Bachelorarbeit, 2016
46 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1 Ziel und Forschungsfragen
1.2 Methodologie
2. Historischer Hintergrund: 68er Bewegung
2.1 Internationale Unruhen
2.2 Mexiko
2.3 Roberto Bolaño
3. Theorien der memoria
3.1 mémoire collective nach Maurice Halbwachs
3.2 Gedächtnis nach Paul Ricœur
3.3. kulturelles Gedächtnis nach Aleida und Jan Assmann
3.4 Literatur als Gedächtnismedium
4. Literarturwissenschaftliche Analyse
4.1 Zusammenfassung des Romans und bisheriger Forschungsergebnisse
4.2 Memoria individual
4.3 Memoria colectiva
4.4 Amuleto als medialer Rahmen des Erinnerns
5. Resümee und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht den Roman Amuleto von Roberto Bolaño hinsichtlich seiner Gedächtniskonzepte vor dem Hintergrund historischer Traumata, insbesondere des Massakers von Tlatelolco. Die Forschungsfrage fokussiert auf die Gestaltung der memoria individual der Protagonistin, deren Zusammenhang mit kollektiven Erinnerungsformen und die spezifische Rolle der Literatur bei der Gedächtnisbildung.
4.2 Memoria individual
„La voz, esa única voz para la cual está escrita y de la que depende el virtuoso y, por tanto, frágil relato Amuleto es la de Auxilio Lacouture, una uruguaya fascinante y chiflada, magnánime y lumpen, sensible e ingenua“. In diesem Abschnitt liegt der Fokus auf den Erinnerungen der Heldin des Romans: Auxilio Lacouture. Das obige Zitat von Dés verdeutlicht sehr gut, dass der persönliche Charakter und die subjektive Perspektive im Fall der memoria individual von großer Bedeutung ist. Denn die Erzählung in Amuleto hängt von Auxilios Stimme ab, die in der ersten Person Singular berichtet. Wie der Begriff memoria individual assoziiert, sind es die individuellen, persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen, die in diesem Fall geschildert werden. Auch Ricœur betont den individuellen Charakter des Gedächtnisses, indem er behauptet, dass „mis recuerdos no son los vuestros. En cuanto mía la memoria es un modelo de lo propio, de posesión privada“.
In Hinsicht auf die Fokalisierung im Text soll auf die Erzähltheorie nach Gérard Genette zurückgegriffen werden. Demnach ist der autodiegetische Erzähler, den wir in Amuleto finden, zugleich Erzähler und Hauptfigur, der seine eigene Geschichte schildert. Aus den subjektiven Erinnerungen heraus ergibt sich, wie Ricœur bestätigt, dass Erinnerungen niemals eine perfekte Rekonstruktion der Vergangenheit darstellen, da sie in der Gegenwart entstehen. Im Laufe des Romans wird diese nicht-perfekte Nachbildung der Vergangenheit durch mehrere Beispiele deutlich: die Erinnerungen sind nicht präzise und oftmals verwechselt Auxilio Jahreszahlen. Ein Zitat aus dem ersten Kapitel beweist die Verwechslung und Verwirrung, als die Protagonistin versucht, sich daran zu erinnern, wann sie nach Mexiko kam.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Gedächtnisbegriffs (la memoria) ein und verknüpft diesen mit politischen Unruhen und dem Roman Amuleto.
2. Historischer Hintergrund: 68er Bewegung: Dieses Kapitel beleuchtet weltweite Proteste des Jahres 1968, mit speziellem Fokus auf die Ereignisse in Mexiko und das Leben von Roberto Bolaño.
3. Theorien der memoria: Hier werden theoretische Grundlagen des kollektiven und individuellen Gedächtnisses sowie die Rolle der Literatur als Gedächtnismedium erläutert.
4. Literarturwissenschaftliche Analyse: Dieser Hauptteil wendet die zuvor skizzierten Theorien auf Bolaños Roman an, um individuelle und kollektive Erinnerungsprozesse sowie die mediale Funktion des Werkes zu untersuchen.
5. Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Rolle von Literatur als notwendiges Amulett gegen das Vergessen.
Roberto Bolaño, Amuleto, Tlatelolco, Memoria individual, Memoria colectiva, Gedächtnistheorie, Literaturwissenschaft, 68er Bewegung, Traumata, kollektives Gedächtnis, literarische Analyse, Mexiko-Stadt, Literatur als Gedächtnismedium, Erinnerungskultur, Auxilio Lacouture.
Die Arbeit analysiert Roberto Bolaños Roman Amuleto unter Einbeziehung literaturwissenschaftlicher und soziologischer Gedächtnistheorien im Kontext politischer Traumata.
Die Arbeit behandelt die Wechselwirkung zwischen individuellem Trauma und kollektiver Erinnerung sowie die Bedeutung des politischen Widerstands im literarischen Medium.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Bolaño in seinem Roman Gedächtniskonzepte nutzt, um das Massaker von Tlatelolco und die Erfahrungen einer traumatisierten Generation zu verarbeiten.
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Anwendung theoretischer Konzepte von Maurice Halbwachs, Paul Ricœur sowie Aleida und Jan Assmann.
Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Romanzusammenfassung, die Analyse der memoria individual der Protagonistin Auxilio, die Untersuchung der memoria colectiva und die Einordnung des Romans als Mediales Rahmenwerk des Erinnerns.
Zentrale Begriffe sind memoria individual, memoria colectiva, das Massaker von Tlatelolco, Trauma, sowie die Funktion der Literatur als "Amulett" gegen das Vergessen.
Die Damentoilette fungiert als zentraler, traumatischer Ort des Erinnerns (ein "Aleph"), von dem aus die Protagonistin ihre Erinnerungen rekonstruiert und eine Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft herstellt.
Laut der Analyse spiegelt der exzessive Gebrauch des Personalpronomens "yo" die Instabilität der Protagonistin wider und dient als Versuch, inmitten des traumatischen Chaos eine subjektive Gewissheit und Identität zu wahren.
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