Bachelorarbeit, 2017
139 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Ziele dieser Arbeit
1.2 Fragestellungen
2 Selbstständige Lebensführung und Gesundheit im Alter
2.1 Prävention und Gesundheitsförderung
2.2 Alternsprozesse und selbstständige Lebensführung
2.3 Gesundheitskompetenz in Deutschland
2.4 Gesetzliche Grundlagen
2.4.1 Sozialgesetzbuch V
2.4.2 Sozialgesetzbuch XI
3 Geschichte und Hintergründe zum Präventiven Hausbesuch
3.1 Der Präventive Hausbesuch in Deutschland
3.2 Zielgruppe und Zugangswege
3.3 Multidimensionale Assessments
3.4 Informieren und Beraten
3.5 Beratungsthemen
3.6 Kompetenz der Beratenden
3.7 Vertrauen und Beziehungsgestaltung
3.8 Betrachtungen aus Seniorensicht
4 Kompetenzentwicklung für professionell Pflegende
4.1 Experteninterviews
4.2 Basisqualifikation
4.3 Leitlinie zur Personalstrategie
4.3.1 Stellenbeschreibung
4.3.2 Stellenanzeige
4.3.3 Anforderungs- und Eignungsprofil
4.3.4 Bewerberauswahl
4.3.5 Einarbeitungskonzept
4.3.6 Qualitätsstandard
4.3.7 Qualitätsmanagement
4.4 Perspektiven für professionell Pflegende
4.5 Erfahrungen aus dem aktuellen Pilotprojekt GS+
5 Institutionelle Rahmenbedingungen und Implementierung
5.1 Zukünftige Leistungsanbieter für Präventive Hausbesuche
5.2 Voraussetzungen zur Implementierung
5.3 Pflegende in einem neuen Setting
5.4 Erfolgsfaktoren Präventiver Hausbesuche
5.5 Präventive Hausbesuche in der Öffentlichkeit
6 Zusammenfassung und Handlungsempfehlungen
6.1 Allgemeine Zusammenfassung und kritische Anmerkungen
6.2 Stand der Forschung
6.3 Handlungsempfehlungen
6.4 Ausblick
Ziel der Bachelorarbeit ist es, Handlungsempfehlungen für die Kompetenzentwicklung und Implementierung von präventiven Hausbesuchen in Einrichtungen des Gesundheitswesens zu erarbeiten, um älteren Menschen ein möglichst langes selbstständiges Leben in ihrem vertrauten Umfeld zu ermöglichen.
3.7 Vertrauen und Beziehungsgestaltung
Ursprünglich bedeutet trauen „fest werden“ (z. B. in Trauung) und gehört zur Wortgruppe „treu“. Aus dem Wortgebrauch i. S. von „glauben, hoffen, zutrauen“ entwickelte sich die Bedeutung „Vertrauen schenken“. Aus „sich trauen“ folgt „wagen, riskieren“, ebenso zu finden in „sich anvertrauen“ und „Zutrauen zu jemandem haben“ (vgl. Mantz 2016: 133).
Sandra Mantz bettet „Vertrauen“ ein in die Sprache der guten und heilsamen Worte Pflegender. Achtsam kommunizieren bedeutet mit Blick auf den alten Menschen, dass diese sehr genau um die unmittelbare, tiefe und langanhaltende heilsame Wirkung eines guten Wortes wissen. „Eine dem Menschen zugewandte Sprache erfüllt ihn, hält ihn und führt ihn durch belastende Zeiten.“ (Mantz 2016: 33). Vertrauen hat eine besondere Impulskraft: Mut zusprechen, Beziehung aufbauen, persönlich wertschätzen, motivieren und aktivieren (vgl. Mantz 2016: 133).
Für Giovanni Maio bezieht sich „Vertrauen“ nicht auf eine bestimmte Leistung, sondern auf die Person. Der Mensch dem man vertraut, wenigstens ansatzweise, teilt die eigenen Wertehaltungen, ist eine moralisch gleichgesinnte Person. Ein zentraler Aspekt des Vertrauensverhältnisses ist ein zwischenmenschliches Band. Es umfasst einen guten Charakter, aber auch eine bestimmte Haltung des Wohlwollens, aus der eine Beziehung der Verbundenheit wachsen kann. Jemandem zu vertrauen ist ein Geschenk und ein starker Ausdruck persönlicher Anerkennung (vgl. Maio 2015: 130 ff.)
Der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung ist ein Kernelement des PHB. In der Begegnung mit Hochaltrigen hat dies eine herausragende Bedeutung. Beziehung gestalten braucht Zeit im doppelten Sinne: Kontinuität über eine längere Zeit, damit Vertrauen wachsen kann und Zeit in der konkreten Hilfesituation, für Gespräche, zwischenmenschliche Begegnungen, Vertrauen und Aufbau von Beziehungen, Rücksicht auf altersbedingte Langsamkeit und körperliche Beeinträchtigungen (vgl. Seidel et al. 2013: 153 ff.).
1 Einleitung: Die Autorin führt in die Problematik des demografischen Wandels ein und begründet die Relevanz präventiver Hausbesuche als Instrument zur Erhaltung der Selbstständigkeit im Alter.
2 Selbstständige Lebensführung und Gesundheit im Alter: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen von Prävention und Gesundheitsförderung sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen nach SGB V und XI.
3 Geschichte und Hintergründe zum Präventiven Hausbesuch: Hier wird der PHB als aufsuchendes Beratungskonzept definiert und dessen Kernelemente, wie multidimensionale Assessments und Beziehungsgestaltung, detailliert beschrieben.
4 Kompetenzentwicklung für professionell Pflegende: Dieser Abschnitt analysiert Anforderungen an das Personal, leitet ein Anforderungsprofil ab und stellt Musterinstrumente wie Stellenbeschreibungen und Einarbeitungskonzepte vor.
5 Institutionelle Rahmenbedingungen und Implementierung: Das Kapitel befasst sich mit den organisatorischen Voraussetzungen und notwendigen Vernetzungen im Gesundheitswesen, um den PHB erfolgreich in die Praxis zu überführen.
6 Zusammenfassung und Handlungsempfehlungen: Abschließend werden die zentralen Ergebnisse der Experteninterviews synthetisiert und praktische Empfehlungen für das Personalmanagement und die künftige Ausrichtung des PHB ausgesprochen.
Präventiver Hausbesuch, Gesundheitskompetenz, Pflegefachkraft, Personalmanagement, Selbstständige Lebensführung, Prävention, Gesundheitsförderung, Implementierung, Kompetenzentwicklung, Experteninterviews, Qualitätssicherung, Pflegestützpunkt, Modellprojekt, Altenhilfe, Patientenberatung.
Die Arbeit untersucht das innovative Handlungsfeld „Präventiver Hausbesuch“ für ältere Menschen ohne Pflegebedarf und entwickelt konkrete Instrumente für deren professionelle Implementierung.
Die Schwerpunkte liegen auf der präventiven Gesundheitsförderung bei Senioren, der Kompetenzentwicklung für Pflegefachkräfte sowie der strategischen Personalarbeit in Einrichtungen des Gesundheitswesens.
Ziel ist es, handfeste Empfehlungen und Muster-Arbeitsinstrumente für künftige Leistungsanbieter zu erstellen, um PHB strukturiert in kommunale oder pflegerische Strukturen zu integrieren.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche sowie einem qualitativen Forschungsansatz, der Experteninterviews mit in Modellprojekten tätigen Pflegekräften umfasst.
Der Hauptteil widmet sich theoretischen Grundlagen, der detaillierten Beschreibung des PHB-Konzepts, der Ableitung von Anforderungsprofilen für Personal sowie der Entwicklung von Qualitätsstandards und Einarbeitungskonzepten.
Die wichtigsten Begriffe sind Präventiver Hausbesuch, Gesundheitsförderung, Pflegefachkraft, Personalstrategie, Implementierung, Selbstständigkeit im Alter und Experteninterviews.
Da präventive Hausbesuche ein komplexes und neuartiges Handlungsfeld darstellen, unterstützt eine strukturierte Einarbeitung die fachliche Sicherheit und soziale Integration der neuen Mitarbeiter.
Netzwerke sind essenziell, um als „Türöffner“ bei den Senioren zu fungieren, Informationen zielgerichtet zu verbreiten und ein nachhaltiges Unterstützungssystem für die Ratsuchenden zu schaffen.
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