Masterarbeit, 2015
53 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Zur Notwendigkeit der Lesemotivationsförderung in der Grundschule
3. Terminologische Auseinandersetzung
3.1 Lesefreude, Leseinteresse, Lesemotivation
3.2 Konzepte zur Lesemotivation im Vergleich
4. Für die schulische Praxis relevante Erkenntnisse aus Lesemotivationsforschung und Lesedidaktik
4.1 Zur Lesemotivationsstudie von Richter und Plath
4.2 Gestaltung einer gesamtschulischen Lesekultur
4.3 Lesemotivationsförderung im Deutschunterricht
4.3.1 Aufforderung zum Schmökern
4.3.2 Offener Leseunterricht
4.3.3 Auswahl der Unterrichtslektüre
4.3.4 Praxis des Vorlesens
4.3.5 Vorlesegespräche und der Einsatz von Bilderbüchern
4.3.6 Förderung von Anschlusskommunikation
4.4 Entwicklung eines Selbstkonzepts als LeserIn
5. Fazit
6. Literaturverzeichnis
Die Arbeit untersucht Möglichkeiten an Grundschulen zur Realisierung und Förderung der Lesemotivation, wobei der Fokus auf Ansätzen liegt, die eine intrinsische Lesemotivation stärken und das Lesen als wertvollen, bereichernden Prozess etablieren, statt es lediglich als kognitive Kulturtechnik zu begreifen.
4.3.1 Aufforderung zum Schmökern
Ein besonders aktuelles Konzept für den Literaturunterricht an Grundschulen stellt die der Output-Orientierung von Bildung in hohem Maße widersprechende Forderung nach Animation der SchülerInnen zum Schmökern dar, wie sie unter anderem von Kaspar H. Spinner vertreten wird. Auch wenn der Begriff des Schmökerns in der Fachliteratur der Lesedidaktik gegenwärtig eher nicht zu finden ist, betonen die Verfechter dieser Art des Eintauchens in die literarische Welt dennoch ihre hohe Bedeutung für die Leseförderung.
In seinem Artikel Lassen wir die Kinder schmökern?!, in welchem Spinner dafür plädiert, unter der Leseförderung in der Grundschule nicht nur noch die Vermittlung von Lesestrategien zu verstehen, beschreibt er den Begriff des Schmökerns als ein Handeln, welches keinen intentionalen Zweck verfolgt: „Wer schmökert, überlässt es dem Zufall, blättert herum, vertieft sich in Textstellen wie er gerade Lust hat, und genießt die Freiheit, nicht zweckorientiert handeln und etwas erreichen zu müssen“ (Spinner 2015, 189). Schlüsselbegriffe aus dem Feld der Lesetheorie, wie Überwachung des Leseprozesses, Monitoring oder metakognitive Selbstregulation spielen dabei keine Rolle (vgl. Spinner 2015, 189). Dennoch betont Spinner die Bedeutsamkeit dieses Handelns: ein zielloses Herumschmökern in Büchern, ob in der (Schul-)Bibliothek oder eben auch dem Klassenzimmer, sei im besten Fall ein solches atmosphärisches Erleben, dass es – ohne dabei wirklich ins Bewusstsein zu dringen – einen positiven emotionalen Bezug zum Lesen unterstützen könne (vgl. ebd., 191f.).
1. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Komplexität des Lesens als Schlüsselkompetenz und begründet das Ziel der Arbeit, Möglichkeiten der Lesemotivationsförderung an Grundschulen zu erörtern.
2. Zur Notwendigkeit der Lesemotivationsförderung in der Grundschule: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Lesesozialisation und begründet, warum Lehrkräfte Wissen darüber benötigen, um Lesemotivation nachhaltig zu fördern.
3. Terminologische Auseinandersetzung: Es erfolgt eine Definition und Abgrenzung der Begriffe Lesefreude, Leseinteresse und Lesemotivation sowie ein Vergleich bestehender theoretischer Konzepte.
4. Für die schulische Praxis relevante Erkenntnisse aus Lesemotivationsforschung und Lesedidaktik: Dieser Hauptteil analysiert praxisorientierte Ansätze wie die Gestaltung einer Lesekultur, den offenen Leseunterricht, die Wahl der Unterrichtslektüre, die Praxis des Vorlesens sowie die Förderung der Anschlusskommunikation.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Leseförderung eine nachhaltige und langfristige Aufgabe ist, die nicht in kurzzeitigen Projekten aufgehen darf, sondern in den Unterrichtsalltag integriert werden muss.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Lesemotivation, Leseförderung, Grundschule, Lesesozialisation, Lesedidaktik, Deutschunterricht, Lesefreude, Leseinteresse, Vorlesen, Bilderbuch, Lesekultur, Selbstkonzept, Literaturvermittlung, Bildungskontext, intrinsische Motivation.
Die Masterarbeit befasst sich mit der theoretischen Fundierung und den praktischen Möglichkeiten der Lesemotivationsförderung im Deutschunterricht der Grundschule.
Die zentralen Felder umfassen die Lesesozialisation, die terminologische Klärung von Lesemotivation und -interesse, die Gestaltung einer gesamtschulischen Lesekultur sowie spezifische didaktische Methoden.
Ziel ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Grundschullehrkräfte die Lesemotivation ihrer Schülerinnen und Schüler aufbauen, stärken und kontinuierlich erhalten können.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Lesemotivationsforschung und didaktischer Konzepte (u.a. der Erfurter Studie von Richter/Plath).
Der Hauptteil widmet sich konkreten Praxisanregungen, unter anderem der Rolle des Vorlesens, der Bedeutung von Bilderbüchern, dem Konzept des offenen Leseunterrichts und der Förderung der Anschlusskommunikation.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Lesemotivation, Lesesozialisation, Grundschule, Leseförderung und die Förderung eines positiven Selbstkonzepts als LeserIn.
Die Arbeit hebt hervor, dass die emotionale Lesemotivation das stabilste Leseverhalten erzeugt und somit die wichtigste Voraussetzung für eine dauerhafte Leselust ist.
Die Arbeit konstatiert, dass die Familie die erste und wirksamste Sozialisationsinstanz ist, die Schule jedoch die wichtige Aufgabe hat, durch gezielte Förderung Defizite aus dem familiären Umfeld auszugleichen.
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