Masterarbeit, 2004
107 Seiten, Note: 1,0
A. Einleitung
B. Theoretisch-analytischer Teil
1.0 Südafrika im Kontext interkultureller Kommunikation
2.0 Globales Denken und Handeln als Beitrag zu identitätsstiftender Stadtentwicklung
3.0 Die Townships von Kapstadt – Stadtentwicklung und Geschichte
3.1 Townships – ein Produkt der Apartheid
3.2 Beginn des Informal Settlement und der damit verbundenen sozialen wie strukturellen Probleme
3.3 Stadtplanerische Lösungsansätze, ihre Schwachstellen und das mögliche Potential internationaler Kooperationen
4.0 Voraussetzungen für die Initiierung städtebaulicher Maßnahmen in den Townships
4.1 Sprache
4.2 Zeichen und Bilder
4.3 Partizipation und Identifikation
4.4 Nachhaltigkeit
5.0 Medien- und Rezipientenstruktur in den Townships
5.1 Kommunikationskoordination in der Praxis
5.1.1 Stadtverwaltung
5.1.2 NGOs
5.2 resultierende Analyse der für ein Kommunikationskonzept geeigneten Multiplikatoren
5.2.1 Akustische Medien
5.2.2 Visuelle Medien
5.2.3 „Alternative“ Medien
6.0 Chancen, Risiken und Planungsstrategien townshipinterner und -externer Kommunikation
6.1 Grundvoraussetzungen und -bedingungen interkultureller Kommunikation
6.2 Ergänzende kommunikationswissenschaftliche Strategien zum Umgang mit Teilhabern fremder Kulturen
6.2.1 Steigerung der Motivation als kulturübergreifender Initiator
6.2.2 Kulturanthropologische Analyseverfahren
6.2.2.1 Kultur-Dimensionen
6.2.2.2 Empirische Einzelfallstudie in Khayelitsha
6.2.3 Critical Incident Technique und ihr praktischer Nutzen im Culture Assimilator Programm
6.3 Gefahren und mögliche Fehlentwicklungen interkultureller Kommunikation
6.3.1 „Machtasymmetrien“
6.3.2 „Stereotypen“
6.3.3 „Kultureller Schock“
6.4 Konfliktstrategien
C. Exemplarisch-projektbezogener Teil
1.0 Vorstellung des Entwurfs Live on Square
1.1 Grundprinzipien und beabsichtigte Wirkung
1.2 Gründe für die Wahl des Entwurfs
1.3 Langfristige Perspektiven
2.0 Exkurs: Öffentlicher Raum und Gesellschaft
2.1 Deutschland
2.2 Townships von Kapstadt
3.0 Entwicklung eines idealtypischen Kommunikationskonzepts am Beispiel des Entwurfs Live on Square in der Township Nyanga
3.1 Zusammenhang zwischen Kommunikationskonzept und Entwurf
3.2 Zielsetzung und beabsichtigte Wirkung des Manuals
3.3 Darstellung des Kommunikationsablaufs
3.3.1 Kommunikationsagitatoren
3.3.2 Kommunikationsbeziehungen
3.3.3 Medienexempel
3.4 Konzeption der resultierenden Maßnahmen
3.4.1 Planungsphase
3.4.1.1 Definition der Zielgruppe
3.4.1.2 Herstellung von Kontakten
3.4.1.3 Auswahl der Kommunikationsbausteine und Planung ihrer zeitlichen Einsatzabfolge
3.4.1.3.1 Interaktive Radiosendungen
3.4.1.3.2 Local Newspapers
3.4.1.3.3 Graffiti-Workshop
3.4.1.3.4 Theater-Workshop
3.4.1.3.5 Fernsehmonitore an “Touch Points”
3.4.1.3.6 Poster- und Flyer-Workshop
3.4.1.3.7 Lautsprecher
3.4.1.3.8 Live on Square-Anniversary
3.4.1.4 Finanzierungsmöglichkeiten
3.4.2 Aktionsphase
3.4.2.1 Teambildung und Verteilung von Kompetenzen
3.4.2.1.1 “Direction-Team”
3.4.2.1.2 “Assistance-Team”
3.4.2.1.3 “Workshop-Team”
3.4.2.1.4 “Press-Team”
3.4.2.2 Prozesskoordination
3.4.2.2.1 Regelmäßige „Jour-Fix-Termine“
3.4.2.2.2 Delegation der Teams
3.4.2.2.3 Durchführung von Problemanalysen bei Planabweichungen
3.4.3 Evaluationsphase
3.4.3.1 Angemessenheit der einzelnen Schritte
3.4.3.2 Akzeptanz / Identifikation in der Bevölkerung
3.4.3.3 Durchführbarkeit der Aktionen
3.4.3.4 Konsistenz der Kommunikationsbausteine
D. Schluss
Die Masterarbeit befasst sich mit der Entwicklung eines interkulturellen Kommunikationskonzepts für partizipatorische Stadtentwicklungsprojekte in den Townships von Kapstadt. Ziel ist es, durch die Analyse der dortigen Medien- und Sozialstrukturen Wege zu finden, die lokale Bevölkerung aktiv in Planungsprozesse einzubeziehen und so eine nachhaltige Identifikation mit dem öffentlichen Raum zu fördern.
3.3 Stadtplanerische Lösungsansätze, ihre Schwachstellen und das mögliche Potenzial internationaler Kooperationen
Trotzdem unternimmt die Regierung große Anstrengungen, um dieser Probleme Herr zu werden, aber die Möglichkeiten sind begrenzt. Sie ist auf die Hilfe von NGOs, wie Kirchen und Hilfsorganisationen angewiesen, da diese mit den regionalen Bedürfnissen besser vertraut sind und zudem eine gut funktionierende Kontaktschnittstelle zwischen Townshipbewohnern und Verwaltung bilden. Neben Aufklärungs- und Informationskampagnen reagiert die Stadtverwaltung mit städtebaulichen Entwicklungsprogrammen wie dem Dignified Places Program. Dieses versucht durch verschiedene bauliche Maßnahmen an ausgewählten Plätzen in den Townships öffentliche Plattformen für soziales und gewerbliches Leben zu initiieren.
Als erster Schritt wurden in diesem Zusammenhang in der Vergangenheit Backsteinkolonnaden und Versorgungsstationen für Strom und Wasser errichtet, hinter denen Townshipbewohner gegen ein geringes Entgelt Container aufstellen konnten, um formellen Handel zu betreiben oder Dienstleistungen anzubieten. Mit diesen Maßnahmen versucht die lokale Regierung, die Bildung urbaner Zentren zu initiieren, wodurch sich, in einem zweiten Schritt, die Chance ergeben soll, Informationen gebündelt an die Bevölkerung weiterzuleiten. Der Grund für dieses Bestreben liegt in der strukturellen Schwachstelle aktueller Kommunikationsmöglichkeiten mit und in den Townships. Es fehlen zentrale öffentliche Plattformen, um sich untereinander auszutauschen. Daher versucht man Orte zu schaffen, an denen den Bewohnern eine bestimmte Grundausstattung (elektrische Anschlüsse, Straßenbeleuchtung, Bodenversiegelung) zur Verfügung gestellt wird und an denen langfristig Bibliotheken, Schulen oder Informationszentren mit Internetzugang angesiedelt werden sollen. Dadurch sollen Anreize geschaffen werden, die wiederum Identifikation, städtebauliche Aufwertung und soziale Stabilisierung zur Folge haben.
Warum zeigen viele dieser Programme jedoch nicht die beabsichtigte Wirkung? Aus der Durchführung einer Multiple-Choice-Befragung in Khayelitsha und dem Interview mit Fikiswa Mahote, einer Verantwortlichen der Organisation DAG ergaben sich folgende Gründe dafür: Viele Bewohner können sich nicht mit den baulichen Anlagen identifizieren, weil sie der Meinung sind, nicht in Planungs- und Entscheidungsprozesse eingebunden gewesen zu sein: „The main risk to the project to not succeed was the lack of involvement, participation by people who are the actual beneficiaries of the project. (…) They don’t feel responsible because they are not really involved. It will not address their needs.”
A. Einleitung: Darstellung der Ausgangslage in südafrikanischen Townships und die Notwendigkeit, Kommunikationslücken in der Stadtplanung durch interkulturelle Ansätze zu schließen.
1.0 Südafrika im Kontext interkultureller Kommunikation: Einordnung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen Südafrikas und deren Einfluss auf internationale Kooperationen.
2.0 Globales Denken und Handeln als Beitrag zu identitätsstiftender Stadtentwicklung: Diskussion der stadtplanerischen Notwendigkeit globaler Interaktion zur Lösung lokaler Probleme.
3.0 Die Townships von Kapstadt – Stadtentwicklung und Geschichte: Analyse der historischen Entstehung der Townships und der resultierenden sozialen Herausforderungen.
4.0 Voraussetzungen für die Initiierung städtebaulicher Maßnahmen in den Townships: Untersuchung der zentralen Kommunikationsfaktoren wie Sprache, Identifikation und Nachhaltigkeit.
5.0 Medien- und Rezipientenstruktur in den Townships: Evaluation der Rolle von Stadtverwaltung, NGOs und verschiedener Medien für den Informationstransfer.
6.0 Chancen, Risiken und Planungsstrategien townshipinterner und -externer Kommunikation: Darstellung von Konfliktstrategien und Analysemethoden wie der Critical Incident Technique.
C. Exemplarisch-projektbezogener Teil: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse auf den Entwurf „Live on Square“ in Nyanga.
D. Schluss: Zusammenfassende Reflektion über den Wert des entwickelten Konzepts und die Bedeutung interkultureller Sensibilität.
Townships, Kapstadt, Stadtplanung, Interkulturelle Kommunikation, Partizipation, Identitätsstiftung, Live on Square, Nachhaltigkeit, Urban Upgrading, Kommunikationskonzept, NGOs, Soziale Stabilisierung, Medienanalyse, Critical Incident Technique, Wissensmanagement.
Die Arbeit entwickelt ein interkulturelles Kommunikationskonzept, um die Kommunikation zwischen Stadtplanern und Bewohnern in den Townships von Kapstadt zu verbessern und so städtebauliche Projekte erfolgreicher umzusetzen.
Die Schwerpunkte liegen auf Stadtentwicklung, interkultureller Kommunikation, Partizipation der lokalen Bevölkerung, Mediennutzung in informellen Siedlungen und der sozialen Identitätsstiftung.
Das Ziel ist es, Schwachstellen im Informationstransfer zu lokalisieren und einen „Idealstandard“ für partizipatorische Projekte zu entwickeln, damit Bewohner sich stärker mit baulichen Maßnahmen identifizieren können.
Der Autor führt eine theoretische Literaturanalyse durch und kombiniert diese mit empirischen Einzelfallstudien, Interviews mit Experten von Stadtverwaltung und NGOs sowie Befragungen unter Bewohnern und Radiosendern in Kapstadt.
Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der sozialen Strukturen, der Medienlandschaft (Radio, Print, Graffiti) und der psychologischen Faktoren (Kultur-Dimensionen, Kulturschock), gefolgt von der praktischen Anwendung am Entwurf „Live on Square“.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Township-Identität, Partizipation, interkulturelles Kommunikationskonzept, Urban Upgrading und soziale Nachhaltigkeit definiert.
NGOs agieren als unverzichtbare Vermittler („Facilitators“), da sie über notwendige soziale Netzwerke und Vertrauen in der Bevölkerung verfügen, welches der offiziellen Stadtverwaltung häufig fehlt.
Der Autor argumentiert, dass viele Projekte an mangelnder Einbindung der Betroffenen scheitern, da diese die baulichen Maßnahmen nicht als ihre eigenen Visionen begreifen und sich somit nicht verantwortlich für deren Erhalt fühlen.
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