Examensarbeit, 1974
55 Seiten, Note: Sehr gut
Einleitung
A) Freuds Bild vom Menschen
B) Das Phänomen der Angst
I. Der Begriff der Angst
II. Das Wesen der Angst
C) Das Verhältnis von Angst und Sexualität
I. Symptome und Ätiologie der Angstneurose
II. Angst aus verdrängter Libido
III. Verdrängung der Libido aus Angst
IV. Die kindliche Angst
D) Neurotische Angst - Realangst
I. Die neurotische Angst
II. Realangst
III. Verbindung von Realangst und neurotischer Angst
IV. Angst und Schuld
E) Angst und Gefahrsituationen
I. Die Gefahrsituation in den einzelnen Entwicklungsstadien
II. Trennungsangst
III. Die Bedeutung der Gefahrsituation für die Angst
F) Die Geburtsangst
G) Schluß
Das Hauptziel dieser wissenschaftlichen Arbeit besteht darin, die Entwicklung von Sigmund Freuds Angsttheorie im Verlauf seiner Forschungstätigkeit systematisch und chronologisch nachzuvollziehen. Dabei wird insbesondere die schwierige Abgrenzung zwischen neurotischer Angst und Realangst sowie der Einfluss biologischer und psychischer Faktoren auf das Verständnis des Angstphänomens untersucht.
Die kindliche Angst
Eine erste kurze Aussage Freuds über die Angst der Kinder findet man schon in seiner Abhandlung „Zur Psychologie der Traumvorgänge“. Er schreibt hier:
„Daß der sexuelle Verkehr Erwachsener den Kindern, die ihn bemerken, unheimlich vorkommt und Angst in ihnen erweckt, ist, möchte ich sagen, Ergebnis der täglichen Erfahrung. Ich habe für diese Angst die Erklärung gegeben, daß es sich um eine sexuelle Erregung handelt, die von ihrem Verständnis nicht bewältigt wird, auch wohl darum auf Ablehnung stößt, weil die Eltern in sei verflochten sind, und die darum sich in Angst verwandelt. ... Auf die bei Kindern so häufig nächtlichen Angstanfälle mit Halluzinationen (den Pavor nocturnus) würde ich dieselbe Erklärung unbedenklich anwenden. Es kann sich auch da nur um unverstandene und abgelehnte sexuelle Regungen handeln“.
Einleitung: Einführung in die Problematik von Freuds Angsttheorie und Begründung des gewählten methodischen Vorgehens.
A) Freuds Bild vom Menschen: Darstellung des biologisch determinierten Menschenbildes, das Freuds psychoanalytische Ansätze prägt.
B) Das Phänomen der Angst: Definition des Angstbegriffs und Differenzierung zwischen Furcht und Angst im wissenschaftlichen Diskurs.
C) Das Verhältnis von Angst und Sexualität: Analyse der Ursprünge neurotischer Angst in Bezug auf gestaute Libido und sexuelle Schädlichkeiten.
D) Neurotische Angst - Realangst: Untersuchung der Unterscheidung zwischen der "Signalangst" vor Realgefahren und der Angst aus inneren Triebkonflikten.
E) Angst und Gefahrsituationen: Analyse der Gefahrsituationen in verschiedenen Entwicklungsstadien, insbesondere im Hinblick auf Trennungsangst.
F) Die Geburtsangst: Kritische Auseinandersetzung mit der These, dass der Geburtsakt das Prototyp-Ereignis für jede spätere Angst ist.
G) Schluß: Resümee der theoretischen Entwicklung und Reflexion über die Konsistenz und Grenzen von Freuds Angsttheorien.
Sigmund Freud, Angst, Psychoanalyse, Libido, Realangst, Neurose, Signalangst, Triebtheorie, Geburtstrauma, Ich-Psychologie, Verdrängung, Schuldgefühl, Gefahrsituation.
Die Arbeit analysiert die Entwicklung und die verschiedenen Phasen der Angsttheorie von Sigmund Freud, um Ordnung in die komplexen und teils widersprüchlichen Aussagen Freuds zu diesem Thema zu bringen.
Im Zentrum stehen die Entwicklung des Libidobegriffs in Bezug auf die Angst, die Differenzierung zwischen Realangst und neurotischer Angst sowie die Bedeutung der Gefahrsituationen für das psychische Wohlbefinden.
Das Ziel ist es, in einer chronologischen Untersuchung aufzuzeigen, wie Freud versucht hat, zu einer einheitlichen Angsttheorie zu gelangen, trotz der theoretischen Schwierigkeiten und Brüche in seinem Werk.
Der Autor nutzt eine systematische und chronologische Literaturanalyse der Freudschen Originalwerke sowie relevanter zeitgenössischer Sekundärliteratur, um die Entwicklung der theoretischen Ansätze nachzuzeichnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der physiologischen Anfänge (Libido-Stauung), den Übergang zur Ich-Psychologie und Signalangsttheorie sowie eine kritische Betrachtung des Geburtstraumas als Modell für Angstzustände.
Die zentralen Begriffe sind Psychoanalyse, Angsttheorie, Libido, Realangst, neurotische Angst und das Konzept der Signalangst.
Freud sah im Geburtsakt eine "traumatische Situation" massiver Reizüberflutung, die als Prototyp für die spätere Unfähigkeit des Individuums dient, überwältigende Erregungssummen psychisch zu bewältigen.
Während die frühe Theorie Angst als "umgewandelte Libido" (toxisch) betrachtete, definiert die spätere Signalangsttheorie das Angstsignal als eine vom Ich bewusst gesteuerte Maßnahme, um eine drohende Gefahr vorherzusehen und zu vermeiden.
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