. Wolter 2010: 61). Das Kind beginnt jetzt die Linie zur Kreisform zu schließen (vgl. Wolter 2010: 61). Beim Konzeptkritzeln (Wolter 2010: 61), auch „sinnunterlegte[s] Kritzeln“ (Schuster 1994: 13) genannt, welches mit etwa zwei Jahren und fünf Monaten beginnt, findet erstmalig „erkennbare Darstellungsanteile“ (Wolter 2010: 61f.). Das Kind beginnt hier auch, das Gezeichnete zu beschreiben und ihm eine Bedeutung zu geben, auch wenn sich diese oft nur schwer oder gar nicht in der Zeichnung wiedererkennen lässt (vgl. Schuster 1994: 34 f., Wolter 2010: 62). Teilweise werden den Zeichnungen zu einem späteren Zeitpunkt sogar andere Bedeutungen zugewiesen (vgl. Schuster 1994: 35).
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der kulturvergleichenden Untersuchung von Kinderzeichnungen im Kontext der Globalisierung und erläutert die Forschungsfrage sowie methodische Grundlagen.
2 Kinderzeichnungen: Dieses Kapitel behandelt die theoretischen Grundlagen, einschließlich der Entwicklungsphasen des Zeichnens sowie die Bedeutung von Bildmaterial und kulturellen Einflüssen.
3 Familie: Das Kapitel beleuchtet das Thema Familie in der Kunstpädagogik, den gesellschaftlichen Wandel des Familienbildes und kulturelle Spezifika in Europa, Subsahara-Afrika und der arabischen Welt.
4 Ergebnisse und Diskussion: Hier erfolgt die empirische Auswertung des gesammelten Bildmaterials hinsichtlich der Darstellung von menschlichen Figuren, Familienstrukturen sowie Raum und Umgebung.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die gefundenen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zusammen und reflektiert über Möglichkeiten für weiterführende Studien.
Kinderzeichnung, Interkulturelle Pädagogik, Familienzeichnung, Kulturvergleich, Kunstpädagogik, Entwicklungsstufen, Transkulturalität, Sozialisation, Migrationshintergrund, Symbolisierungsform, Subsahara-Afrika, Arabische Welt, Identität, Geschlechterrollen, Familienbild.
Die Hausarbeit widmet sich dem interkulturellen Vergleich von Familienzeichnungen, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der bildnerischen Gestaltung von Kindern aus verschiedenen Ländern aufzuzeigen.
Die zentralen Felder sind die Entwicklungspsychologie des Zeichnens, die Bedeutung der Familie als soziales Konstrukt sowie der Einfluss kultureller und gesellschaftlicher Prägungen auf den nonverbalen Ausdruck von Kindern.
Das Ziel besteht darin, durch die Untersuchung von 201 Familienzeichnungen zu analysieren, wie Kinder aus unterschiedlichen Weltregionen – Europa, der arabischen Welt und Subsahara-Afrika – ihre familiäre Lebensrealität symbolisch darstellen und welche kulturellen Faktoren diese Zeichnungen beeinflussen.
Es wurde ein formal-analytischer, quantitativer Ansatz gewählt, bei dem Zeichnungen anhand eines spezifischen, angepassten Kriterienkatalogs in einer Excel-Tabelle ausgewertet und verglichen wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Einbettung der Kinderzeichnung und des Familienbegriffs sowie einen umfangreichen empirischen Teil, der Details wie Augenformen, Bekleidung, Familienanordnung und Raumdarstellung detailliert gegenüberstellt.
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Kinderzeichnung, interkulturelle Pädagogik, Familienbild, Sozialisation und Kulturvergleich definieren.
Diese Auswahl wurde getroffen, da ein Großteil der derzeitigen Migration nach Deutschland aus diesen Regionen stammt und somit eine hohe Relevanz für eine interkulturell ausgerichtete Kunstpädagogik im Grundschulbereich besteht.
Die Kritzelphase wird als theoretisches Fundament beschrieben, um die spätere, komplexere Symbolbildung in der Schemaphase und im Jugendalter besser einordnen zu können, auch wenn der Fokus der Untersuchung auf der Altersgruppe der Sechs- bis Zehnjährigen liegt.
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