Bachelorarbeit, 2016
43 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Die Quellen
2.1. Die griechisch-römischen Quellen
2.2. Die chinesischen Quellen
2.3. Der Archäologische Befund
3. Der Handel
3.1. Die Waren
3.2. Die Routen
4. Mythen und Seemannsgarn
4.1. Von blonden Äthiopiern
4.2. Von feuerspeienden Riesen
5. Sonstige Kontakte
5.1. Die Schlacht von Carrhae und die „Fischschuppen-Krieger“
5.2. Die Mission von Gan Ying
5.3. Die „Antun“-Gesandtschaft
5.4. Spätantike Kontakte
6. Was John Cusack und Jackie Chan verband
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Kontakte zwischen dem Römischen Reich und dem Kaiserreich China während der Antike. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie viel tatsächlicher Austausch stattgefunden hat, welche Waren gehandelt wurden und wie sich die gegenseitige Wahrnehmung der beiden Weltmächte in ihren schriftlichen Quellen widerspiegelte.
2.1. Die griechisch-römischen Quellen
Entgegen des Titels soll sich das Kapitel nicht ausschließlich mit den griechisch-römischen Quellen befassen, sie sind allerdings das Hauptaugenmerk. Ziel ist es herauszufinden ob es sich bei den in den Quellen genannten Reichen tatsächlich um das antike China handeln kann.
Es lassen sich bereits vor der klassischen Geschichtsschreibung Hinweise auf Kontakte zwischen dem chinesischen Volk und den Mittelmeerkulturen finden. So berichtet der alttestamentarische Prophet Jesaja über die Wiederherstellung Zions, dass dessen Weiden und Quellen Völker aus aller Welt anlocken werden. „Seht her: Sie kommen von fern, die einen von Norden und Westen, andere aus dem Land der Siniter.“ Diese Siniter sind laut Yule durchaus als Chinesen zu identifizieren, da sie in Kontrast zu den Völkern aus dem Norden und Westen gestellt werden, daher im Süden und Osten zu verorten sind.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der römisch-chinesischen Kontakte ein, kontrastiert moderne filmische Fiktion mit der historischen Realität und skizziert die wissenschaftliche Quellenlage.
2. Die Quellen: Dieses Kapitel analysiert sowohl griechisch-römische als auch chinesische Dokumente kritisch und untersucht deren Verlässlichkeit bei der Identifizierung des jeweils anderen Reiches.
2.1. Die griechisch-römischen Quellen: Hier werden antike Texte von Autoren wie Strabon, Plinius und Ptolemäus auf ihre Kenntnisse über Seres und das ferne Osten untersucht.
2.2. Die chinesischen Quellen: Der Fokus liegt hier auf den offiziellen Chroniken der Dynastien und deren Berichten über das mysteriöse Reich Da-Qin.
2.3. Der Archäologische Befund: Dieses Kapitel liefert physische Beweise für den Warenaustausch und kulturelle Einflüsse anhand von archäologischen Fundstücken wie Münzen, Textilien und Achatgefäßen.
3. Der Handel: Hier wird der ökonomische Austausch, die Bedeutung der Seide und die Struktur der Handelsnetzwerke detailliert erörtert.
3.1. Die Waren: Untersuchung des Warenstroms zwischen Ost und West, mit Schwerpunkt auf Luxusgütern, Metallen und den Handelsbeschränkungen.
3.2. Die Routen: Analyse der komplexen Land- und Seewege, die den transkontinentalen Handel trotz geografischer und politischer Barrieren ermöglichten.
4. Mythen und Seemannsgarn: Darstellung der Konstruktion exotischer Bilder über fremde Völker in der antiken Literatur.
4.1. Von blonden Äthiopiern: Analyse der ungenauen und teilweise fabulierten Beschreibungen der Serer in westlichen Quellen.
4.2. Von feuerspeienden Riesen: Aufarbeitung der fantastischen Berichte in chinesischen Quellen über das ferne Reich Da-Qin.
5. Sonstige Kontakte: Dieses Kapitel diskutiert spezifische historische Ereignisse, die als mögliche direkte Kontakte interpretiert werden.
5.1. Die Schlacht von Carrhae und die „Fischschuppen-Krieger“: Untersuchung der Dubs'schen Theorie über das Aufeinandertreffen römischer Legionäre und chinesischer Truppen.
5.2. Die Mission von Gan Ying: Analyse des chinesischen Versuchs, das Römische Reich direkt zu kontaktieren.
5.3. Die „Antun“-Gesandtschaft: Besprechung der belegten Ankunft römischer Gesandter am chinesischen Kaiserhof im Jahr 166 n. Chr.
5.4. Spätantike Kontakte: Zusammenfassung der letzten überlieferten Berichte über römische Händler in China bis in die Spätantike.
6. Was John Cusack und Jackie Chan verband: Ein Fazit, das die moderne popkulturelle Rezeption mit den historischen Erkenntnissen der Arbeit abgleicht.
Seidenstraße, Römische Reich, Han-Reich, Seres, Da-Qin, Antun-Gesandtschaft, Warenaustausch, Gan Ying, Archäologische Funde, Handelsrouten, Historische Kontakte, Antike, Sinologie, Fernhandel, Kulturgeschichte.
Die Arbeit untersucht die historische Verbindung zwischen dem Römischen Reich und China in der Antike, um den tatsächlichen Grad an Kontakt und gegenseitigem Wissen zu ermitteln.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse antiker Quellen, der ökonomischen Dimension des Handels über die Seidenstraße sowie der archäologischen Beweisführung.
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen realen Handelskontakten und den in antiken Quellen überlieferten, oft mythisch verklärten Vorstellungen beider Zivilisationen voneinander aufzudecken.
Es handelt sich um eine historische Quellenanalyse, die antike Texte mit moderner sinologischer Forschung und archäologischen Befunden korreliert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Quellenlagen, die ökonomischen Aspekte des Handels, eine Dekonstruktion antiker Mythen über fremde Reiche und die Analyse spezifischer Begegnungen wie der Antun-Gesandtschaft.
Seidenstraße, Da-Qin, Seres, Antun-Gesandtschaft, Römisch-chinesische Kontakte, Handelsrouten und Antike.
Sie gilt als das am besten belegte Ereignis direkten Kontakts zwischen römischen Untertanen und dem chinesischen Kaiserhof, wobei die Forschung heute eher von Händlern als von offiziellen Diplomaten ausgeht.
Der Autor diskutiert die Theorie von Homer H. Dubs kritisch, betont jedoch, dass trotz der Plausibilität einer römischen Testudo-Formation als Ursprung, eindeutige archäologische Belege fehlen.
Die Beschreibungen von "feuerspeienden Magiern" oder "fünf Palästen aus Kristall" werden als verzerrte Wahrnehmungen interpretiert, die aus Missverständnissen, dem Fernhandel und dem Bedürfnis entstanden, das ferne Da-Qin als Spiegel-China zu konzeptualisieren.
Die Arbeit schließt sich der herrschenden Forschung an, dass Seres das chinesische Reich und Da-Qin das Römische Reich meint, wobei beide Begriffe in der Antike zunächst eher unscharfe Sammelbezeichnungen waren, die erst später präziser zugeordnet wurden.
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