Bachelorarbeit, 2016
34 Seiten, Note: 2.0
1. Einleitung
2. Konstitutionstypologische Konzepte
3. Konstitutionstypologischer Ansatz von Ernst Kretschmer
3.1 Biographie
3.2 Konstitutionslehre
3.3 Die Körperbautypen
3.3.1 Der leptosome Typ
3.3.2 Der athletische Typ
3.3.3 Der pyknische Typ
3.4 Temperament
3.5 Kritik
4. Konstitutionstypologischer Ansatz von William Sheldon
4.1 Biographie
4.2 Konstitutionslehre
4.3 Die Körperbautypen
4.3.1 Der endomorphe Typ
4.3.2 Der mesomorphe Typ
4.3.3 Der ektomorphe Typ
4.4 Temperament
4.5 Kritik
5. Rezeption in der Sportwissenschaft
5.1 Sporttypologien
5.1.1 Sporttypologie von Kohlrausch
5.1.2 Sporttypologie von Klaus und Noack
5.2 Sportmedizin
5.3 Sportanthropologie
5.4 Konstitutionstypen und Altersleistungen
5.5 Trainingslehre
6. Schlusswort
7. Literaturverzeichnis
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der Konstitutionstypologien von Ernst Kretschmer und William Sheldon auf die Sportwissenschaft des 20. Jahrhunderts, mit dem Ziel aufzuzeigen, inwieweit diese Lehren sportwissenschaftliche Bereiche und anthropometrische Verfahren geprägt haben.
Die Konstitutionslehre
Der Teufel des gemeinen Volkes ist zumeist hager und hat einen dünnen Spitzbart am schmalen Kinn, während die Dickteufel einen Einschlag von gutmütiger Dummheit haben. Der Intrigant hat einen Buckel und hüstelt. Die alte Hexe zeigt ein dürres Vogelgesicht. Wo es heiter und saftig zugeht, da erscheint der dicke Ritter Falstaff, rotnasig und mit spiegelnder Glatze. Die Frau aus dem Volk mit dem gesunden Menschenverstand zeigt sich untersetzt, kugelrund und stemmt die Arme in die Hüften. Heilige erscheinen überschlank, langgliedrig, durchsichtig, blaß und gotisch. (Kretschmer, 1967, S,1)
Diese Zeilen sind die einleitenden Worte aus dem Werk „Körperbau und Charakter”, welches Ernst Kretschmer 1921 veröffentlichte. Sie machen nach Hoberman schon deutlich, dass es Kretschmer beabsichtigte, Alltagspsychologie in einen Zweig der Naturwissenschaften zu integrieren (Hoberman, 1992, p. 250). „Körperbau und Charakter“ machte, laut H.C. Rümke, Ordinarius der Psychiatrie in Amsterdam, Ernst Kretschmer “mit einem Schlage weltberühmt”. Es fand auch außerhalb der Fachgrenzen internationale Beachtung. Der Kunsthistoriker Sir Ernst Gombrich schrieb dazu, das Buch sei „the talk of the day” gewesen (Matz, 2002, S. 3). Das Hauptwerk Kretschmers beschreibt den Zusammenhang zwischen dem Körperbau eines Menschen und seinen charakterlichen Eigenschaften. Kretschmers Absicht war es, die von Kraepelin3 beiden herausgearbeiteten psychischen Hauptgruppen psychiatrischer Erkrankungen mit den ihnen „korrespondierenden Körperbautypen” und deren Entsprechungen mit den „normalpsychologischen Temperamentstypen” nachzuweisen (Kretschmer 1967, S.1). Kretschmers Arbeit stützt sich auf die Forschungen von Kraepelin, der „zwei Gruppen der endogenen Psychose unterschied: Schizophrenie und manisch-depressives Irresein” (Albonico, 1970, S. 41). Kretschmer bemerkte, dass sich die zwei Gruppen auch bezüglich ihres Körperbaus unterschieden und entwickelte aus diesen Beobachtungen seine berühmte Typologie.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die historische Relevanz von Körperbaulehren im Sport ein und skizziert die methodische Auswertung von Literatur zur Untersuchung der Einflüsse von Kretschmer und Sheldon.
2. Konstitutionstypologische Konzepte: Dieser Abschnitt erläutert die geschichtliche Entwicklung und Definition des Konstitutionsbegriffs, von astrologischen Ansätzen bis hin zur medizinischen Temperamentslehre der Antike.
3. Konstitutionstypologischer Ansatz von Ernst Kretschmer: Es werden Biographie, Typologie (leptosom, athletisch, pyknisch) und die Kritik an Kretschmers wissenschaftlichem Vorgehen detailliert dargestellt.
4. Konstitutionstypologischer Ansatz von William Sheldon: Dieses Kapitel behandelt Sheldons Methode des Somatotypings, seine drei Körperbautypen (endomorph, mesomorph, ektomorph) und die wissenschaftliche Einordnung.
5. Rezeption in der Sportwissenschaft: Hier wird der Transfer der Theorien in den Sportbereich, insbesondere in Sporttypologien, Sportmedizin und Trainingslehre, kritisch beleuchtet.
6. Schlusswort: Das Fazit fasst die historische Bedeutung der Lehren zusammen, stellt deren heutige Rolle im Kraftsport dar und reflektiert über den wissenschaftlichen Fortschritt durch neue Technologien.
7. Literaturverzeichnis: Umfassende Auflistung der für die Arbeit herangezogenen Quellen und Sekundärliteratur.
Konstitutionstypologie, Ernst Kretschmer, William Sheldon, Sportwissenschaft, Körperbau, Somatotyp, Temperament, Sportmedizin, Sporttypologie, Anthropometrie, Leistungsdiagnostik, Trainingslehre, Konstitutionslehre, Kraftsport, Körperkonstitution.
Die Arbeit untersucht die historische Bedeutung und den Einfluss der Konstitutionstypologien von Ernst Kretschmer und William Sheldon auf die Sportwissenschaft.
Zentral sind die Darstellung der entwickelten Körpertypen, deren Verknüpfung mit psychischen Temperamenten sowie deren Anwendung in Sporttypologien und anthropometrischen Verfahren.
Das Ziel ist es, einen Überblick über die Bereiche des Sports zu geben, in denen sich Einflüsse der Konstitutionsforschung zeigen, und deren wissenschaftliche Relevanz kritisch zu bewerten.
Die Arbeit basiert auf der systematischen Auswertung relevanter Primär- und Sekundärliteratur zum Thema Konstitutionstypologie und deren Geschichte.
Der Hauptteil vertieft die Lehren von Kretschmer und Sheldon, die anschließende Kritik an ihren Modellen sowie die konkrete Rezeption in Sporttypologien, der Sportmedizin und der modernen Trainingslehre.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Konstitutionstypologie, Somatotyp, Sportwissenschaft, Körperbau und Eignungsdiagnostik charakterisiert.
Während Kretschmer primär psychisch kranke Patienten untersuchte, nutzte Sheldon eine größere Stichprobe gesunder Studenten und entwickelte ein standardisiertes, dimensionales Somatotyping-Verfahren.
Obwohl die wissenschaftliche Basis heute als überholt gilt, finden Sheldons Typenbezeichnungen weiterhin Anwendung im Bodybuilding und Kraftsport zur Erstellung individueller Trainings- und Ernährungspläne.
Die Rezeption reichte von einer anfänglichen Begeisterung zur Identifizierung von Sporttalenten bis hin zu einer Gegenreaktion, die den deterministischen Charakter der Typologien ablehnte und psychische Faktoren stärker betonte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

