Examensarbeit, 2005
88 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
2 Mk 14,47-50
2.1 Erste Orientierung über den Text
2.1.1 Der situative Kontext
2.1.2 Mk 14,47-50 im Kontext der Passionsgeschichte
2.1.3 Gliederung
2.2 Analyse von Mk 14,47-50
2.2.1 Synchrone Aspekte
2.2.1.1 Sprachlich-Syntaktische Analyse
2.2.1.2 Bestimmung der Textsorten
2.2.1.3 Semantische Analyse: Handlungsstränge
2.2.1.4 Standort des Erzählers
2.2.2 Diachrone Aspekte
2.2.2.1 Analyse der Einzelverse – V47
2.2.2.2 Analyse der Einzelverse - VV48f
2.2.2.3 Analyse der Einzelverse - V50
2.2.2.3.1 Exkurs Eta Linnemann
2.3 Interpretation von Mk 14,47-50
2.3.1 Interpretation von V47
2.3.1.1 Die Identität des Schwertstreichers
2.3.1.2 Die Funktion des Schwertstreiches
2.3.2 Interpretation von V48
2.3.3 Interpretation von V49
2.3.4 Interpretation von V50
2.3.5 Zusammenfassung der theologischen Hintergründe
2.3.6 Historische Aspekte in Mk 14,47-50
2.4 Zusammenfassung Mk 14,47-50
3 Parallelen
3.1 Matthäus 26,51-56
3.1.1 Der situative Kontext
3.1.2 Unterschiede und Gemeinsamkeiten
3.1.3 Redaktion und Tradition
3.1.4 Interpretation
3.2 Exkurs Lk 22,35-38
3.2.1 Der situative Kontext
3.2.2 Redaktion und Tradition
3.2.3 Interpretation
3.3 Lukas 22,49-53
3.3.1 Der situative Kontext
3.3.2 Unterschiede und Gemeinsamkeiten
3.3.3 Redaktion und Tradition
3.3.4 Interpretation
3.4 Johannes 18,10f
3.4.1 Der situative Kontext
3.4.2 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
3.4.3 Redaktion und Tradition
3.4.4 Interpretation
3.5 Mt 10,34
4 Vergleich
5 Der historische Jesus und die Gewalt
5.1 Vorbemerkungen
5.2 Exkurs: Die Zeloten
5.2.1 Die Zeloten in den christlichen Quellen
5.2.1.1 Die Zeloten bei Flavius Josephus
5.3 Der historische Jesus und die Zeloten
5.3.1 Pro Nähe zum Zelotentum
5.3.1.1 Brandon’s Zealots Theorie
5.3.2 Contra Nähe zum Zelotentum
5.4 Zusammenfassung
6 Fazit
Das Ziel der Arbeit ist es, das Problem der Gewalt in der Jesustradition anhand der Perikope Mk 14,47-50 und ihrer Parallelen zu untersuchen, um zu klären, inwieweit das Bild des friedlichen Jesus durch diese gewalthaltigen Passagen in Frage gestellt wird oder eine historisch verzerrte Darstellung vorliegt.
2.3.1.1 Die Identität des Schwertstreichers
In der Literatur findet man hauptsächlich vier mögliche Theorien bezüglich der Identität des Schwertschlägers: 1. Der Schwertschläger war einer der Jünger, 2. der Schwertschläger war einer der Häschergruppe, 3. der Schwertschläger war einer der nicht näher definierten Dabeistehenden, die als Zuschauer oder Anhänger Jesus (nicht die Zwölf) definiert werden können, oder 4. der Jüngling aus VV51f. könnte das Schwert geführt haben.
Der Schwertzieher wird in V47 mit „ei(=j de/ [tij] tw=n paresthko/twn“ eingeführt, als wolle Mk sagen „irgendein Jemand unter den Dabeistehenden“94. Sicher kann man beim ersten Lesen an einen der Jünger denken, aber auch die Tatsache, dass die Häscher mit Schwertern bewaffnet waren, kann für einen versehentlichen Schwertschlag von ihrer Seite aus sprechen. Gerade weil Lk, Mt und Joh den Schwertstreicher näher zu Jesus rücken,95 drängt sich die Frage auf, warum gerade das Mk-Evangelium die Identität dieser Person verschweigt. Laut Theißen erhält der Schwertzieher eine Schutzanonymität. „Schon den antiken Tradenten und Erzählern war bewusst, dass der Schwertzieher gefährdet war, wenn seine Identität enthüllt wurde.“96
Da es zunächst unklar ist, wer mit „tw=n paresthko/twn“ gemeint ist, kann man denken, dass diese Person, wenn sie für Jesus Partei ergreift, einer der Zwölf ist („ei)=j tw=n dw/deka“ - wie Judas in Mk 14,43 beschrieben wird), oder er hätte wie in Mk 14,32 „maqhth/j“ genannt werden können.97 So setzt „ei(=j§de/ [tij] tw=n paresthko/twn“ „[…] eine andere Einführung der Umgebung Jesu voraus, als wir sie in 14,32 finden.“98 Diese Tatsache, zusammen mit dem Ausbleiben der Reaktion der Häschergruppe, spricht nach Linnemann gegen einen Jünger als Schwertschläger.99
1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Gewalt in der Jesustradition ein und legt die Forschungsfrage sowie die methodische Vorgehensweise dar.
2 Mk 14,47-50: Dieses Kapitel liefert eine detaillierte exegetische Analyse der Perikope der Gefangennahme, unter Berücksichtigung synchroner und diachroner Aspekte.
3 Parallelen: Es erfolgt die Betrachtung und der Vergleich der synoptischen und johanneischen Parallelen zum Schwertstreich sowie weiterer relevanter Jesusworte.
4 Vergleich: Die Ergebnisse aus der Analyse der Evangelien werden zusammengeführt, um eine ursprüngliche Tradition zu rekonstruieren.
5 Der historische Jesus und die Gewalt: Dieser Teil beleuchtet die historische Situation zur Zeit Jesu, insbesondere die Rolle der Zeloten, und diskutiert das Verhältnis Jesu zu dieser Bewegung.
6 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung des Gewaltproblems und ordnet die Ergebnisse in die historische Forschung ein.
Gewalt, Jesustradition, Passionsgeschichte, Markusevangelium, Schwertstreich, Zeloten, historischer Jesus, Gefangennahme Jesu, Jüngerflucht, Schrifterfüllung, Religiöse Bewegungen, Politische Implikationen, Exegese, Historizität, Reich Gottes.
Die Arbeit untersucht das Problem der Gewalt in der Jesustradition, fokussiert auf die Erzählung vom Schwertstreich bei der Gefangennahme Jesu.
Die Untersuchung konzentriert sich auf exegestische Analysen der Evangelientexte und die historische Einordnung von Widerstandsbewegungen, speziell der Zeloten.
Ziel ist es zu klären, ob die friedliche Darstellung Jesu durch die überlieferten Passagen zur Gewalt in Frage gestellt wird oder ob durch die Tradition eine verzerrte Sicht entstand.
Die Arbeit nutzt historisch-kritische Methoden wie Synchrone und Diachrone Analyse sowie Traditions- und Redaktionskritik.
Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Analyse der Markustexte, einen Vergleich mit den Parallelen bei Mt, Lk und Joh sowie einen historischen Exkurs über den historischen Jesus und die Zeloten.
Zentrale Begriffe sind Gewalt, Jesustradition, Schwertstreich, Zeloten, Historizität, Schrifterfüllung und das Verhältnis von Jesus zu politischen Bewegungen seiner Zeit.
Er wirkt episodenhaft, hat keine direkte Konsequenz für den Erzählverlauf (keine Reaktion der Häscher) und widerspricht in manchen Auslegungen dem pazifistischen Bild Jesu.
Der Begriff steht für eine jüdische Widerstandsbewegung, die aktiven Widerstand gegen die römische Besatzung forderte und deren Ideale Jesus möglicherweise beeinflusst haben könnten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

