Examensarbeit, 2005
80 Seiten, Note: 1
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Gebrüder Grimm und ihre Kinder- und Hausmärchen
1.1. Geschichte der Kinder und Hausmärchen
1.2. Kritik an den Kinder- und Hausmärchen
2. Analyse und Interpretationsmodelle der Märchentheorien
2.1. Literaturwissenschaftliche Theorien
2.1.1. Stilanalyse der Märchen nach Max Lüthi
2.1.1.1. Beschreibung der Stilanalyse Lüthis
2.1.1.2. Kritische Bewertung der Stilanalyse Lüthis
2.1.2. Strukturalistische Märchenanalyse nach Vladimir Propp
2.1.2.1. Beschreibung der Strukturanalyse Propps
2.1.2.2. Kritische Bewertung der Strukturanalyse Propps
2.2. Psychologische Theorien
2.2.1. Tiefenpsychologische Märchenanalyse nach Carl Gustav Jung
2.2.1.1. Beschreibung der tiefenpsychologischen Analyse Jungs
2.2.1.2. Kritische Bewertung der tiefenpsychologischen Analyse Jungs
2.2.2. Entwicklungspsychologische Analyse nach Bruno Bettelheim
2.2.2.1. Beschreibung der entwicklungspsychologischen Analyse Bettelheims
2.2.2.2. Kritische Bewertung der entwicklungspsychologischen Analyse Bettelheims
2.3. Volkskundliche Theorien
2.3.1. Ursprungs- und Erweiterungstheorie der Märchen nach Antti Aarne
2.3.1.1. Beschreibung der Ursprungs- und Erweiterungstheorie Aarnes
2.3.1.2. Kritische Bewertung der Ursprungs- und Erweiterungstheorie Aarnes
2.3.2. Analyse und Interpretation von Märcheninhalten nach Lutz Röhrich
2.3.2.1. Beschreibung der Märcheninhaltsanalyse Röhrichs
2.3.2.2. Kritische Bewertung der Märcheninhaltsanalyse Röhrichs
2.4. Aktueller Ausblick zu den Märchentheorien
3. Analyse und Interpretation des Märchens Aschenputtel
3.1. Literaturwissenschaftliche Analyse und Interpretation
3.2. Psychologische Analyse und Interpretation
3.3. Volkskundliche Analyse und Interpretation
4. Didaktische Konsequenzen aus den Märchentheorien
4.1. Rahmenplan Deutsch Grundschule
4.1.1. Bereich „Lesen und Schreiben im Anfangsunterricht“
4.1.2. Bereich „Sprechen und Zuhören, Erzählen und Gespräche führen“
4.1.3. Bereich „Lesen“
4.1.4. Bereich „Texte schreiben“
4.1.5. Bereich „Richtig schreiben“
4.1.6. Bereich „Sprache untersuchen“
4.1.7. Fächerübergreifendes Lernen
4.1.8. Kritik am Rahmenplan Deutsch Grundschule
4.2. Konsequenzen aus der Literaturwissenschaftlichen Theorie
4.3. Konsequenzen aus der Psychologischen Theorie
4.4. Konsequenzen aus der Volkskundlichen Theorie
4.5. Fazit aus den Konsequenzen der unterschiedlichen Theorien
Die Arbeit untersucht Märchentheorien aus Literaturwissenschaft, Psychologie und Volkskunde, um deren didaktische Nutzbarkeit für den Deutschunterricht in der Grundschule zu analysieren und Konsequenzen für die pädagogische Praxis abzuleiten.
2.1.1.1. Beschreibung der Stilanalyse Lüthis
Der Grundtyp des Märchens ist laut Lüthi vor allem durch einen speziellen Handlungsverlauf, Personal, Requisiten und einer besonderen Darstellungsart gekennzeichnet. Die Darstellungsart erläutert Lüthi (1974) genauer mit den prägenden Begriffen Eindimensionalität, Flächenhaftigkeit, abstrakter Stil, Isolation und Allverbundenheit sowie Sublimation und Welthaltigkeit.
Handlungsverlauf: Das allgemeinste Schema, das einem Märchen zugrunde liegt, ist eine Schwierigkeit, die es zu bewältigen gilt und die Bewältigung. Die Schwierigkeit kann in einem Kampf oder einer Aufgabe liegen. Die Bewältigung besteht darin, dass entweder im Kampf gesiegt oder die Aufgabe gelöst wird. In diesem Schema, hinter dem die allgemeine menschliche Erwartung und Erfüllung steht, ist der gute Ausgang eingeschlossen. Die Ausgangslage ist gekennzeichnet durch einen Mangel, eine Notlage, ein Bedürfnis oder andere Komplikationen. Der Handlungsverlauf ist meistens geprägt durch eine Zwei- oder Dreiteilung der Ereignisse. Viele Märchen sind zweiteilig. Das heißt, nach Bestehen der Aufgabe oder der Lösung der Aufgabe wird der Held des Preises beraubt oder gerät in eine neue Notlage, die er selbst bewältigen oder aus der er gerettet werden muss.
1. Gebrüder Grimm und ihre Kinder- und Hausmärchen: Dieses Kapitel behandelt die Entstehungsgeschichte der KHM und reflektiert die zeitgenössische Kritik am Werk der Brüder Grimm.
2. Analyse und Interpretationsmodelle der Märchentheorien: Hier werden jeweils zwei zentrale Vertreter der literaturwissenschaftlichen, psychologischen und volkskundlichen Märchenforschung vorgestellt und kritisch beleuchtet.
3. Analyse und Interpretation des Märchens Aschenputtel: Das Märchen "Aschenputtel" dient als konkretes Beispiel, um die Anwendbarkeit der zuvor vorgestellten theoretischen Modelle auf einen konkreten Text zu prüfen.
4. Didaktische Konsequenzen aus den Märchentheorien: Im letzten Kapitel werden die theoretischen Erkenntnisse mit dem Hamburger Rahmenplan Deutsch verknüpft und didaktische Konsequenzen sowie methodische Unterrichtskonzepte erarbeitet.
Märchenforschung, Gebrüder Grimm, Aschenputtel, Literaturwissenschaft, Max Lüthi, Vladimir Propp, Psychologie, Carl Gustav Jung, Bruno Bettelheim, Volkskunde, Antti Aarne, Lutz Röhrich, Didaktik, Grundschule, Rahmenplan Deutsch
Die Arbeit untersucht wissenschaftliche Theorien über Märchen und prüft, wie diese sinnvoll in den Grundschulunterricht integriert werden können.
Es werden drei Hauptdisziplinen analysiert: die Literaturwissenschaft, die Psychologie und die Volkskunde.
Das Ziel ist es, auf Basis der theoretischen Ansätze didaktische Konsequenzen für den Deutschunterricht der Primarstufe zu formulieren.
Die Arbeit nutzt einen vergleichenden Ansatz, bei dem jeweils zwei bedeutende Wissenschaftler pro Forschungsrichtung vorgestellt und ihre Theorien am Exempel des Märchens "Aschenputtel" kritisch hinterfragt werden.
Neben der theoretischen Fundierung durch die drei Fachdisziplinen liegt der Fokus auf der praktischen Anwendung im Unterricht unter Berücksichtigung des Hamburger Rahmenplans.
Wichtige Begriffe sind Märchenforschung, Didaktik, Grundschule, Struktur- und Stilanalyse sowie die psychologische Deutung von Märchenfiguren.
Aschenputtel gilt als eines der bekanntesten Märchen und bietet durch seine Struktur und Symbolik eine ideale Grundlage, um die verschiedenen Interpretationsmodelle praktisch zu testen.
Die Autorin plädiert dafür, Forschungsergebnisse nicht isoliert zu betrachten, sondern je nach Entwicklungsstand und situativen Gegebenheiten der Kinder eine Kombination aus den verschiedenen Ansätzen zu wählen.
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