Bachelorarbeit, 2016
45 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Familien mit Kindern im Vorschulalter
2.1 Begriffsbestimmung Familie
2.2 Lebensformen und Lebenslagen von Familien
2.3 Notwendigkeit der Unterstützung von Familien
3 Familienzentren als institutionelle Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen
3.1 Begriffsbestimmung Familienzentrum
3.2 „Early Excellence“ Ansatz
3.3 Mögliche Angebotsgestaltung eines Familienzentrums
4 Implementierung von Familienzentren in NRW
4.1 Zielsetzungen des Programms „Familienzentrum NRW“
4.2 Rechtliche Grundlagen und Finanzierung
4.3 Organisationsformen der Familienzentren
4.4 Gütesiegel „Familienzentrum NRW“
5 Realisierung der Zielsetzungen und Auswirkung auf die Akteure
5.1 Aus Perspektive der Fachkräfte
5.2 Aus Perspektive der Eltern
6 Fazit und Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit befasst sich mit der institutionellen Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist es, das Konzept der Familienzentren, die damit verbundenen Zielsetzungen sowie deren Implementierung und Auswirkungen auf Familien und Fachkräfte kritisch zu untersuchen und zu analysieren.
3.2 „Early Excellence“ Ansatz
2004 gab das Bundesfamilienministerium beim Deutschen Jugendinstitut die Studie „Häuser für Kinder und Familien“ (Diller 2005) in Auftrag. Zum einen wollte man bundesweit nach Tageseinrichtungen suchen, die über die Betreuung, Erziehung und Bildung der Kinder hinaus weitere familienorientierte Angebote und Dienste integrierten (vgl. Diller 2005, S. 2). Zum anderen sollten Einrichtungen wie beispielweise Mütterzentren, die den Familien ein umfangreiches kulturelles, soziales bzw. familienbildendes Angebot zur Verfügung stellen, untersucht werden. Die Zielsetzung war es, bundesweit Standorte zu entdecken, an denen Kinder und deren Familien niedrigschwellige bedarfsorientierte Angebote aus einer Hand erhalten.
Außerdem sollten diese Angebote über die Leistungen einer normalen Einrichtung hinausgehen (vgl. Diller 2005, S. 2). Als Vorbild für die Forschung diente die „Early Excellence“ Idee. „Early Excellence Centres“ entstanden im Jahr 1997 in England über ein Pilotprogramm der Regierung mit dem Ziel, Familien „mit Angeboten aus einer Hand“ (Stöbe-Blossey 2008, S. 196) zu unterstützen. Die Bezeichnung „Early Excellence“ heißt dabei nicht, dass es sich um die pädagogische Arbeit mit privilegierten bzw. hochbegabten Kindern handelt, sondern steht für eine individuelle, qualitativ hochwertige Förderung aller Kinder. Jedes Kind soll entsprechend seiner Ausgangsvoraussetzungen und Möglichkeiten sowie unabhängig von seinem Geschlecht, seinem kulturellen bzw. sozialen Hintergrund und anderen persönlichen Merkmalen gefördert werden (vgl. Hebenstreit-Müller 2008, S. 239).
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Familienzentren in Nordrhein-Westfalen ein und umreißt die Fragestellungen sowie den Aufbau der Arbeit.
2 Familien mit Kindern im Vorschulalter: Es werden verschiedene fachliche Definitionen von Familie sowie deren aktuelle Lebensformen und die daraus resultierende Notwendigkeit für Unterstützung beleuchtet.
3 Familienzentren als institutionelle Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen: Das Kapitel definiert den Begriff Familienzentrum und erläutert den „Early Excellence“-Ansatz sowie mögliche Angebotsstrukturen.
4 Implementierung von Familienzentren in NRW: Hier werden das Landesprogramm, die rechtlichen Rahmenbedingungen, Finanzierungsfragen, Organisationsformen und die Zertifizierung durch das Gütesiegel detailliert dargestellt.
5 Realisierung der Zielsetzungen und Auswirkung auf die Akteure: Auf Basis empirischer Untersuchungen wird die Wirkung der Familienzentren aus der Perspektive von Fachkräften und Eltern analysiert.
6 Fazit und Ausblick: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die aktuelle Konzentration auf sozial benachteiligte Gebiete und formuliert einen Bedarf an weiterer Unterstützung.
Familienzentrum, Nordrhein-Westfalen, Kindertageseinrichtung, Early Excellence, Familienbildung, Sozialraumorientierung, Qualitätssicherung, Gütesiegel, Implementierung, Elternbeteiligung, Erziehungspartnerschaft, Prävention, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Kindertagespflege, Lebenslagen.
Die Arbeit analysiert die Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren in Nordrhein-Westfalen und deren Bedeutung für Familien und Fachkräfte.
Die Themenfelder umfassen Familienpolitik, pädagogische Konzepte, Organisationsentwicklung von Kitas, Sozialraumorientierung und Qualitätssicherung.
Das Ziel ist es, die Zielsetzungen, die praktische Umsetzung und die Auswirkungen des Landesprogramms „Familienzentrum NRW“ wissenschaftlich zu beleuchten.
Die Arbeit stützt sich auf eine Auswertung existierender wissenschaftlicher Begleitstudien, empirischer Untersuchungen aus den Jahren 2011 und 2014 sowie fachliterarische Grundlagen.
Der Hauptteil behandelt die Theorie, die rechtlichen Rahmenbedingungen in NRW, das Gütesiegel-Verfahren sowie die empirischen Ergebnisse aus der Sicht der beteiligten Akteure.
Zu den zentralen Begriffen zählen Familienzentren, NRW, Sozialraumorientierung, Early Excellence, Gütesiegel und Erziehungspartnerschaft.
Diese Formen ermöglichen es den Kitas, sich flexibel an ihre personellen, räumlichen und sozialräumlichen Gegebenheiten vor Ort anzupassen.
Viele Leitungen nahmen eine qualitative Veränderung ihrer Tätigkeit hin zum Management wahr, berichteten jedoch auch von einer Doppelbelastung und Qualifizierungsbedarfen.
Das Gütesiegel stellt ein konzeptgebundenes System dar, das strukturelle Standards sichert und die Finanzierung durch das Land NRW ermöglicht.
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