Doktorarbeit / Dissertation, 2001
312 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Entdeckungszusammenhang
1.2 Fragestellung und Untersuchungsgegenstand
1.3 Forschungslogik und Konzeptspezifikation
2. Theoretische Überlegungen und aktueller Forschungsstand
2.1 Theoretische Modelle der Morbidität und Mortalität
2.2 Epidemiologische Großstudien und ihr Beitrag zur Fragestellung
2.3 Forschungsstand zu möglichen Einflußgrößen der Mortalität
2.3.1 Vertikal-strukturierende Einflußgrößen
2.3.1.1 Soziale Schicht
2.3.1.2 Bildung
2.3.1.3 Einkommen
2.3.1.4 Berufliche Stellung
2.3.2 Horizontal-strukturierende Einflußgrößen
2.3.2.1 Geschlecht
2.3.2.2 Konfession
2.3.2.3 Alter
2.3.2.4 Familienstand
2.3.2.5 Genetische und biologische Faktoren
2.3.2.6 Wohnort
2.3.3 Lebensstilstrukturierende Einflußgrößen
2.3.3.1 Body-Mass-Index und Adipositas
2.3.3.2 Tabakkonsum
2.3.3.3 Passivrauchen
2.3.3.4 Alkoholkonsum
2.3.3.5 Physische Aktivität
2.3.3.6 Schlafdauer
2.3.3.7 Netzwerkdichte und –qualität
2.3.3.8 Streß
2.3.3.9 Inanspruchnahmeverhalten
2.3.4 Medizinische Kontrollvariablen
2.3.4.1 Gesundheitszustand
2.3.4.2 Hypertonie
2.3.4.3 Diabetes mellitus
2.3.4.4 Cholesterinparameter
2.3.4.5 Pulsfrequenz
2.4 Anmerkungen zu aktuellen Forschungsdefiziten
2.5 Zusammenfassung
3. Hypothesen
3.1 Systematisierung möglicher Einflußgrößen auf die Mortalität
3.2 Hypothesen zu möglichen Einflußgrößen auf die Mortalität
3.3 Zusammenfassung
4. Daten und Methoden
4.1 Datengrundlage
4.1.1 Das WHO-MONICA-Projekt
4.1.2 Konstruktion der Datengrundlage
4.1.3 Variablenkonstruktion und Verteilungskontrolle
4.1.3.1 Vorbemerkungen zur Codierung der Variablen
4.1.3.2 Vertikal-strukturierende Variablen
4.1.3.3 Horizontal-strukturierende Variablen
4.1.3.4 Lebensstilstrukturierende Variablen
4.1.3.5 Medizinische Kontrollvariablen
4.1.3.6 Abhängige Variablen
4.1.4 Externe Validierung
4.2 Methoden
4.2.1 Analysenmethoden zum Beziehungsgefüge zwischen Lebensbedingungen und Lebensstil
4.2.2 Multivariate Verlaufsdatenanalyse
4.3 Daten- und Methodenrestriktionen
4.4 Zusammenfassung
5. Empirische Analysen
5.1 Analysen zum Schichteinfluß
5.1.1 Ergebnisse
5.1.2 Interpretation
5.2 Analysen zum Geschlechtseinfluß
5.2.1 Ergebnisse
5.2.2 Interpretation
5.3 Analysen zum Konfessionseinfluß
5.3.1 Ergebnisse
5.3.2 Interpretation
5.4 Analysen zum Familienstandseinfluß
5.4.1 Ergebnisse
5.4.2 Interpretation
5.5 Analysen zum Wohnorteinfluß
5.5.1 Ergebnisse
5.5.2 Interpretation
5.6 Analysen zum Netzwerkeinfluß
5.6.1 Ergebnisse
5.6.2 Interpretation
5.7 Zusammenfassende Analysen zur Mortalität (Gesamtbetrachtung)
5.7.1 Ergebnisse
5.7.2 Interpretation des Gesamtzusammenhanges
6. Schlußfolgerungen und Überlegungen zum Verwertungszusammenhang
Diese Arbeit untersucht die soziale Ungleichheit der Mortalität unter Verwendung des WHO-MONICA-Datensatzes. Ziel ist es, die absolute und relative Bedeutung soziologischer Dimensionen wie Sozialschicht, Geschlecht, Alter, Konfession, Familienstand und Netzwerkstruktur für das Sterberisiko zu erhellen und durch eine Verfeinerung dieser Dimensionen die hinter den makrosoziologischen Strukturen wirksamen Prozesse wie Integration, soziale Kontrolle und lebensstiltypisches Verhalten zu eruieren.
1.1 Entdeckungszusammenhang
Eine große - wenn nicht die größte - gesellschaftliche und sozialpolitische Herausforderung der Zukunft wird von einer Entwicklung ausgehen, die gemeinhin als ‘demographische Alterung unserer Gesellschaft’ (Dinkel, 1992: 62) bezeichnet wird. Bereits jetzt, zu Beginn des 21. Jahrhunderts, kann angenommen werden, daß die demographische Alterung langfristig zu einem zentralen Thema soziologischer Forschung emergieren wird.
Die besagte Entwicklung resultiert aus erheblich gesunkenen Geburtenraten, aus dem Rückgang der Sterblichkeit in jungen Jahren und vor allem aus der Zunahme der Lebenserwartung. Nur wenige demographische Entwicklungen haben das Leben der Menschen so grundsätzlich verändert wie der Wandel des Mortalitätsprozesses. Hiervon werden mannigfaltige und tiefgreifende Auswirkungen auf das gesellschaftliche, soziale und wirtschaftliche Leben in der Bundesrepublik Deutschland (und anderen westlichen Industrienationen) ausgehen. Dabei ist eine Lebenserwartung bis ins hohe Seniorenalter historisch gesehen ein vergleichsweise junges Phänomen des vergangenen 20. Jahrhunderts. Während in davorliegenden Jahrhunderten der Tod angesichts jederzeit drohender Infektionskrankheiten (wie Pocken, Typhus, Cholera, Fleckfieber und Pest) nahezu unberechenbar war und jederzeit eintreten konnte, ist der Tod heute zunehmend an den Rand des Lebens gedrängt worden. Die Wahrscheinlichkeit, alt zu werden, hat sich markant erhöht (Höpflinger, 1997: 143). Das Leben wurde planbar; Investitionen in Bildung, soziale Netzwerke und eine monetäre Altersvorsorge wurden kalkulierbar. Begünstigende Faktoren waren hierbei medizinische und technische Fortschritte, qualitative Verbesserungen der Hygiene, der Arbeitsbedingungen und der Ernährung sowie eine bessere Betreuung der Kinder infolge einer zurückgehenden Geburtenrate (Feldmann, 1997: 47ff). Die Fortschritte der öffentlichen Gesundheitspflege in Form der Kanalisation, der Abwasserklärung, der Müllentsorgung, der Einrichtung öffentlicher Parks und der Schulspeisungen taten ein übriges (Gerhardt, 1993: 33). Angesichts einer anhaltenden Zunahme der Lebenserwartung wird die Forderung innerhalb (und auch außerhalb) der Scientific Community immer lauter, Faktoren zu identifizieren, die eine hohe Lebenserwartung begünstigen, und Einflüsse zu benennen, die einem langen Leben abträglich sind.
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die demographische Alterung der Gesellschaft ein und stellt die Relevanz der Untersuchung sozialer Ungleichheit auf die Mortalität sowie die Zielsetzung der Arbeit dar.
2. Theoretische Überlegungen und aktueller Forschungsstand: Hier werden theoretische Modelle zur Morbidität und Mortalität diskutiert und der aktuelle Forschungsstand zu verschiedenen Einflussgrößen kritisch aufgearbeitet.
3. Hypothesen: In diesem Teil werden basierend auf den theoretischen Überlegungen die zu testenden Hypothesen systematisiert und expliziert.
4. Daten und Methoden: Dieses Kapitel beschreibt die Datengrundlage des WHO-MONICA-Projekts sowie die angewandten statistischen Verfahren zur Analyse.
5. Empirische Analysen: Das Herzstück der Arbeit, in dem die bivariaten und multivariaten Analysen zu den verschiedenen Einflussgrößen durchgeführt und detailliert interpretiert werden.
6. Schlußfolgerungen und Überlegungen zum Verwertungszusammenhang: Zusammenführung der Ergebnisse und Diskussion ihrer Bedeutung für die künftige sozialpolitische und wissenschaftliche Praxis.
Mortalität, Morbidität, Soziale Ungleichheit, Lebensbedingungen, Lebensstil, WHO-MONICA-Projekt, Sozialschicht, Bildung, Einkommen, Berufliche Stellung, Familienstand, Konfession, Netzwerkqualität, Epidemiologie, Gesundheitswesen
Die Arbeit analysiert soziologische Einflussfaktoren auf die Mortalität unter Verwendung von epidemiologischen Daten des WHO-MONICA-Projekts.
Zu den zentralen Themen gehören die Bedeutung sozioökonomischer Faktoren (Sozialschicht, Bildung, Einkommen, Beruf), horizontaler Strukturmerkmale (Geschlecht, Konfession, Alter, Familienstand, Wohnort) sowie individueller Lebensstilfaktoren für das Sterberisiko.
Das primäre Ziel ist es, die absolute und relative Bedeutung grundlegender soziologischer Dimensionen für die Mortalität zu identifizieren und die hinter makrosoziologischen Strukturen wirksamen Prozesse (Integration, soziale Kontrolle, Lebensstil) zu erklären.
Der Autor nutzt ein multivariates Design, insbesondere die Ereignisanalyse bzw. Verlaufsdatenanalyse, um kausale Zusammenhänge unter Kontrolle verschiedener Variablen zu untersuchen.
Im Hauptteil erfolgen nach einer theoretischen Fundierung zunächst eine deskriptive univariate Analyse der Daten und anschließend umfangreiche bivariate sowie multivariate Analysen, unterteilt in thematische Blöcke wie Schichteinfluss, Geschlechtseffekt, Konfession, Familienstand und Wohnort.
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Mortalitätsforschung, soziale Ungleichheit, Lebensstil, epidemiologische Analysen und soziologische Determinanten.
Der Autor wählt diese epidemiologischen Daten, da sie im Gegensatz zu vielen sozialwissenschaftlichen Datensätzen neben sozioökonomischen Variablen auch detaillierte medizinische Parameter enthalten und zudem longitudinal angelegt sind.
Die empirischen Befunde sind uneinheitlich; während sich für Männer kein signifikanter Konfessionseffekt auf die Mortalität zeigt, deutet sich für Frauen bei einigen Modellen ein höherer Mortalitätsrisiko für Nicht-Katholiken an, was jedoch kaum auf die untersuchten Netzwerk- oder psychischen Mechanismen zurückzuführen ist.
Die Analysen bestätigen, dass Verheiratete ein geringeres Mortalitätsrisiko aufweisen, wobei dieser Effekt nur teilweise durch materielle oder lebensstilbezogene Faktoren erklärt werden kann, was für eine protektive Wirkung der Ehe spricht.
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