Bachelorarbeit, 2017
103 Seiten, Note: 2,1
1 Einleitender Teil
1.1 Ausgangslage und Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
2 Das Berufsbild der Gesundheits- und Krankenpflege in Deutschland
2.1 Historische Entwicklung professioneller Pflege in Deutschland
2.2 Pflege als Hilfstätigkeit für die Ärzteschaft
2.3 Problemfelder der Gesundheits- und Krankenpflege
2.4 Vorzeitiger Berufsausstieg als Hauptgrund des Personalmangels
2.5 Akademisierung des Berufsbildes
2.6 Anforderungen an die Personalführung
3 Interessenvertretungen in der Pflege
3.1 Organisationsmöglichkeiten Pflegender
3.2 Berufsverbände
3.3 Gewerkschaften
4 Empirische Untersuchung
4.1 Quantitatives Forschungsdesign
4.2 Fragestellung und Ziel der Untersuchung
4.3 Methodik der Datenerhebung
4.3.1 Befragung
4.3.2 Durchführung
4.4 Quantitatives Auswertungsverfahren
5 Darstellung der Ergebnisse
6 Fazit und Handlungsempfehlung
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation von Gesundheits- und Krankenpflegekräften in Deutschland unter Berücksichtigung historischer Entwicklungen und ihrer Abhängigkeit von der Ärzteschaft. Ein zentrales Ziel ist es, die Motive für die Arbeitsausführung sowie Vorstellungen zur Akademisierung und zu berufspolitischen Interessenvertretungen empirisch zu erfassen, um Ansätze für eine langfristige Bindung des Personals an den Beruf zu identifizieren.
2.2 Pflege als Hilfstätigkeit für die Ärzteschaft
„Kein anderer Beruf hat für die Entwicklung der Krankenpflege und deren Ausbildungssektor eine ähnlich weitreichende Bedeutung erlangt wie die Medizin“ (Wanner 1987: 33). Die beiden Professionen der Medizin und der Pflege waren und sind eng miteinander verknüpft, wobei die Pflege als Komplement zur Medizin konzipiert wurde. Historisch betrachtet erlangte die Pflege erst durch die Nähe zur Medizin und durch die Dominanz der Ärzteschaft ihr bis ins beginnende 21. Jahrhundert anhaltendes niedriges Prestige (vgl. Sewtz 2006: 134). Die Beziehung zwischen Pflege und Medizin ist dabei allerdings nicht natürlichen Ursprunges, sondern historisch gewachsen (vgl. Wanner 1987: 33).
Bereits im 17. Jahrhundert trat das Amt des weisungsempfangenden Krankenwärters in das Blickfeld der Ärzte. Diese benötigten einen Menschen, der die Pflege des Kranken nach ärztlichen Vorstellungen übernahm, um so seinen eigenen Stand und Status zu definieren und letztlich zu sichern. Treue und Fleiß in der Arbeit, Zuschreibungen, die die Erwartungen der Ärzte an Pflegende beschrieben, blieben folgend auch im 18. und 19. Jahrhundert zentraler Bestandteil, wenn es darum ging, das Idealbild der Pflegenden so zu beschreiben, dass es in die Rolle der ärztlichen Hilfstätigkeit passte (vgl. Panke-Kochinke 2001: 23).
1 Einleitender Teil: Hier wird die Relevanz der Thematik rund um den Fachkräftemangel und die Arbeitsbelastung in der Pflege im Jahr 2017 dargestellt sowie die Zielsetzung der Arbeit erläutert.
2 Das Berufsbild der Gesundheits- und Krankenpflege in Deutschland: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Berufes, seine Unterordnung unter die Ärzteschaft, aktuelle Problemfelder sowie die Debatte um Akademisierung und Personalführung.
3 Interessenvertretungen in der Pflege: Dieser Abschnitt skizziert die verschiedenen Organisationsformen wie Berufsverbände und Gewerkschaften sowie deren Herausforderungen bei der Interessenvertretung.
4 Empirische Untersuchung: Es wird das methodische Vorgehen der quantitativen Querschnittstudie erläutert, einschließlich des Forschungsdesigns, der Datenerhebung mittels Onlinefragebogen und des Auswertungsverfahrens.
5 Darstellung der Ergebnisse: Die Ergebnisse der Befragung von 111 Pflegekräften zu verschiedenen Aspekten ihres Arbeitsalltags, ihrer Motivation und ihrer Einstellung zur Akademisierung werden hier grafisch und deskriptiv dargestellt.
6 Fazit und Handlungsempfehlung: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Situation für Pflegende und zur Stärkung des Berufsstandes.
Gesundheits- und Krankenpflege, Akademisierung, Berufsausstieg, Personalmangel, Interessenvertretung, Pflegekammer, Arbeitsmotivation, Pflegemanagement, Berufsverband, Gewerkschaft, Professionalisierung, Patientenversorgung, Arbeitsbedingungen, Pflegewissenschaft, Demografischer Wandel.
Die Arbeit analysiert die aktuelle Situation von Gesundheits- und Krankenpflegekräften in Deutschland, wobei ein besonderer Fokus auf den Ursachen für den Personalmangel, die geringe berufliche Attraktivität und die Rolle der Akademisierung liegt.
Die zentralen Themen umfassen die historische Entwicklung des Pflegeberufs, die Problematik der beruflichen Identität und Anerkennung, die Rolle der Akademisierung sowie die Funktionen und Herausforderungen von Interessenvertretungen wie Gewerkschaften und Verbänden.
Das Hauptziel ist es, ein tieferes Verständnis für die Motivationslage von Pflegekräften zu gewinnen und konkrete Ansatzpunkte für Personalverantwortliche und berufspolitische Akteure zu liefern, um Pflegekräfte langfristig im Beruf zu halten.
Es wurde eine quantitative empirische Untersuchung in Form einer Onlinebefragung von 111 Gesundheits- und Krankenpflegekräften durchgeführt, um Daten zu Motivation, Organisationsbereitschaft und Akademisierung zu erheben.
Im Hauptteil werden zunächst die historische Genese und die aktuelle strukturelle Situation der Pflege beschrieben, danach die unterschiedlichen Interessenvertretungen analysiert und anschließend die Ergebnisse der empirischen Studie präsentiert und bewertet.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Akademisierung, Personalmangel, Interessenvertretung, berufliche Identität, professionelle Pflege und Arbeitsmotivation beschreiben.
Da die Pflege historisch als Hilfstätigkeit für die Ärzteschaft konzipiert wurde, prägt diese Rollenverteilung bis heute das Prestige und die Autonomie des Pflegeberufs, was laut Autor ein zentrales Hindernis für die notwendige Professionalisierung darstellt.
Der Autor stellt fest, dass die Akademisierung zwar von vielen Akteuren gefordert wird, in der Praxis jedoch oft an den harten Arbeitsbedingungen und an der mangelnden Akzeptanz durch einen Teil der Pflegenden sowie an unklaren Kompetenzverteilungen scheitert.
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