Diplomarbeit, 2004
141 Seiten, Note: sehr gut (1,0)
1. Begriffserläuterung
1.1. Aggression und Gewalt
1.1.1. Aggression
1.1.2. Gewalt
1.2. Täter und Opfer
2. Ist Gewalt ein männliches Phänomen?
3. Warum werden Männer gewalttätig?
3.1. Die historische Entwicklung männlicher Gewalt in der westlichen Gesellschaft
3.2. Psychologische Theorien
3.2.1. Die psychoanalytische Triebtheorie
3.2.2. Die Psychopathologie
3.2.3. Die sozialpsychologischen Lerntheorien
3.3. Die männliche Sozialisation
a) Familie
b) Peer-Group
c) Medien
3.4. Biologische Ursachen
3.5. Alkoholmissbrauch
3.6. Sozioökonomische Faktoren
3.7. Kurzfristige Einflüsse
4. Täter-Opfer-Beziehung
4.1. Gibt es Parallelen zwischen gewaltbesetzten Partnerschaften?
4.2. Die Gewaltspirale
5. Interventions- und Handlungsmöglichkeiten
5.1. Exkurs: Aktuelle Gesetzeslage
5.1.1. 33. Strafrechtsänderungsgesetz
5.1.2. Die Verbesserung des zivilgerichtlichen Schutzes in Fällen häuslicher Gewalt
5.1.2.1. Das Gewaltschutzgesetz
5.1.2.2. Änderung von § 1361b BGB und § 14 LpartG
5.1.2.3. Weitere Änderungen
5.1.3. Das Platzverweisverfahren
5.2. Interventionen der Strafverfolgungsbehörden
5.3. Handlungsmöglichkeiten für betroffene Frauen
5.4. Handlungsmöglichkeiten für betroffene Männer
1. Entstehung in Deutschland
2. EuGeT
2.1. Was ist EuGeT?
2.2. Eine Hotline für häusliche Gewalttäter
2.3. Erste Erfahrungen und Ergebnisse
3. Täterberatung und Anti-Gewalt-Training
3.1. ProMann
3.2. Vorläufige Ergebnisse einer Evaluation sozialer Trainingskurse für Täter häuslicher Gewalt
3.3. JederMann e.V.
3.3.1. Der Verein
3.3.2. Die Adressaten
3.3.3. Ziele des Vereins
3.3.4. Das Anti-Gewalt-Training
4. Auswertung der Fragebögen
4.1. Beschreibung, Durchführung und Zielsetzung der Befragung
4.1.1. Beschreibung
4.1.2. Durchführung
4.1.3. Zielsetzung
4.2. Auswertungsmethode
4.3. Ergebnisse
4.3.1. Allgemein
4.3.2. Kontaktaufnahme zu Jedermann e.V.
4.3.3. Die Motivation
4.3.4. Die Beurteilung aus Teilnehmersicht
4.3.5. Der Lerneffekt
4.3.6. Verbesserungsvorschläge
4.4. Fazit
4.5. Kritik
Die Diplomarbeit untersucht die Ursachen häuslicher Gewalt gegen Frauen mit einem Fokus auf die männliche Perspektive und analysiert bestehende Anti-Gewalt-Projekte für Täter. Ziel ist es, die Wirksamkeit von Beratungsangeboten und Anti-Gewalt-Trainings zu beleuchten und aufzuzeigen, wie Täter zur Übernahme von Verantwortung für ihr Verhalten bewegt werden können.
3.1. Die historische Entwicklung männlicher Gewalt in der westlichen Gesellschaft
Die Kulturgeschichte unserer westlichen Gesellschaft ist die Geschichte des Patriarchats. Sie ist geprägt von der Herrschaft des Mannes über die Frau. Ein deutlicher Beweis dafür ist die Tatsache, dass in vielen Sprachen die Wörter Mann und Mensch das gleiche bedeuten (van Aaken 2000, S. 15). Männliche Dominanz gegenüber Frauen war so selbstverständlich, dass niemand auf die Idee kam, sie zu begründen oder in Frage zu stellen. Religion, Philosophie, gesetzliche Bestimmungen usw. waren eine Männerdomäne, zu der Frauen keinen Zutritt hatten.
So sagte z. B. der griechische Philosoph Aristoteles: „ Ferner ist, was das Verhältnis zwischen dem Männlichen und dem Weiblichen betrifft, das eine besser und das andere weniger wert, und damit das eine zum Regieren und das andere zum Regiertwerden bestimmt. Und ganz ebenso muss es sich verhalten innerhalb der Menschheit als ganzer (dass die Völker zum Regieren und die anderen zum Regiertwerden bestimmt sind...)“ (Aristoteles, zitiert nach van Aaken 2000, S. 21). Die westliche Gesellschaft stimmte mit den griechischen Philosophen im Bezug auf die Unterschiede von Männern und Frauen und deren gesellschaftliche Rollen überein (van Aaken 2000, S. 13ff.).
Bestätigung fand das christliche Abendland auch in der biblischen Überlieferung. Danach wurde die Frau (Eva) nur erschaffen, um dem bereits vorhanden Menschen (Adam) eine Hilfe zu sein (Genesis, 2, 20). Nachdem Eva von den Früchten des verbotenen Baumes gegessen hatte und auch Adam dazu verführt hatte, es ihr nachzutun, sagte Gott zu ihr: “Ich will dir viele Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst, du sollst mit Schmerzen Kinder gebären und dein Wille soll deinem Manne unterworfen sein und er soll dein Herr sein.“ (Genesis, 3, 16) Eine Frau gehört demnach also zu ihrem Mann und hatte ihm zu gehorchen bzw. der Mann hatte umgekehrt das Recht, über seine Ehefrau zu bestimmen.
1. Begriffserläuterung: Das Kapitel differenziert zwischen den Begriffen Aggression und Gewalt im Kontext der täterorientierten Arbeit.
2. Ist Gewalt ein männliches Phänomen?: Hier wird die Geschlechtsstruktur der Tatverdächtigen beleuchtet und die unterschiedlichen Ausprägungsformen von Gewalt zwischen den Geschlechtern diskutiert.
3. Warum werden Männer gewalttätig?: Dieses Kapitel analysiert historische, psychologische und soziologische Ursachen sowie Einflüsse wie Sozialisation und Alkohol.
4. Täter-Opfer-Beziehung: Es werden Dynamiken in gewaltbesetzten Partnerschaften sowie das Modell der Gewaltspirale erläutert.
5. Interventions- und Handlungsmöglichkeiten: Hier werden die aktuelle Gesetzeslage, polizeiliche Interventionen sowie Handlungsmöglichkeiten für Betroffene erörtert.
Teil 2 - 1. Entstehung in Deutschland: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Anti-Gewalt-Arbeit für Männer in Deutschland nach.
Teil 2 - 2. EuGeT: Vorstellung des Dachverbandes EuGeT und dessen Modellprojekt einer Hotline für Gewalttäter.
Teil 2 - 3. Täterberatung und Anti-Gewalt-Training: Beschreibung der Konzepte von ProMann und JederMann e.V. sowie erste Evaluationsergebnisse.
Teil 2 - 4. Auswertung der Fragebögen: Detaillierte Analyse einer Befragung ehemaliger Teilnehmer von Anti-Gewalt-Trainings.
häusliche Gewalt, Männergewalt, Anti-Gewalt-Training, Täterberatung, Gewaltschutzgesetz, Platzverweis, Patriarchat, Sozialisation, Täter-Opfer-Beziehung, Gewaltspirale, Gewaltprävention, männliche Identität, Intervention, Evaluation, Dunkelfeld.
Die Arbeit befasst sich mit den Ursachen männlicher Gewalt in Beziehungen und der Darstellung von Projekten, die mit männlichen Gewalttätern arbeiten, um Gewalt langfristig zu stoppen.
Themenfelder sind psychologische und historische Hintergründe männlicher Gewalt, gesetzliche Rahmenbedingungen in Deutschland sowie die Evaluation spezieller Anti-Gewalt-Trainingskurse.
Die Arbeit fragt nach den Ursachen männlicher Gewalttätigkeit und untersucht, inwieweit professionelle Anti-Gewalt-Maßnahmen und Täterberatungen effektiv zur Verhaltensänderung der Männer beitragen können.
Neben einer ausführlichen Literaturanalyse und dem Exkurs zur Rechtslage führt die Autorin eine qualitative Befragung ehemaliger Teilnehmer von Anti-Gewalt-Trainings durch, um deren Erfahrungen und Veränderungen im Alltag zu evaluieren.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse von Gewaltursachen (Sozialisation, Psychologie), eine Darstellung des rechtlichen Interventionsrahmens und einen praktischen Teil über Täterarbeit und Trainingskonzepte.
Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie häusliche Gewalt, Täterarbeit, Gewaltspirale, Gewaltschutzgesetz und die Förderung von Verantwortung bei Gewalttätern.
Die Befragung der Teilnehmer von JederMann e.V. zeigt eine insgesamt positive Rückmeldung hinsichtlich der Inhalte und der Trainingsleiter, wobei die praktische Anwendbarkeit des Gelernten im Vordergrund stand.
Das Gewaltschutzgesetz und das Platzverweisverfahren stellen wesentliche Instrumente dar, um Opfern kurzfristig Sicherheit zu bieten und den Täter zur Auseinandersetzung mit seinem Verhalten zu zwingen.
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