Diplomarbeit, 2005
100 Seiten, Note: 2.0
1. EINLEITUNG
2. ADHS IM KINDESALTER
2.1 Definition
2.2 Allgemeine Klassifikation nach der ICD-10
2.3 Allgemeine Klassifikation nach dem DSM-IV
2.4 Symptomatik / Klinisches Bild
2.5 Diagnostikverfahren und Differenzialdiagnosen
3. ÄTIOLOGISCHE FAKTOREN
3.1 Genetische Faktoren
3.2 Prä- und perinatale Faktoren
3.3 Schadstoff- und Nahrungsmittelallergien
3.4 Neuroanatomische Faktoren
3.5 Neurochemische Aspekte
3.6 Psychosoziale Faktoren
4. ERKLÄRUNGSHYPOTHESEN
4.1 Neurobiologische Hypothesen
4.2 Evolutionstheoretische Hypothesen
4.3 Sozialwissenschaftliche Hypothesen
4.4 Sozialbiologische Hypothesen
4.5 Fazit
5. THERAPIEFORMEN
5.1 Medikamentöser Ansatz am Beispiel der Stimulanzien
5.2 Verhaltenstherapeutische Ansätze
5.3 Diätetische Ansätze
6. GRUNDLEGENDE PRINZIPIEN DES HILFEVERSTÄNDNISSES DER SOZIALEN ARBEIT
6.1 Alltagsprobleme und die Soziale Arbeit
6.2 Multiperspektivische Fallarbeit
7. ANGEWANDTE UNTERSTÜTZUNGSKONZEPTE DER SOZIALEN ARBEIT BEI ALLTAGSPROBLEMEN
7.1 Beratung
7.2 Elternberatung am Beispiel des systemisch-lösungsorientierten Coachings
7.3 Elterntraining nach dem OptiMind-Konzept
7.3 Systemische Familientherapie
7.4 Sozialpädagogische Familienhilfe
8. GRUNDVORAUSSETZUNGEN FÜR EINEN ERFOLGREICHEN UMGANG MIT DEM KIND
8.1 Die unterschiedliche Wahrnehmung von Eltern und Kind
8.2 Begrenzung des Kindes durch klare Botschaften
8.3 Gezieltes Loben als positiver Verstärker
8.4 Gezielte Reaktion auf negative Aufmerksamkeit
8.5 Das Token-System
9. ALLTAGSPROBLEME IN DER FAMILIE UND IHRE LÖSUNGSSTRATEGIEN
9.1 Telefonieren
9.2 Ständig geforderte Aufmerksamkeit
9.3 Hausaufgaben
9.4. Spielen
9.5 Vergesslichkeit
9.6 Abendessen
9.7 Geschwisterstreit
9.8 Wutausbrüche
10.FAZIT
Die vorliegende Arbeit untersucht Alltagsprobleme von Familien mit Kindern, die von ADHS betroffen sind, und erarbeitet unterstützende Strategien aus der Sicht der Sozialen Arbeit. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie Sozialarbeit durch professionelle Interventionen und alltagsnahe Unterstützungskonzepte zur Entlastung dieser Familien beitragen und eine Verbesserung ihrer Lebensqualität herbeiführen kann.
8.4 Gezielte Reaktion auf negative Aufmerksamkeit
Ein weiterer Basisbaustein für eine verbesserte Grundlage im Alltag zwischen Eltern und Kind ist der Umkehrschluss des gezielten Lobens: Das Vermeiden von negativer Aufmerksamkeit als Reaktion durch die Eltern.
Es ist ein normaler Schritt in der Entwicklung von Kindern ständig den Aufmerksamkeitsfokus auf sich zu lenken. Sie bedienen sich dabei neben dem positiven Weg, durch gutes Benehmen Lob aus ihrem Umfeld zu bekommen, auch anderer Instrumente.
Die Kinder lernen nämlich auch, dass sie durch schlechtes Verhalten und folgerichtiger Bestrafung ebenfalls die Beachtung der Eltern erhalten. Für sie ist das Erlangen solcher Art von Aufmerksamkeit immer noch angenehmer als überhaupt keine zu bekommen.
Im normalen Reifeprozess differenzieren die Heranwachsenden aber dann zwischen positiver und negativer Resonanz. Da es für sie vorteilhafter ist, wenn ihnen das Umfeld in angenehmer Atmosphäre entgegentritt, streben sie in der Folgezeit auch mehr nach positivem Feedback.
Und an diesem Punkt der Entwicklung unterscheiden sich die ADHS- Kinder von den nicht betroffenen Gleichaltrigen. Es fällt ihnen durch die vorliegende Symptomatik der Erkrankung schwer derartiges Verhalten zu zeigen, das stets Lob nach sich zieht. (Pentecost, S. 87 - 89)
Also bedienen sie sich weiter auch negativer Verhaltenszüge, um überhaupt Aufmerksamkeit zu bekommen. Und die oft gestressten und hilflosen Eltern kommen diesem Verlangen auch nach.
1. EINLEITUNG: Einführung in das Störungsbild ADHS, dessen Auswirkungen auf den Alltag und die Zielsetzung der Arbeit aus sozialarbeiterischer Perspektive.
2. ADHS IM KINDESALTER: Definition, diagnostische Kriterien nach ICD-10 und DSM-IV sowie die klinische Symptomatik im Kindes- und Jugendalter.
3. ÄTIOLOGISCHE FAKTOREN: Darstellung verschiedener Erklärungsmodelle für ADHS, von genetischen Faktoren über neurologische Aspekte bis hin zu psychosozialen Einflüssen.
4. ERKLÄRUNGSHYPOTHESEN: Differenzierte Betrachtung neurobiologischer, evolutionstheoretischer, sozialwissenschaftlicher und sozialbiologischer Hypothesen zur Entstehung der Störung.
5. THERAPIEFORMEN: Analyse gängiger Behandlungsansätze wie Medikation (Stimulanzien), Verhaltenstherapie und diätetische Maßnahmen inklusive kritischer Reflexion.
6. GRUNDLEGENDE PRINZIPIEN DES HILFEVERSTÄNDNISSES DER SOZIALEN ARBEIT: Definition von Alltagsproblemen als soziales Problem und Einführung in das Konzept der lebensweltorientierten und multiperspektivischen Fallarbeit.
7. ANGEWANDTE UNTERSTÜTZUNGSKONZEPTE DER SOZIALEN ARBEIT BEI ALLTAGSPROBLEMEN: Vorstellung ambulanter Erziehungshilfen, darunter Beratung, systemisch-lösungsorientiertes Coaching, Elterntraining und sozialpädagogische Familienhilfe.
8. GRUNDVORAUSSETZUNGEN FÜR EINEN ERFOLGREICHEN UMGANG MIT DEM KIND: Vermittlung notwendiger pädagogischer Grundwerkzeuge wie klare Kommunikation, gezieltes Loben, das Token-System und das Ignorieren von negativem Verhalten.
9. ALLTAGSPROBLEME IN DER FAMILIE UND IHRE LÖSUNGSSTRATEGIEN: Konkrete Anwendung von Lösungsstrategien bei alltäglichen Krisen wie Telefonieren, Hausaufgaben, Spielen, Abendessen, Geschwisterstreit und Wutausbrüchen.
10.FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Rolle der Sozialen Arbeit bei der Unterstützung von Familien mit ADHS-Kindern und Forderung nach interdisziplinärer Zusammenarbeit.
ADHS, Soziale Arbeit, Familienhilfe, Erziehungsberatung, Alltagsprobleme, Verhaltensauffälligkeiten, Hyperaktivität, Impulskontrolle, Konzentrationsstörung, Systemische Familientherapie, Token-System, Elterncoaching, Lebensweltorientierung, Multiperspektivische Fallarbeit, Erziehungshilfen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen, die ein ADHS-betroffenes Kind für den familiären Alltag darstellt, und zeigt auf, wie professionelle Soziale Arbeit durch unterstützende Konzepte entlastend intervenieren kann.
Im Zentrum stehen die medizinischen und psychosozialen Ursachen von ADHS, gängige Therapieformen, Methoden der Sozialpädagogik sowie spezifische Lösungsstrategien für den Erziehungsalltag.
Das Ziel ist es, Eltern und Fachkräften neue Betrachtungsmöglichkeiten zu eröffnen und ihnen konkrete, praxisnahe Werkzeuge an die Hand zu geben, um das Zusammenleben in der Familie nachhaltig zu erleichtern.
Die Autoren nutzen eine interdisziplinäre Literaturanalyse, wobei sie medizinische, psychologische und sozialwissenschaftliche Ansätze zusammenführen, um ein ganzheitliches Bild für die Soziale Arbeit zu zeichnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Ursachen und Therapiemethoden sowie einen umfangreichen praktischen Teil, der konkrete Unterstützungskonzepte und Handlungsstrategien für Alltagsprobleme (z.B. Hausaufgaben, Wutausbrüche) detailliert darstellt.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie ADHS, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, systemisches Coaching, Token-System und multiperspektivische Fallarbeit zusammenfassen.
Weil eine rein medizinische Betrachtung oft die systemischen und alltäglichen Probleme vernachlässigt, während die Soziale Arbeit durch die Einbindung des familiären Umfelds eine ganzheitlichere und oft dauerhaftere Entlastung ermöglichen kann.
Sie betrachten die Medikation als einen möglichen Baustein innerhalb eines multimodalen Therapiekonzepts, warnen jedoch ausdrücklich davor, sie als alleinige Methode ohne begleitende pädagogische Unterstützung einzusetzen.
Das Token-System dient als effektives Werkzeug, um positives Verhalten durch Anreize zu verstärken und Kindern mit ADHS Struktur sowie die notwendige positive Rückmeldung zu geben, die im stressigen Familienalltag oft fehlt.
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