Bachelorarbeit, 2017
33 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Macht und Ohnmacht – Begriffsverständnis
2.1 Macht
2.2 Ohnmacht
3. Die Figur Inge Lohmark in Judith Schalanskys Der Hals der Giraffe
3.1 Zwischen Sozialismus und Biologismus – Inge Lohmarks Weltsicht als Zeichen ihrer Überlegenheit?
3.1.1 Abkehr von sozialistischen Ideen
3.1.2 Biologismus – Biologie als Ersatz-Ideologie
3.2 Inge Lohmarks Machtbereich
3.2.1 Wissen = Macht? – Wissensvorsprung Inge Lohmarks
3.2.2 „Was sie sagte, wurde gemacht.“ – Lohmarks Autorität als Lehrerin
3.3 Grenzen der Macht Inge Lohmarks
3.3.1 Inge Lohmarks Privatleben
3.3.2 „Frau Lohmark“ – Inge Lohmarks Rolle in der Schule
3.3.3 Grenzen der Macht Lohmarks gegenüber ihren Schülern
3.3.4 „Das wird Konsequenzen haben.“ – Lohmarks Entlassung
3.3.5 Grenzen der biologistischen Weltsicht und des Wissens Lohmarks
3.3.6 Entwicklungsfähigkeit Inge Lohmarks
4. Weitere Lehrerfiguren in Judith Schalanskys Der Hals der Giraffe
4.1 Thiele
4.2 Bernburg
4.3 Schwanneke
4.4 Kattner
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Machtverhältnisse im Roman "Der Hals der Giraffe" von Judith Schalansky, indem sie die verschiedenen Lehrerfiguren analysiert. Das primäre Ziel ist es, die Machtdynamiken zwischen Lehrern und Schülern sowie die Auswirkungen der biologistischen Weltsicht der Hauptfigur Inge Lohmark auf ihre Autorität und Ohnmacht herauszuarbeiten.
3.1.2 Biologismus – Biologie als Ersatz-Ideologie
Im Gegensatz dazu ist die Biologie für Lohmark universell gültig und nicht austauschbar:
Aber die Biologie, die war Tatsache. Und der Biologieunterricht Tatsachenbericht. Hier wurde Wissen vermittelt, das gesichert war und durch keine Umstellung auf ein anderes politisches System hinfällig wurde. Die Welt ließ sich allein aus sich heraus beschreiben und erklären. Und die Gesetze, der (sic!) sie unterworfen war, hatten uneingeschränkte Gültigkeit.36
Tatsächlich erklärt Inge Lohmark sich die Probleme und Situationen, mit denen sie konfrontiert wird, fast ausschließlich durch Übertragung biologischer Begriffe, Konzepte und Theorien auf die jeweiligen Lebensbereiche. So bezeichnet sie sich selbst als „K-Strategin“37, weil sie nur ein Kind hat, und sieht ihre Schüler nicht als Individuen, sondern als Organismen, deren Art, Gattung, Ordnung und Klasse sie bestimmen kann.38 Ihre Schülerin Ellen bezeichnet sie als „Opfertier“39 und hilft ihr aus Prinzip nicht, da dies die natürliche Selektion nur verfälschen würde.40 Damit vertritt sie eine biologistische Weltsicht. Unter Biologismus ist nämlich „ die Übertragung biologischer Prinzipien und Erklärungsmodelle auf nicht-biologische Phänomene“41 zu verstehen.
1. Einleitung: Diese Einleitung verortet das Thema Macht in der neueren deutschen Schulliteratur und stellt den Roman von Judith Schalansky als Untersuchungsobjekt vor.
2. Macht und Ohnmacht – Begriffsverständnis: Dieses Kapitel skizziert verschiedene soziologische Machtkonzepte und entwickelt eine Arbeitsdefinition für die Begriffe Macht und Ohnmacht.
3. Die Figur Inge Lohmark in Judith Schalanskys Der Hals der Giraffe: Hier wird die Hauptfigur detailliert analysiert, insbesondere ihre Weltsicht, ihr Machtbereich im Unterricht und die Grenzen ihrer Macht in ihrem Privatleben und durch ihre Entlassung.
4. Weitere Lehrerfiguren in Judith Schalanskys Der Hals der Giraffe: Dieses Kapitel untersucht die Lehrerfiguren Thiele, Bernburg, Schwanneke und Kattner und stellt sie der Hauptfigur gegenüber.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass Inge Lohmark trotz ihrer Machtansprüche als ohnmächtig charakterisiert wird und dass der Roman das System Schule als autoritär kritisiert.
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Die Arbeit analysiert Machtverhältnisse innerhalb der Institution Schule anhand des Romans "Der Hals der Giraffe" von Judith Schalansky.
Die zentralen Themen sind Machtkonzeptionen, das biologistische Weltbild der Hauptfigur, das Lehrer-Schüler-Verhältnis und die Grenzen individueller Handlungsfähigkeit in einem schulischen System.
Die Arbeit untersucht, wie die Lehrerfiguren im Roman Macht ausüben oder ohnmächtig bleiben und wie sich dies durch ihre Weltanschauungen begründet.
Die Autorin verwendet eine aspektgeleitete Figurencharakterisierung und analysiert den Text auf Basis soziologischer Machttheorien.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Analyse der Hauptfigur Inge Lohmark und einen Vergleich mit anderen Lehrerfiguren des Romans.
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Macht, Ohnmacht, Biologismus und die spezifische Analyse von Lehrerrollen definiert.
Lohmark nutzt die Biologie als universell gültiges "stabiles Konstrukt", um sich eine überlegene Position zu verschaffen und moralische Fragestellungen zu umgehen.
Die Entlassung markiert den Zusammenbruch ihrer Machtposition und verdeutlicht ihre Unfähigkeit, sich an die Anforderungen der modernen Institution Schule anzupassen.
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