Bachelorarbeit, 2014
59 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Migration
2.1 Migration und ihre Ursachen
2.2 Das Migrationsgeschehen in Deutschland
2.3 Zur Bezeichnung „Migrationshintergrund“
2.4 Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland
2.5 Notwendigkeit eines kritischen Umgangs bei der Bezeichnung „Menschen mit Migrationshintergrund“
2.6 Der Umgang mit Migration in Deutschland
3 Kultur
3.1 Der Kulturbegriff
3.2 Die Erfindung von Fremdheit – Kultur als Differenzkategorie
3.3 Kulturelle Identität
4 Interkulturalität
4.1 Pluralisierung der Lebenswelten
4.2 Gesellschaftlicher Umgang mit Diversität: zwischen Annerkennung und Ausgrenzung
5 Annäherung an den Kompetenzbegriff in der Sozialen Arbeit
6 Interkulturelles Verständnis in der Sozialen Arbeit
6.1 Der Umgang mit Differenz in der Sozialen Arbeit
6.2 Interkulturelle Orientierung und Öffnung
6.3 Soziale Arbeit im Migrationskontext
6.4 Zugangsbarrieren deutscher Sozialarbeiter_innen zur Migrantenklientel?
6.4.1 Multiethnische Teams
6.5 Elemente und Ebenen interkultureller Kompetenz
6.6 Interkulturelle Kompetenz als Schlüsselkompetenz Sozialer Arbeit? – eine kritische Auseinandersetzung
7 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz interkultureller Kompetenz als Schlüsselkompetenz für die Soziale Arbeit in der modernen Migrationsgesellschaft, unter kritischer Beleuchtung der Begrifflichkeiten und theoretischen Grundlagen.
3.2 Die Erfindung von Fremdheit – Kultur als Differenzkategorie
Wie bereits anfangs des Kapitels erwähnt, verwerfen einige Erziehungswissenschaftler_innen den Begriff der Kultur. Durch dessen Gebrauch befürchten sie eine Kulturalisierung von gesellschaftlichen Problemlagen (vgl. Auernheimer 2012, S. 76). Diese Verunsicherung leitet sich von der Erkenntnis ab, dass der Differenzdiskurs zur Exotisierung und Ausgrenzung beigetragen hat, so der Ethnologe Schiffauer (vgl. ebd.). Daher möchte ich im Folgenden das Verständnis und die Erfindung von Fremdheit im Kontext der Kultur näher ausführen.
Kultur definiert sich in der Abgrenzung und dem Verhältnis zu anderen Kulturen (vgl. Gemende u.a. 1999, S. 13). Ausgehend von der eigenen kulturellen Identität wird so zwischen dem eigenen Vertrauten sowie dem fremden Unbekannten unterschieden (vgl. Wimmer 1997, o.S.). Das Sprechen über den „Migrationshintergrund“ und die damit verbundene kulturelle Differenz reproduziert folglich die Unterscheidung zwischen den als „normalen Deutschen“ angesehenen und denjenigen, die auf Grund ihres Migrationshintergrundes nicht dazugehören. Durch die sich wiederholende Bezugnahme auf das „Fremde“ wird der Gebrauch des „Wir“ und „des Anderen“ am Leben gehalten (vgl. Munsch 2014, S. 70). Durch die Konstruktion des „Anderen“ oder „Fremden“ werden andere Kulturen nicht so wahrgenommen, wie sie wirklich existieren, da es zu Fremdzuschreibungen kommt. Die Wahrnehmung des „Fremden“ wird ebenfalls durch eigene Erwartungen, Ängste oder Wünsche beeinflusst (vgl. Gemende u.a. 1999, S. 14). Georg Auernheimer spricht hierbei von einer „Konstruktion von Fremdheit“ (vgl. Auernheimer 2012, S. 77).
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz interkultureller Kompetenz vor dem Hintergrund des sozialen Wandels und der Zuwanderung in Deutschland ein.
2 Migration: Es werden Formen und Ursachen von Migration sowie die soziologische Bedeutung des Begriffs „Migrationshintergrund“ erörtert.
3 Kultur: Dieses Kapitel kritisiert einen homogenen Kulturbegriff und beleuchtet Kultur als dynamisches Konstrukt und Differenzkategorie.
4 Interkulturalität: Es werden Modelle interkultureller Interaktion sowie die Pluralisierung der Lebenswelten als gesellschaftliche Realität analysiert.
5 Annäherung an den Kompetenzbegriff in der Sozialen Arbeit: Eine theoretische Fundierung des Kompetenzbegriffs und dessen Bedeutung für das Handeln in pädagogischen Berufen.
6 Interkulturelles Verständnis in der Sozialen Arbeit: Analyse der Herausforderungen für Sozialarbeiter, wie Zugangsbarrieren und die Notwendigkeit reflexiver Haltungen in der Arbeit mit Migranten.
7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende kritische Reflexion darüber, warum interkulturelle Verständigung eine grundlegende Haltung der Sozialen Arbeit sein sollte.
Interkulturelle Kompetenz, Soziale Arbeit, Migration, Migrationshintergrund, Kulturverständnis, Pluralisierung, Lebenswelten, Differenzakzeptanz, Identität, Interkulturelle Öffnung, Fremdheit, Diskriminierung, Fachkraft, Reflexion, Gesellschaft.
Die Bachelorarbeit setzt sich mit der Frage auseinander, ob und warum interkulturelle Kompetenz als eine wesentliche Schlüsselkompetenz für die professionelle Soziale Arbeit in Deutschland betrachtet werden muss.
Die Arbeit verknüpft die Bereiche Migration, Kulturbegriff, Interkulturalität und Kompetenztheorie miteinander, um daraus Anforderungen für das sozialarbeiterische Handeln abzuleiten.
Das Ziel ist es, aktuelle theoretische Grundlagen zu erarbeiten, um zu begründen, inwieweit eine interkulturelle Ausrichtung der Sozialen Arbeit zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen beiträgt.
Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, um den theoretischen Rahmen zu spannen und die verschiedenen Konzepte der Interkulturalität kritisch zu hinterfragen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Analysen zur Migration, den Kulturbegriff als Differenzkategorie und die Anwendung dieser Erkenntnisse auf das spezifische Berufsfeld der Sozialen Arbeit inklusive der Analyse von Barrieren und Kompetenzanforderungen.
Die zentralen Begriffe sind Interkulturelle Kompetenz, Soziale Arbeit, Migrationsgesellschaft, Reflexivität, Differenzakzeptanz und interkulturelle Öffnung.
Die Arbeit weist darauf hin, dass der Begriff oft zu einer Stigmatisierung führt und die Heterogenität der betroffenen Personen ausblendet, da er als Kategorisierungsinstrument agiert.
Die Autorin bevorzugt den Begriff "Verständigung", da er den Prozesscharakter und die gegenseitige Aushandlung zwischen den Beteiligten stärker betont als der oft als "Zauberformel" oder rein erlernbares Zusatzwissen kritisierte Kompetenzbegriff.
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