Bachelorarbeit, 2014
73 Seiten, Note: 1,3
Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft
1. Einleitung
2. Das Dandytum – die Entstehung des Begriffs
2.1 Vorreiter des Dandytums
2.2 Beau Brummel als Urbild des Dandys
2.3 Der Dandy im fin de siècle
3. Dandyismus bei Oscar Wilde und Christian Kracht
3.1 Oscar Wilde
3.1.1 Kunstverständnis
3.1.2 Selbstinszenierung
3.2. Christian Kracht
3.2.1 Popkultur und Popliteratur
3.2.2 Intermediale Inszenierungen in der Popkultur
4. Vergleich: Dandy-Figuren in The Picture of Dorian Gray und Faserland
4.1 Ästhetizismus
4.2 Hedonismus und Müßiggang
4.3 Zynismus und Provokation
4.4 Kälte und Affektkontrolle
5. Fazit und Schlussbetrachtung
Die Arbeit untersucht, ob in der Popliteratur der 1990er Jahre, exemplarisch anhand von Christian Krachts Roman Faserland, eine Wiedergeburt des historischen Dandy-Phänomens stattfindet, und vergleicht diese mit dem literarischen Dandyismus im fin de siècle am Beispiel von Oscar Wildes The Picture of Dorian Gray.
2.2 Beau Brummel als Urbild des Dandys
„Er wäre wohl in den Tiefen der Geschichte vergessen worden, hätte sich nicht Barbey d’Aurevilly seiner angenommen.“ Die Rede ist von George Bryan Brummel, der in der ersten und grundlegenden Arbeit über den Dandyismus aus dem Jahre 1844 behandelt wird. Der Franzose Barbey d’Aurevilly schreibt das Essay über Brummel anlässlich seines Todes im Jahre 1840. Im Vorfeld ist bereits deutlich geworden, dass es schon vor Brummel Dandys gab, mit ihm wird jedoch Ende des 18. Jahrhunderts das „Ur-Bild des englischen Dandyismus geboren“. Der ursprünglich eher negativ konnotierte Dandy-Begriff erfährt laut Günter Erbe durch Brummel eine entscheidende Aufwertung.
George Bryan Brummel wird am 7. Juni 1778 als Sohn des Esquire William Brummel in Westminster geboren und stammt aus bürgerlichen Verhältnissen. Sein Vater bringt es zu einigem Wohlstand, schickt seine Kinder auf Eliteschulen und vererbt ihnen nach seinem Tod eine ansehnliche Summe Geld. Bereits während seiner Zeit am Eton College fällt Brummel durch seine kühlen Umgangsformen und die sorgfältige Auswahl seiner Kleidung auf. Anschließend studiert er ein Trimester in Oxford, wo er sich jedoch anstatt seines Studiums eher „der Pflege und Besonderheit seiner Garderobe, blasierter Gelassenheit sowie rhetorischer Gewandtheit und ironischer Ausdrucksweise“ zuwendet. Er verlässt Oxford nach kurzer Zeit, um als Fähnrich ins 10. Husarenregiment unter dem Befehl des Prince of Wales, dem späteren König George IV, einzutreten. Letzterer empfindet eine spontane Zuneigung gegenüber Brummel und führt ihn in die „anspruchsvollste Fashionwelt“ ein.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Figur des Dandys ein und formuliert die Forschungsfrage, ob eine „Wiedergeburt“ des Dandys in der modernen Popliteratur, insbesondere bei Christian Kracht, unter den Bedingungen der Massenkultur möglich ist.
2. Das Dandytum – die Entstehung des Begriffs: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung des Dandy-Phänomens nach, von den frühen Vorreitern über George Brummel bis hin zu den dekadenten Ausprägungen im fin de siècle.
3. Dandyismus bei Oscar Wilde und Christian Kracht: Hier werden die Biografien und ästhetischen Auffassungen der beiden Autoren beleuchtet, wobei der Fokus auf Wildes Ästhetizismus und Krachts intermedialen Inszenierungen in der Popliteratur liegt.
4. Vergleich: Dandy-Figuren in The Picture of Dorian Gray und Faserland: In diesem Hauptteil werden die Romane anhand zentraler Motive wie Ästhetizismus, Hedonismus, Zynismus und Kälte systematisch verglichen, um Parallelen und Unterschiede zwischen den Figuren aufzuzeigen.
5. Fazit und Schlussbetrachtung: Das Fazit beantwortet die zentrale Fragestellung und stellt fest, dass aufgrund veränderter gesellschaftlicher Bedingungen nur bedingt von einer „Wiedergeburt“ gesprochen werden kann, auch wenn die Idee des Dandys als Inszenierungskünstler fortbesteht.
Dandy, Dandytum, Ästhetizismus, Popliteratur, Oscar Wilde, Christian Kracht, Faserland, The Picture of Dorian Gray, Fin de Siècle, Dekadenz, Hedonismus, Selbstinszenierung, Massenkultur, Moderne, Exzentrik.
Die Arbeit untersucht die historische Figur des Dandys und deren mögliche Wiederkehr in der deutschen Popliteratur der 1990er Jahre, konkret anhand von Christian Krachts Roman Faserland, im Vergleich zu Oscar Wildes The Picture of Dorian Gray.
Zu den Kernbereichen gehören die Geschichte des Dandyismus, die ästhetische Lebensführung, die Rolle von Konsum und Marken im Kontext von Identitätsstiftung sowie die mediale Selbstinszenierung von Schriftstellern.
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob moderne Popliteraten wie Christian Kracht als „moderne Dandys“ bezeichnet werden können und ob diese Figur unter den Bedingungen des heutigen Massenkonsums ihren historischen Vorbildern noch gerecht wird.
Die Arbeit basiert auf einer stoff- und motivgeschichtlichen Analyse des Dandy-Phänomens sowie einer vergleichenden Textanalyse der beiden Primärwerke.
Der Hauptteil gliedert sich in vier inhaltliche Teilbereiche: Ästhetizismus, Hedonismus und Müßiggang, Zynismus und Provokation sowie Kälte und Affektkontrolle, die in den Romanen von Wilde und Kracht gegenübergestellt werden.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Dandyismus, Ästhetizismus, Dekadenz, Popliteratur, Selbstinszenierung, Konsumkritik und Identitätsstiftung beschreiben.
Während der historische Dandy des fin de siècle durch Exzentrik auffällt und sich gegen bürgerliche Normen abgrenzt, bedient sich der moderne Dandy bei Kracht standardisierter Markenprodukte und einer durch mediale Inszenierung geprägten „Corporate Identity“.
In beiden Werken dient die Flucht vor der ungeliebten Realität – etwa durch Drogen, Alkohol oder die Konstruktion fiktiver Welten – als zentraler Mechanismus der Protagonisten, um ihren Dandy-Status und ihre innere Leere (Ennui) zu verwalten.
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass man nur sehr bedingt von einer „Wiedergeburt“ sprechen kann, da sich die gesellschaftlichen Bedingungen so drastisch verändert haben, dass ein kompromissloses dandyistisches Verhalten nach dem Vorbild Brummels oder Wildes heute kaum noch praktikabel ist.
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