Bachelorarbeit, 2017
72 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Stigmatisierungserfahrungen und Offenbarung der eigenen Behinderung
2.2 Stigmatisierungserfahrungen und Depression
2.3 Stigmatisierungserfahrungen und Intergruppenangst
2.4 Stigmatisierungserfahrungen und der Wunsch nach Inklusion
2.5 Stigmatisierungserfahrungen und Zurückweisungssensitivität
2.6 Stigmatisierungserfahrungen und Selbstwertgefühl
2.7 Stigmatisierungserfahrungen und soziodemografische Daten
2.7.1 Grad der Behinderung
2.7.2 Wohnort
2.7.3 Geschlecht
3 Methode
3.1 Stichprobe
3.2 Instrumente
3.2.1 Inventar Subjektiver Stigmatisierungserfahrungen (ISE)
3.2.2 Items zur Offenbarung der eigenen Behinderung
3.2.3 Patient Health Questionnaire 9 (PHQ9)
3.2.4 Intergroup Anxiety Scale
3.2.5 Desire For Inclusion Scale
3.2.6 Rejection Sensitivity Questionnaire (RSQ)
3.2.7 Self-Esteem-Skala
4 Auswertung
4.1 Stigmatisierungserfahrungen und Offenbarung der eigenen Behinderung
4.2 Stigmatisierungserfahrungen und Depression
4.3 Stigmatisierungserfahrungen und Intergruppenangst
4.4 Stigmatisierungserfahrungen und der Wunsch nach Inklusion
4.5 Stigmatisierungserfahrungen und Zurückweisungssensitivität
4.6 Stigmatisierungserfahrungen und Selbstwertgefühl
4.7 Stigmatisierungserfahrungen und soziodemografische Daten
4.7.1 Grad der Behinderung
4.7.2 Wohnort
4.7.3 Geschlecht
4.8 Interkorrelationen
5 Diskussion
5.1 Stigmatisierungserfahrungen und Offenbarung der eigenen Behinderung
5.2 Stigmatisierungserfahrungen, Depression, Intergruppenangst, Zurückweisungssensitivität und Selbstwertgefühl
5.3 Stigmatisierungserfahrungen und der Wunsch nach Inklusion
5.4 Stigmatisierungserfahrungen und soziodemografische Daten
5.5 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwieweit der Inklusionsgedanke in Deutschland gesellschaftlich verankert ist und wie körperlich behinderte Menschen Stigmatisierungserfahrungen erleben. Ziel der Forschungsarbeit ist es, Zusammenhänge zwischen diesen Erfahrungen und psychologischen Konstrukten wie Depression, Intergruppenangst und dem Selbstwertgefühl zu analysieren, um das Ausmaß der sozialen Herausforderungen für Betroffene aufzuzeigen.
2.2 Stigmatisierungserfahrungen und Depression
An Depression erkrankte Menschen haben eine gedrückte Stimmung und einen geminderten Antrieb. Die Fähigkeit zu Freude, das Interesse und die Konzentration sind vermindert (Dilling, Mombour & Schmidt (Hrsg.), WHO - World Health Organization WHO Press Mr. Ian Coltart, 2015). Diese Symptome bestimmen ihr Erleben und Verhalten. In jedem Jahr sind ungefähr 6-8% der Durchschnittsbevölkerung von einer depressiven Störung betroffen (Wittchen & Hoyer, 2011). Der Entstehung dieser Krankheit können biologische, psychosoziale und soziokulturelle Faktoren zugrunde liegen (Wittchen & Hoyer, 2011).
Prädisponierende Faktoren sind unter anderem auch schwerwiegende Krankheitserfahrungen oder chronische Belastung (Wittchen & Hoyer, 2011). Da körperlich behinderte Menschen zumeist schwerwiegende Krankheitserfahrungen machen, sind sie eindeutig vorbelastet an einer Depression zu erkranken. In einer Reihe von Untersuchungen ließ sich ein direkter Zusammenhang zwischen dem Erleben von Diskriminierung und einer schlechten gesundheitlichen Verfassung nachweisen (z.B. Landrine, Klonoff, Gibbs, Manning & Lund, 1995; Clark, Anderson, Clark & Williams, 1999; Schmitt, Branscombe & Postmes, 2003). Link, Struening, Rahav, Phelan und Nuttbrock (1997) präzisierten die Auswirkungen von Diskriminierungen und zeigten einen positiven Zusammenhang zwischen Diskriminierung und Depression auf.
Die psychosozialen Auswirkungen von Depression sind unter anderem ein gemindertes Selbstwertgefühl und sozialer Rückzug (Myers, 2008). Darüber hinaus halten depressionsbedingte Einschränkungen wie beispielsweise geringe Arbeitsproduktivität, langer Arbeitsausfall oder sogar Arbeitsplatzverlust oft wesentlich länger als die eigentliche Depressionssymptomatik an und können ein Rückfallfaktor sein (Wittchen, Jacobi, Klose, Ryl & Ziese, 2010). Körperlich behinderte Menschen, die an einer Depression erkranken, erfahren nicht nur aufgrund der Körperbehinderung Stigmatisierung, sondern ebenso aufgrund der psychischen Erkrankung. Nach Rüsch et al. (2004) werden Menschen mit psychischen Erkrankungen sogar noch missbilligender behandelt als körperlich Behinderte, weil sie häufig für ihre Erkrankung verantwortlich gesehen werden. In dieser Arbeit soll untersucht werden, ob es einen Unterschied in den Stigmatisierungserfahrungen gibt zwischen depressiven Menschen mit körperlicher Behinderung und nicht-depressiven Körperbehinderten (Fragestellung 2).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die gesetzlichen Grundlagen der Inklusion ein und verdeutlicht die Relevanz der Stigmatisierung behinderter Menschen als gesellschaftliche Realität.
2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert Konzepte wie Stereotype, Stigma-Management und Selbstkategorisierung, die den theoretischen Rahmen für die Analyse der Stigmatisierungserfahrungen bilden.
3 Methode: Hier werden das Forschungsdesign der Online-Befragung, die Zusammensetzung der Stichprobe und die verwendeten psychologischen Messinstrumente detailliert beschrieben.
4 Auswertung: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Analyse der Daten, einschließlich der Korrelationen zwischen Stigmatisierung und den untersuchten psychologischen Konstrukten.
5 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert und in den Kontext der theoretischen Modelle eingeordnet, gefolgt von einem Fazit zur Notwendigkeit weiterer Inklusionsbemühungen.
Inklusion, Stigmatisierung, Diskriminierung, Stereotype, Selbstkategorisierungstheorie, Behinderung, Depression, Selbstwertgefühl, soziale Teilhabe, Zurückweisungssensitivität, Intergruppenangst, Stigma-Management, psychosoziale Gesundheit, körperliche Behinderung, Teilhabe.
Die Arbeit untersucht das Stigmaerleben von Menschen mit körperlicher Behinderung im Kontext der Inklusion und analysiert die Auswirkungen auf deren psychische Gesundheit und soziale Identität.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Zusammenhang zwischen erlebter Diskriminierung und psychologischen Faktoren wie Depression, Intergruppenangst, Selbstwertgefühl sowie dem Wunsch nach Inklusion.
Ziel ist es zu erfassen, ob und in welchem Ausmaß körperlich behinderte Menschen Stigmatisierung erfahren und wie diese Erfahrungen mit anderen psychischen Belastungsfaktoren korrelieren.
Es wurde eine quantitative Online-Studie mittels standardisierter Fragebögen (u.a. Inventar Subjektiver Stigmatisierungserfahrungen, PHQ9, Self-Esteem-Skala) durchgeführt und mittels statistischer Korrelationsanalysen ausgewertet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der relevanten Stigma-Konzepte, die methodische Vorgehensweise und die empirische Auswertung der gesammelten Datensätze.
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Stigmatisierung, körperliche Behinderung, Selbstwertgefühl, Depression und Diskriminierung.
Die Arbeit zeigt, dass eine Offenbarung der Behinderung mit einer geringeren erlebten Stigmatisierung korreliert, was für die Theorie des Stigma-Managements und die soziale Identität relevant ist.
Es konnte nachgewiesen werden, dass Stigmatisierungserfahrungen positiv mit depressiven Symptomen korrelieren und negativ mit dem Selbstwertgefühl, was einen psychischen Teufelskreis für Betroffene bedeuten kann.
Die Studie konnte belegen, dass körperlich behinderte Frauen im Mittel signifikant mehr Stigmatisierungserfahrungen berichten als ihre männlichen Pendants.
Obwohl eine Tendenz zu beobachten war, konnten keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Stigmatisierung zwischen Dorfbewohnern und Stadtbewohnern festgestellt werden.
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