Masterarbeit, 2018
84 Seiten, Note: 1.7
1. Einleitung
1.1. Fragestellung
1.2. Forschungsstand und Quellengrundlage
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Zu Fanny Lewald (1811-1889)
2.1. Biografie
2.2. Literarisches Werk
2.3. Forschungsperspektiven
3. „Erinnerungen aus dem Jahre 1848“
3.1. Fanny Lewalds Reiseroute
3.2. Quellenkritik
4. Demokratische Bewegung in Frankreich und Deutschland
4.1. Von 1830 bis 1847
4.2. Das Jahr 1848
5. Frühsozialismus bis 1848
5.1. Ursprung und Idee
5.2. Deutscher Frühsozialismus bis 1848
5.3. Abgrenzung zum Marxismus
6. Fanny Lewalds politische Weltanschauung
6.1. Republikanisches Zukunftsbild
6.2. „Sociale Revolution“
6.3. Vergleich der deutschen Revolution mit den französischen Voraussetzungen
6.4. Beurteilung der Frankfurter Abgeordneten
6.5. Kunst und Revolution
6.6. Judenemanzipation
7. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Weltanschauung der Schriftstellerin Fanny Lewald während der Revolution von 1848, wobei ihr Reisebericht „Erinnerungen aus dem Jahre 1848“ als primäre Quelle dient. Ziel ist es, Lewalds politische Positionen, ihre Einschätzung der Revolutionsereignisse in Frankreich und Deutschland sowie ihre sozialistischen Überzeugungen kritisch zu analysieren und einzuordnen.
3.1. Fanny Lewalds Reiseroute
Der erste Teil der „Erinnerungen“ ist ein „heiteres, fast fröhliches Buch.“ Die Revolution erscheint wie „der langerwartete Frühling“ – der vielbeschworenen „Völkerfrühling.“ Fanny Lewald bricht am 28. Februar zusammen mit ihrer Freundin Therese von Bacheracht von Oldenburg nach Paris auf, wo es im Februar 1848 die ersten Volksaufstände, die Februarrevolution, gibt. Die damaligen Reisebedingungen machen es notwendig, verschiedene Zwischenstationen anzusteuern. Die erste Station auf dem Weg ist Bremen, die zweite ist Düsseldorf. In Düsseldorf muss Fanny Lewald länger verweilen, als sie geplant hat, da die Eisenbahnverbindung wegen der revolutionären Verhältnisse unterbrochen ist. Düsseldorf bringt sie wenig Sympathien entgegen, weil zwar zahlreiche Menschen die Straßen säumen, die aber den Pariser Ereignissen nicht positiv gegenüberstehen: „Louis Philipp höre ich täglich von vielen Personen bedauern.“
Fanny Lewald fiebert der Ankunft in Paris entgegen, sodass sie dem Aufenthalt in Köln und Brüssel auch wenig abgewinnen kann. Schließlich kommt Fanny Lewald am 10. März 1848 in Paris an und ist begeistert. Sie beobachtet die Spuren der Revolution und beschreibt Barrikadenreste, herausgerissenen Pflastersteine und weitere Spuren der Revolutionskämpfe im Stadtbild. Die Schilderungen der Revolution werden durch detaillierte Beschreibungen der Stadt Paris ergänzt. Damit bildet Lewalds sehr einzigartiger Text über Stadt und Revolution nach Gerhard Kaiser „einen frühen, nie mehr überbotenen Höhepunkt der deutschsprachigen nichtfiktionalen Parisliteratur weiblicher Autoren.“
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der 1848er Revolution als europäisches Ereignis ein und stellt Fanny Lewald als politisch engagierte Beobachterin vor, deren Aufzeichnungen als zentrale Quelle dienen.
2. Zu Fanny Lewald (1811-1889): Dieses Kapitel beleuchtet Lewalds biografischen Werdegang von der schüchternen Außenseiterin zur emanzipierten Schriftstellerin und gibt einen Überblick über ihr literarisches Wirken sowie aktuelle Forschungsperspektiven.
3. „Erinnerungen aus dem Jahre 1848“: Hier wird der Reisebericht als Quelle quellenkritisch eingeordnet und Lewalds Reiseroute von Oldenburg über Paris nach Berlin und Frankfurt nachgezeichnet.
4. Demokratische Bewegung in Frankreich und Deutschland: Dieses Kapitel kontextualisiert die Revolution durch einen Rückblick auf die Entwicklungen seit 1830 in Frankreich und die spezifischen Rahmenbedingungen im Deutschen Bund vor und während des Jahres 1848.
5. Frühsozialismus bis 1848: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Frühsozialismus sowie dessen Rezeption durch Lewald und die Abgrenzung zum Marxismus analysiert.
6. Fanny Lewalds politische Weltanschauung: Als Hauptteil der Arbeit untersucht dieses Kapitel Lewalds republikanisches Zukunftsbild, ihr Verständnis von „socialer Revolution“, ihre Kritik an der Frankfurter Nationalversammlung, ihr Verhältnis zu Kunst und Religion sowie die Judenemanzipation.
7. Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Untersuchungsergebnisse zusammen und ordnet Lewalds politisches Denken in den Forschungsstand ein.
Fanny Lewald, Revolution 1848, Frühsozialismus, politische Weltanschauung, Frauenemanzipation, Judenemanzipation, Republikanismus, Paulskirche, Vormärz, Bildungsbürgertum, Demokratie, Reisebericht, politische Partizipation, soziale Frage, Deutschland.
Die Arbeit analysiert die politische Weltanschauung der Schriftstellerin Fanny Lewald im Kontext der Revolution von 1848, basierend auf ihrem Reisebericht „Erinnerungen aus dem Jahre 1848“.
Zu den Schwerpunkten zählen Lewalds Verhältnis zu republikanischen Ideen, ihr Interesse am Frühsozialismus, die Bewertung der Frankfurter Nationalversammlung sowie ihre Haltung zur sozialen Frage und Judenemanzipation.
Ziel ist es, Lewald nicht nur als emanzipierte Frau zu betrachten, sondern Fanny Lewald als politisch denkende Person und europaweit agierende Beobachterin des Jahres 1848 in den Mittelpunkt zu stellen.
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse des Reiseberichts „Erinnerungen aus dem Jahre 1848“, eingebettet in den historischen Kontext der demokratischen Bewegung und des Frühsozialismus.
Der Hauptteil analysiert Lewalds Ansichten zu Themen wie dem republikanischen Zukunftsbild, der Beurteilung der Parlamentarier in der Paulskirche, dem Verhältnis von Kunst und Politik sowie ihrem Verständnis einer „socialen Revolution“.
Die Untersuchung wird durch Begriffe wie Revolution 1848, Fanny Lewald, Frühsozialismus, Volkssouveränität, Judenemanzipation und bürgerliche Freiheit charakterisiert.
Paris fungierte für Lewald als Maßstab und Vorbild für eine konsequente, republikanische Entwicklung, an der sie das zögerliche und monarchisch geprägte Verhalten der Deutschen spiegelte.
Lewald kritisiert die Abgeordneten scharf für ihre Zaghaftigkeit, mangelnde Organisation und den fehlenden Pragmatismus, was in ihren Augen den Erfolg der demokratischen Bestrebungen gefährdete.
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