Bachelorarbeit, 2015
47 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Forschungsstand und Quellenlage
1.3 Aufbau
2. Nationale Frage in Deutschland und Frankreich
2.1 Vom Patriotismus zum Nationalismus
2.2 Deutsch-französisches Verhältnisse nach 1871
3. Rolle des Militärs in der deutschen und französischen Gesellschaft
4. Militärische Erziehung in der Volksschule
4.1 Erziehungsfunktion des Lehrers
4.2 Deutsch-französische Feindschaft im Unterricht
4.3 Militarismus und Unterrichtsfächer
4.3.1 Vaterländischer Geschichtsunterricht
4.3.2 Instruction civique und instruction morale
5. Schlussbetrachtung
6. Wissenschaftlicher Apparat
Diese Arbeit untersucht den Einfluss von Militarisierung und Nationalismus auf das Volksschulwesen im Deutschen Kaiserreich und der Dritten Französischen Republik zwischen 1871 und 1914. Die zentrale Forschungsfrage ist, inwieweit die Schule als Sozialisierungsinstanz zur paramilitärischen Erziehung der männlichen Jugend beigetragen hat und welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten sich in den Erziehungskonzepten beider Nationen manifestierten.
4.1 Erziehungsfunktion des Lehrers
Der Lehrer spielte bei der militärischen Erziehung der Schüler in Deutschland und Frankreich als Identifikationsfigur eine entscheidende Rolle. Genauso wie in Frankreich waren in Deutschland die meisten Lehrer Unteroffiziere oder Offiziere der Reserve und standen der Regierung ihrer Rolle entsprechend nah. Zwischen 1870 und 1914 ist in den meisten Fällen von einer willigen Einordnung der Lehrer in das nationalistische Weltbild ihrer Nation auszugehen.
Seit der Reichsgründung hatten sich in Deutschland die meisten Lehrer dem Nationalliberalismus zugewandt. Das Nationalbewusstsein ersetzte zunehmend das Interesse der Einzelstaaten. Daneben forderten die Regierung und das Militär, dem Militär nahestehende Unteroffiziere zu Volksschullehrern zu machen. So beeinflussten der Staat und das Militär maßgeblich die Lehrer und die Lerninhalte. Seit 1827 hatten die preußischen Volksschullehrer über das Berufsprivileg eines nur sechswöchigen Militärdienstes verfügt. Nach 1871 und der zunehmenden gesellschaftlichen Militarisierung wurde das jedoch als Nachteil empfunden und die Lehrerverbände bemühten sich, das Bildungsprivileg des Einjährigfreiwilligendienstes zu erlangen. Ende der 1890er Jahre wurde dieser einjährige Militärdienst zur Berufsanforderung. Dadurch waren die Volksschullehrer noch enger mit dem Militär verbunden und gehörten fortan gesellschaftlich zu den „Gebildeten“.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Ausgangslage vor 1914 ein, thematisiert das "Augusterlebnis" und definiert die Zielsetzung, die militärische Erziehung an Schulen kritisch zu beleuchten.
2. Nationale Frage in Deutschland und Frankreich: Das Kapitel analysiert den Wandel von lokaler patriotischer Mentalität hin zu einem ideologisierten Nationalismus in beiden Ländern nach 1871.
3. Rolle des Militärs in der deutschen und französischen Gesellschaft: Es wird die gesellschaftliche Verankerung des Militärs sowie dessen symbolische Bedeutung und die damit verbundene Militärkritik dargestellt.
4. Militärische Erziehung in der Volksschule: Dieser Hauptteil untersucht die Schule als Sozialisierungsinstanz, die Rolle der Lehrer, die Instrumentalisierung von Unterrichtsfächern und die Feindbildvermittlung.
5. Schlussbetrachtung: Die Ergebnisse werden zusammengeführt, wobei die Unterschiede in der politischen Kultur und der Grad der staatlich gesteuerten Erziehung in beiden Nationen kontrastiert werden.
6. Wissenschaftlicher Apparat: Detaillierte Auflistung der verwendeten Quellen, politischen Schriften und Schulbücher.
Militarisierung, Nationalismus, Volksschule, Deutschland, Frankreich, Erziehungsstaat, Patriotismus, Lehrer, Soldaten, Kaiserreich, Dritte Republik, Erbfeindschaft, Geschichtsunterricht, Instruction civique, Erziehung
Die Arbeit vergleicht die militärische Erziehung der männlichen Jugend an Volksschulen im Deutschen Kaiserreich und in der Dritten Französischen Republik zwischen 1871 und 1914.
Die zentralen Themen umfassen Nationalismus, Militarisierung der Gesellschaft, die Rolle der Lehrerschaft als Reserverang-Inhaber und die Instrumentalisierung von Schulfächern zur nationalen Identitätsstiftung.
Ziel ist es zu überprüfen, ob man in beiden Ländern von einer paramilitärischen Erziehung sprechen kann und wie die Schule zur Mobilisierung der Massen beitrug.
Es handelt sich um eine vergleichende historische Analyse, die auf Fachmonografien, zeitgenössischen pädagogischen Schriften und Lehrbüchern der Zeit basiert.
Der Hauptteil widmet sich der konkreten schulischen Sozialisierung, der Erziehungsfunktion des Lehrers sowie den spezifischen Lerninhalten zur Feindbildvermittlung und Staatsbürgerkunde.
Militarisierung, Nationalismus, Erziehungsstaat, Patriotismus, Soldatennachwuchs und Erbfeindschaft.
Ja, während deutsche Volksschullehrer durch den Einjährigfreiwilligendienst enger mit der Armee verbunden und gesellschaftlich aufgewertet wurden, blieb der Lehrer in Frankreich stärker in ein ziviles Staatsbürgerkonzept eingebunden.
Durch die Instrumentalisierung des Geschichtsunterrichts und die ständige Betonung der "Erbfeindschaft", wobei beispielsweise in Frankreich der Verlust von Elsass-Lothringen zentrales Thema war.
Ja, es gab pazifistische Strömungen unter Lehrern, etwa den "Hervérismus" in Frankreich, die jedoch in der Minderheit blieben und oft politisch sanktioniert wurden.
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