Examensarbeit, 2005
108 Seiten, Note: sehr gut
1. Einleitung
2. Das System Leistungssport
3. Charakteristik des Kindesalters
3.1 Kinderwelt ist Bewegungswelt
3.2 Spiel als existentielle Grundlage der Kindheit
4. Normumwelt des heranwachsenden Fußballprofis
4.1 Lebensbereich Familie
4.2 Lebensbereich Schule
4.3 Lebensbereich Freizeit
4.4 Lebensbereich Sozialkontakte
4.5 Kurze Zwischenbilanz
4.6 Ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung
4.7 Zeitliche Inanspruchnahme
4.8 Körperliche Beanspruchung
5. Überleitung: Von der Theorie zur Praxis
6. Leistungssport im Kindesalter am Beispiel des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04
6.1 Nachwuchskonzept
6.2 Zusammensetzung der Mannschaften U9 bis U12
6.3 Trainings- und Spielaufwand der U9 bis U12
7. Umsetzung der pädagogischen Erwartungen in die Praxis beim FC Schalke 04
7.1 Zeitaufwand
7.2 Position des Kindes innerhalb der Familie
7.3 Familienbedeutung
7.4 Elternerwartung
7.5 Schulleistung
7.6 Einmalige Schulaktion vs. Training
7.7 Freizeitverzicht
7.8 Anderes Hobby neben dem Fußball
7.9 Langeweile an trainingsfreien Tagen
7.10 Sozialkontakte zu Gleichaltrigen
7.11 Zusammensetzung des Freundeskreises
7.12 Konflikt zwischen Training und anderen Aktivitäten
7.13 Einfluss auf Gesundheit
7.14 Beeinflussung der Persönlichkeitsentwicklung
8. Vergleich zwischen der skizzierten Normumwelt und der Praxis beim FC Schalke 04
8.1 Äquivalenzen
8.1.1 Lebensbereich Familie
8.1.2 Lebensbereich Schule
8.1.3 Eigenmotivation und Spaß
8.1.4 Körperliche Beanspruchung
8.1.5 Ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung
8.2 Diskrepanten und sich daraus ergebende Alternativen
8.2.1 Elternerwartungen
8.2.2 Soziale Komponente der Schule
8.2.3 Lebensbereich Freizeit
8.2.4 Lebensbereich Sozialkontakte
9. Zusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die (pädagogische) Verantwortbarkeit des Leistungssports im Kindesalter. Das Ziel besteht darin, durch den Abgleich einer theoretisch erarbeiteten „Normumwelt“ mit der tatsächlichen Praxis in der Nachwuchsabteilung eines Bundesliga-Clubs (FC Schalke 04) aufzuzeigen, wie eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung junger Fußballer trotz der Belastungen des Leistungssports gefördert werden kann.
1. Einleitung
Kann bei den dauerhaften physischen Höchstbelastungen und der Wahrscheinlichkeit von Verletzungen die körperliche Unversehrtheit junger Leistungssportler ausreichend geschützt werden? Beeinträchtigen die zeitlichen Aufwendungen den Schulerfolg, ist die Entwicklung von Freundschaften, von kulturellen Interessen überhaupt möglich oder verkümmern Begabungen, Interessen und Persönlichkeitsaspekte, die nicht dem Sporterfolg dienen?
Die beiden Sportwissenschaftler Rüdiger Heim und Alfred Richartz fragen dies in dem Kompendium Erster Deutscher Kinder- und Jugendsportbericht stellvertretend für eine Vielzahl ihrer Kollegen, aber auch für Sportler, Trainer und Eltern.
Seit mehr als zwei Jahrzehnten wird der Leistungssport im Kindesalter, der auch titelgebend für die vorliegende Arbeit ist, kontrovers diskutiert. Die „Debatte um die (pädagogische) Verantwortbarkeit von hochleistungssportlichem Engagement im Kindesalter“ beschäftigt die Öffentlichkeit fortlaufend mit unterschiedlicher Intensität. Emotionen zwischen Bewunderung für die außergewöhnlichen Leistungen junger Sportler und Empörung über das vermutete Zustandekommen des Gezeigten begleiten die Diskussion.
1. Einleitung: Einführung in die Kontroverse um die pädagogische Verantwortbarkeit des Leistungssports im Kindesalter und Präsentation der zentralen Fragestellung.
2. Das System Leistungssport: Darstellung des Leistungssports als eigenständiges Sozialsystem mit dem binären Code „Sieg oder Niederlage“ und dessen Konsequenzen für den Nachwuchs.
3. Charakteristik des Kindesalters: Erörterung der Kindheit als eigenständiger Lebensabschnitt mit Fokus auf Bewegung und Spiel als existentielle Grundlagen.
4. Normumwelt des heranwachsenden Fußballprofis: Entwurf eines idealen Umfeldmodells für junge Sportler auf Basis der ökologischen Entwicklungspsychologie.
5. Überleitung: Von der Theorie zur Praxis: Methodische Herleitung des Vergleichs zwischen den theoretischen Anforderungen und der Realität im Verein.
6. Leistungssport im Kindesalter am Beispiel des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04: Vorstellung des Nachwuchskonzepts sowie der Trainings- und Spielstrukturen beim FC Schalke 04.
7. Umsetzung der pädagogischen Erwartungen in die Praxis beim FC Schalke 04: Detaillierte empirische Auswertung der Befragung von Eltern zu verschiedenen Lebensbereichen.
8. Vergleich zwischen der skizzierten Normumwelt und der Praxis beim FC Schalke 04: Kritische Gegenüberstellung von Idealbild und Realität sowie Ableitung von Handlungsalternativen.
9. Zusammenfassung und Ausblick: Resümee der Ergebnisse und Forderung nach pädagogisch verantwortlichem Handeln in der Nachwuchsarbeit.
Kinderleistungssport, Nachwuchsförderung, FC Schalke 04, Persönlichkeitsentwicklung, Normumwelt, pädagogische Verantwortbarkeit, Talentförderung, Kindesalter, soziale Integration, Belastung, Zeitmanagement, Fußballtraining, Sportsoziologie, Freizeit, Entwicklungspsychologie.
Die Arbeit analysiert, ob und wie Leistungssport im Kindesalter pädagogisch verantwortbar gestaltet werden kann, unter besonderer Berücksichtigung der individuellen Entwicklung des Kindes.
Die Arbeit befasst sich mit der Spannung zwischen sportlichem Leistungsanspruch, der schulischen und sozialen Entwicklung des Kindes sowie den Erwartungen des familiären Umfelds.
Das Ziel ist ein Abgleich zwischen theoretischen pädagogischen Idealen und der praktischen Umsetzung im Nachwuchsbereich eines Proficlubs, um Risiken für das Kindeswohl zu minimieren.
Neben einer umfangreichen Literaturanalyse wird eine empirische Untersuchung in Form eines Fragebogens an Eltern der Nachwuchsspieler (U9 bis U12) beim FC Schalke 04 durchgeführt.
Der Hauptteil erarbeitet zunächst eine theoretische „Normumwelt“, stellt das Nachwuchskonzept des FC Schalke 04 vor und analysiert in Kapitel 7 und 8 durch einen Vergleich, wo Diskrepanzen bestehen.
Zentrale Begriffe sind Kinderleistungssport, ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung, Nachwuchskonzept, soziale Unterstützung und das Spannungsfeld zwischen Schule und Leistungssport.
Der Autor erkennt ein Bemühen des Vereins um eine verantwortungsvolle Ausbildung, mahnt jedoch an, dass die Fokussierung auf den sportlichen Erfolg (Profivertrag) die Kindesentwicklung gefährden kann.
Die Ergebnisse zeigen, dass erhöhter zeitlicher Aufwand durch den Sport bei vielen Kindern zu Einbußen in den Bereichen Freizeit und Sozialkontakte außerhalb der Fußballmannschaft führt.
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