Studienarbeit, 2018
145 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Aufgabenstellung
1.3 Vorgehensweise
1.4 Hinweise zur Nomenklatur
2 Grundlagen
2.1 Automatisierungstechniken in CATIA V5
2.1.1 Duplicated Geometrical Feature Set
2.1.2 Power Copy
2.1.3 Makros
2.1.4 Applikationen
2.1.5 Reactions
2.2 Parametrisch-assoziative Konstruktionsmethode
2.3 Strukturmechanik von Spritzgussbauteilen
2.4 Gestaltungsregeln zur Konstruktion von Spritzgussbauteilen
2.5 CAx-integrierte FEM-Simulation
2.5.1 Notwendigkeit der Lösung von nichtlinearen Systemen
2.5.2 Vorteile der CAx-integrierten Simulation
2.5.3 Simulationsumgebungen in CATIA V5
2.5.4 Vernetzungsmethoden
2.6 Topologieoptimierung
3 Methodisches Vorgehen
3.1 Anforderungen an den Prozess
3.2 Umsetzung der Rippenkonstruktion
3.3 Umsetzung der Domkonstruktion
3.4 Erstellung der Rippenstruktur
3.5 Modellerstellung zur Anwendung der FEM
4 CATVBA Module
4.1 Voraussetzungen zum Start der Module
4.2 Ablaufsteuerung
4.3 Berechnung
4.4 Konturerzeugung mit Setzalgorithmus
4.5 Flächenerzeugung
4.6 Volumenerzeugung
4.7 Funktionen und Unterprogramme
5 Anwendung des Optimierungstools
5.1 Nutzungsanleitung
5.2 Beispieloptimierung eines Bauteils
6 Zusammenfassung
7 Ausblick
Ziel dieser Studienarbeit ist die Erarbeitung einer Methodik zur automatisierten Struktur- und Bauteiloptimierung von Kunststoffspritzgussteilen. Durch die Integration von CAD (CATIA V5) und CAE (Abaqus) in einen prozesssicheren, parametrisch-assoziativen Workflow soll eine effiziente Verrippungsstrategie entwickelt werden, die den Anforderungen an eine fertigungsgerechte Konstruktion bei gleichzeitig optimaler Ausnutzung der mechanischen Belastbarkeit entspricht.
2.3 Strukturmechanik von Spritzgussbauteilen
Beim Einwirken einer Kraft auf ein Bauteil ist die dabei erzielte Verformung eine wichtige Kenngröße. Aus dem Verhältnis von Kraft zu Verformung wird die Steifigkeit bestimmt. Die Biegesteifigkeit ist dabei proportional zum Elastizitätsmodul des Werkstoffes und dem Flächenträgheitsmoment des beanspruchten Querschnittes:
K ~ E · I
Wie in Abbildung 2-4 ersichtlich, besitzen Kunststoffe im Vergleich zu Metallen einen deutlich geringeren Elastizitätsmodul. Auch der E-Modul, der durch den Zusatz von Kurzfasern entstehenden faserverstärkten Kunststoffe (FVK), liegt nur geringfügig höher. Für eine ausreichende Biege- und Torsionssteifigkeit müssen deshalb konstruktive, formgebende Maßnahmen ergriffen werden. Als besonders effektiv haben sich dabei die Verwendung von Sicken und Rippen herausgestellt. Beides kann im Spritzgussprozess, unter Beachtung der Gestaltungsregeln für Kunststoffbauteile, relativ einfach realisiert werden.
Das Flächenträgheitsmoment eines Bauteils ist abhängig vom Querschnitt. Wird als Basis eines auf Biegung belasteten Bauteils ein rechteckiger Querschnitt herangezogen, berechnet sich das Flächenträgheitsmoment mithilfe folgender Formel:
I = (B · H³) / 12
Daraus wird deutlich, dass die Höhe des betrachteten Querschnittes in dreifacher Potenz in das Flächenträgheitsmoment und damit auch in die Steifigkeit eingeht. Somit ist die Erhöhung der Wanddicke deutlich effektiver als die Beeinflussung des E-Moduls, der nur einen linearen Einfluss auf die Steifigkeit besitzt. Eine vergrößerte Wanddicke wirkt sich allerdings negativ auf die Abkühlzeiten und damit auf die Fertigungszeiten aus. Aus diesem Grund wird die Steifigkeitserhöhung durch Rippen bzw. Sicken der Wanddickenvergrößerung vorgezogen.
1 Einleitung: Beschreibt die Motivation zur Gewichtsoptimierung von Bauteilen in der Automobilindustrie und definiert die Aufgabenstellung der Arbeit zur Entwicklung eines automatisierten CAD-CAE-Workflows.
2 Grundlagen: Erläutert Automatisierungsmöglichkeiten in CATIA V5, die parametrisch-assoziative Konstruktionsweise, strukturelle Mechanik von Kunststoffen sowie theoretische Hintergründe zur FEM-Simulation und Topologieoptimierung.
3 Methodisches Vorgehen: Definiert die Anforderungen an den Prozess und beschreibt die methodische Umsetzung der Rippen- und Domkonstruktion sowie die Vorbereitung des FEM-Modells.
4 CATVBA Module: Detailliert die Programmstruktur und Funktionsweise der einzelnen Makro-Module wie Ablaufsteuerung, Berechnung, Konturerzeugung und Flächenerzeugung.
5 Anwendung des Optimierungstools: Bietet eine praktische Anleitung zur Nutzung des entwickelten Tools und dokumentiert eine Beispieloptimierung eines Bauteils.
6 Zusammenfassung: Fasst die Ergebnisse der Arbeit zusammen und bewertet die entwickelte Methodik hinsichtlich der erreichten CAD-CAE-Integration.
7 Ausblick: Skizziert potenzielle Erweiterungsmöglichkeiten der Methodik, wie die Einbeziehung weiterer Konstruktionsfälle oder eine verbesserte graphische Benutzerführung.
CAD, CAE, CATIA V5, Abaqus, FEM-Simulation, Spritzguss, Rippenkonstruktion, Automatisierung, CATVBA, Strukturmechanik, Parametrisch-assoziative Konstruktion, Topologieoptimierung, Bauteiloptimierung, Kunststoffbauteile, Fertigungsgerechte Gestaltung
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entwicklung einer Methodik zur automatisierten strukturellen Optimierung von Kunststoffspritzgussteilen durch eine enge Kopplung von CAD- und CAE-Systemen.
Die zentralen Felder umfassen die Automatisierung in CATIA V5, die strukturmechanische Auslegung von Kunststoffteilen mittels Finite-Elemente-Methode (FEM) sowie die fertigungsgerechte Gestaltung von Rippenstrukturen.
Ziel ist die Erstellung einer Umgebung, die es ermöglicht, Rippenkonfigurationen basierend auf wirkenden Belastungen automatisiert zu optimieren, um so eine zeitsparende und prozesssichere Entwicklung zu gewährleisten.
Es kommt ein iterativer Optimierungsprozess zum Einsatz, der durch ein CATVBA-Makro gesteuert wird, welches CATIA V5 mit dem FEM-Solver Abaqus zur Berechnung nichtlinearer Systeme verknüpft.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Automatisierung und Strukturmechanik, das methodische Vorgehen bei der Konstruktion und Vernetzung sowie die detaillierte Programmierung der einzelnen CATVBA-Module.
Kernbegriffe sind CAD-CAE-Integration, Automatisierung, Rippenkonstruktion, Spritzguss, CATVBA, FEM-Simulation und Strukturoptimierung.
CATVBA wurde gewählt, da es eine strukturierte Unterteilung in Module erlaubt, benutzerfreundlicher als der interne Makro-Editor ist und die Erstellung eigener graphischer Oberflächen sowie das Debugging komplexer Prozesse ermöglicht.
Die Arbeit umgeht die Problematik komplexer organischer Strukturen durch eine regelbasierte Rippenkonstruktion, die eine Entformung in der Hauptentformungsrichtung ermöglicht, anstatt additive Fertigungsverfahren zu erzwingen.
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