Diplomarbeit, 2004
81 Seiten, Note: 2,0
1. Ausgangslage
2. Der Arzneimittelmarkt und der Markt für Orphan Drugs
2.1 Der Arzneimittelmarkt allgemein
2.2 Die Entwicklung von Arzneimitteln
2.3 Orphan Diseases und der Orphan Drug Markt
3. Die Theorie des Markt- und Staatsversagens
3.1 Die Aufgaben des Marktes
3.2 Kriterien für Marktversagen
3.2.1 Externalitäten
3.2.2 Anpassungsmängel
3.3 Nicht-Rationalitäten
3.4 Gerechtigkeit
3.5 Theorie der öffentlichen Güter / meritorischen Güter
3.5.1 Öffentliche Güter
3.5.2 Meritorische Güter
3.6 Staatlicher Eingriffe vs. Staatsversagen
3.7 Technischer Fortschritt (Innovationen)
4. Transformation der Theorie des Marktversagens auf den Markt für Orphan Drugs – Marktversagen auf dem Orphan Drug Markt?
4.1 Rationierungsprobleme im Gesundheitssystem
4.2 Kriterien für Marktversagen
4.2.1 Externalitäten bei Orphan Drugs/Orphan Diseases
4.2.2 Anpassungsmängel
4.3 Nicht-Rationalitäten
4.4 Gerechtigkeit
4.5 Theorie der öffentlichen Güter / meritorischen Güter
4.6 Der Gewährleistungsstaat
4.7 Bewertung von Orphan Drugs
4.8 Existierende Ordnungsrahmen auf dem Arzneimittelmarkt und Anreize für Innovationen
5. Der Orphan Drug Act / Die Orphan Drug Verordnung
5.1 Mögliche alternative Instrumentarien einer Orphan Drug Regelung
5.2 Die Ausgestaltung der Gesetze
5.3 Wirkung des Orphan Drug Acts
5.4 Forderungen der pharmazeutischen Industrie
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den Orphan Drug Act sowie die entsprechende europäische Orphan Drug Verordnung einer fundierten ökonomischen Analyse zu unterziehen. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und inwiefern der Markt für Orphan Drugs unter das klassische Phänomen des Marktversagens fällt und inwieweit staatliche Interventionen auf Basis dieser Theorie sowie gerechtigkeitsethischer Aspekte legitimiert sind.
1. Ausgangslage
Medizinisch-technischer Fortschritt bietet im Gesundheitswesen verbesserte Möglichkeiten in Prävention, Diagnose, Therapie und Rehabilitation. Der technische Fortschritt dürfte einen wesentlichen Baustein bei der Zielvorstellung der Rektangualisierung der Überlebenskurve darstellen, das heißt, Mortalitäts- und vor allem Morbiditätsraten zu verringern.
Dabei zählt der medizinisch-technische Fortschritt, mit dem demographischen Wandel, zu den größten Herausforderungen der Gesundheitssysteme. Die Möglichkeiten medizinischer Innovationen sollten sich, allein schon aus ethischen Gründen, aber nicht nur auf Patienten mit den typischen Volkskrankheiten, wie Herz-/Kreislauferkrankungen, Krebs und Stoffwechselstörungen beschränken, nur weil auf diese Krankheitsgebiete das größte Interesse der forschenden Arzneimittelindustrie fällt.
Von den ca. 30.000 bekannten Krankheiten zählen ungefähr 5.000 zu den seltenen Krankheiten, die bei weniger als einem Tausendstel der Bevölkerung auftreten. In der EU sind schätzungsweise 25 – 30 Mio. Menschen an so genannten Orphan Diseases (Waisenkrankheiten) erkrankt.
Unter normalen Marktbedingungen können die hohen Kosten für die Entwicklung eines Medikaments, das gegen eine seltene Krankheit Wirkung zeigen soll, nicht amortisiert werden. Die Kosten für die Entwicklung eines neuen innovativen Medikaments, beginnend mit der Wirkstoffsuche, über die klinischen Phasen bis zum Zeitpunkt der Vermarktung, sind in den letzten Jahrzehnten stark gestiegen. Mittlerweile belaufen sich die durchschnittlichen Kosten auf über 800 Mio. US $.
1. Ausgangslage: Dieses Kapitel führt in die Thematik der medizinischen Innovationen bei seltenen Krankheiten ein und stellt die Notwendigkeit sowie das Ziel der vorliegenden ökonomischen Analyse des Orphan Drug Acts dar.
2. Der Arzneimittelmarkt und der Markt für Orphan Drugs: Es werden die Besonderheiten des allgemeinen Arzneimittelmarktes, die hohen Kosten der Arzneimittelentwicklung sowie die Charakteristik von Orphan Diseases beleuchtet.
3. Die Theorie des Markt- und Staatsversagens: Das Kapitel bietet eine theoretische Grundlage zum Marktversagen, zu Externalitäten, öffentlichen Gütern, Gerechtigkeitstheorien und dem Konzept des Staatsversagens.
4. Transformation der Theorie des Marktversagens auf den Markt für Orphan Drugs – Marktversagen auf dem Orphan Drug Markt?: Die theoretischen Ansätze werden auf die spezifische Marktsituation von Orphan Drugs angewandt, um zu prüfen, ob ein Marktversagen vorliegt und ob staatliches Handeln gerechtfertigt ist.
5. Der Orphan Drug Act / Die Orphan Drug Verordnung: Hier werden die konkreten rechtlichen Instrumente in den USA und der EU verglichen, ihre Wirkung anhand von Zulassungszahlen untersucht und die Forderungen der Industrie diskutiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass zwar kein eindeutiges klassisches Marktversagen vorliegt, aber psychologische Externalitäten und Gerechtigkeitsaspekte staatliche Anreizmechanismen stützen.
Orphan Drugs, Orphan Diseases, Marktversagen, Staatsversagen, Arzneimittelmarkt, Innovationsanreize, Patentschutz, Forschungs- und Entwicklungskosten, öffentliche Güter, meritorische Güter, Exklusiv-Vermarktungsrecht, Gerechtigkeitstheorie, Gesundheitssystem, Rationierung, Biotechnologie.
Die Arbeit analysiert ökonomisch die Bedingungen und Anreize für die Entwicklung von Medikamenten gegen seltene Krankheiten (Orphan Drugs) und untersucht, ob staatliche Eingriffe durch die Theorie des Marktversagens oder ethische Aspekte gerechtfertigt sind.
Die zentralen Felder sind die Theorie des Marktversagens, die Gesundheitsökonomie, die industrielle Arzneimittelforschung, sowie ordnungspolitische Instrumente zur Förderung von Innovationen.
Das Ziel ist es, die volkswirtschaftliche Grundlage für den sogenannten Orphan Drug Act zu hinterfragen und zu prüfen, ob ein Versagen des Marktes für seltene Leiden tatsächlich vorliegt.
Die Arbeit nutzt die ökonomische Theorie des Marktversagens als analytisches Instrument, ergänzt durch Gerechtigkeitstheorien und eine vergleichende Betrachtung der Gesetzgebung in den USA und der EU.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen des Marktversagens, die Anwendung dieser Kriterien auf Orphan Drugs, eine detaillierte Auswertung der gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie die Wirksamkeit dieser Gesetze.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Marktversagen, Innovationsanreize, Exklusiv-Vermarktungsrecht, Orphan Drugs und Gerechtigkeitstheorien geprägt, die den Kern der ökonomischen und ordnungspolitischen Debatte widerspiegeln.
Die minimale Marktgröße bei seltenen Krankheiten führt dazu, dass unter normalen Marktbedingungen die hohen Forschungs- und Entwicklungskosten nicht amortisiert werden können, was das Ausbleiben privater Innovationen erklärt.
Die Arbeit argumentiert, dass seltene Krankheiten psychologische Externalitäten auslösen (z.B. Mitgefühl/Altruismus), deren mangelnde Internalisierung durch freiwillige Spenden ein staatliches Eingreifen im Sinne eines Marktversagens der freiwilligen Lösung rechtfertigen kann.
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