Fachbuch, 2018
80 Seiten
1 Einleitung
2 Rolle und Geschlecht
2.1 Die soziale Rolle
2.2 Geschlecht
3 Erwerbsarbeit und Hausarbeit
3.1 Erwerbsarbeit
3.2 Hausarbeit
4 Frauen der Vergangenheit
4.1 Bildungsmöglichkeiten der Frau
4.2 Erwerbsarbeit der Frau
4.3 Rollenbild und Rollenerwartungen der Frau 1950/60
4.4 Die Frau und die Familie
4.5 Zwischenfazit
5 Individualisierung
5.1 Die Individualisierungsthese von Ulrich Beck
5.2 Frauenforschung
5.3 Die individualisierte Frau - Chancen und Risiken
5.4 Zwischenfazit
6 Frauen der Gegenwart
6.1 Zahlen und Fakten
6.2 Was Frauen wollen
6.3 Zwischenfazit
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit rekonstruiert den Wandel der Frauenrolle in der Zeitspanne von 1950 bis in die Gegenwart unter Berücksichtigung soziologischer Individualisierungsthesen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, weshalb und inwieweit sich die Frauenrolle durch Erwerbsarbeit verändert hat, wobei die These verfolgt wird, dass zwar der öffentliche Erwerbsstatus gewandelt ist, die innerfamiliäre Arbeitsteilung jedoch eine hohe Beharrungskraft aufweist.
3.2.4 Psychosoziale Situation von Vollzeit Hausfrauen
„Hausfrauen gehören zu den schweigenden Mehrheiten. Es wird über sie gesprochen, aber sie selber melden sich kaum zu Wort. Die nicht-erwerbstätigen Ehefrauen, immerhin zehn Millionen, werden „Nur-Hausfrauen“ genannt. Diese Formel drückt Geringschätzung aus für die Leistungen unzähliger Familienfrauen, die für ihre Arbeit nicht bezahlt werden. Aber auch in den Sozialwissenschaften finden die Hausfrauen kaum Beachtung“. (Pross 1976, Klappentext.)
Laut Ochel haben Hausfrauen ein privates Arbeitsverhältnis. Dabei passiert die Hausarbeit als reproduktionsbezogene private Arbeit im eigenen Sozialkontext der Familie. Probleme, die während des Arbeitsprozesses entstehen, müssen eigenverantwortlich, oder in Abstimmung mit dem Partner gelöst werden. Entstehen hierbei Diskrepanzen zwischen Partner und Frau, oder gar eine Arbeitsverweigerung, kann dies die Beziehung gefährden. Daraus resultiert eine besondere Abhängigkeit, die auch nicht, wie bei der Erwerbstätigkeit, durch einen Arbeitsplatzwechsel durchbrochen werden kann (Ochel 1992 S. 174). Beck-Gernsheim fügt ihre Sicht auf die Hausfrauenarbeit hinzu, die sie als eine Art von Randexistenz bezeichnet, in der die Geringschätzung alltäglich erfahren wird. Sie beschreibt dies mit den Worten „Abgeschoben sein in die Isolation des Privaten (Beck-Gernsheim 1985 S. 102). Täglich verbringt die Hausfrau ihr Dasein in einer engen Wohnung. Die Kontakte zu anderen Hausfrauen sind begrenzt, da diese selbst mit der täglichen Arbeit im Haus beschäftigt sind. Hier entstehen, wie bei der Berufsarbeit, Konkurrenzgefühle und Profilierungszwänge. Es ist der Vergleich mit den Nachbarn in Bezug auf den Bildungsstand der Kinder, die reinlichste Wohnung oder das berufliche Ansehen des Mannes.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Leitfrage nach dem Wandel der Frauenrolle durch Erwerbsarbeit in der individualisierten Gesellschaft seit 1950 und führt in die theoretische sowie methodische Herangehensweise ein.
2 Rolle und Geschlecht: Dieses Kapitel klärt die soziologischen Begrifflichkeiten der sozialen Rolle und des Geschlechts und erläutert die Entstehung von Geschlechterstereotypen.
3 Erwerbsarbeit und Hausarbeit: Es erfolgt eine historische und begriffliche Analyse von Erwerbsarbeit und unbezahlter Hausarbeit sowie deren Auswirkungen auf die psychosoziale Situation von Frauen.
4 Frauen der Vergangenheit: Dieses Kapitel beleuchtet die Bildungs- und Erwerbssituation von Frauen vor 1950 bis 1960 und arbeitet das damalige traditionelle Rollenbild heraus.
5 Individualisierung: Auf Basis von Ulrich Becks Individualisierungstheorie werden der gesellschaftliche Strukturwandel, die Bildungsexpansion und die Errungenschaften der "Neuen Frauenbewegung" diskutiert.
6 Frauen der Gegenwart: Hier werden aktuelle statistische Daten zu Bildung, Erwerbstätigkeit und Haushaltstätigkeiten sowie die Lebensentwürfe und Forderungen junger Frauen dargestellt.
7 Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und bestätigt die These der Diskrepanz zwischen öffentlichem Wandel und privater Persistenz der Arbeitsteilung.
Individualisierung, Frauenrolle, Erwerbsarbeit, Hausarbeit, Geschlechterstereotype, soziale Ungleichheit, Bildungsexpansion, Neue Frauenbewegung, Gender Pay Gap, Gender Time Gap, Vereinbarkeit, Familienpolitik, Identität, Rollenkonflikt, patriarchale Strukturen.
Die Arbeit untersucht den soziokulturellen Wandel der Frauenrolle in Westdeutschland von ca. 1950 bis zur Gegenwart, insbesondere im Kontext von Individualisierungsprozessen und veränderten Arbeitsbedingungen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Wandel der Erwerbsarbeit, der Rolle der unbezahlten Hausarbeit, der Entwicklung von Bildungschancen für Frauen sowie dem Einfluss von Frauenbewegungen und familienpolitischen Gesetzesreformen.
Das Ziel ist die Beantwortung der Leitfrage, weshalb und inwieweit sich die Frauenrolle durch Erwerbsarbeit gewandelt hat, unter Prüfung der These, dass die innerfamiliäre Arbeitsteilung trotz gesellschaftlicher Modernisierung stabil geblieben ist.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Rekonstruktion mittels soziologischer Fachliteratur, der Analyse von Gesetzestexten sowie der Auswertung aktueller statistischer Daten und repräsentativer Studien zu Lebensentwürfen von Frauen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Rollenbegriff, Individualisierung), eine historische Analyse der Nachkriegszeit und eine detaillierte Auswertung aktueller Daten zu Bildung, Erwerbseinkommen und Hausarbeitszeit.
Zentrale Begriffe sind Individualisierung nach Ulrich Beck, Geschlechterstereotypen, "Gender Pay Gap", "Gender Time Gap" sowie das Konzept der "Bastelbiographie".
Obwohl Frauen in der Bildung aufgeholt haben, zeigt die Arbeit, dass sie weiterhin überproportional in Branchen mit geringerer Entlohnung (Dienstleistungs- und Sozialsektor) tätig sind, was mit dem "Gender Pay Gap" korreliert.
Hausarbeit wird als "unsichtbare" und unbezahlte Arbeit bewertet, die oft als Frauensache stigmatisiert bleibt und zu einer Doppelbelastung führt, da sich die innerfamiliäre Rollenverteilung kaum zugunsten der Frauen verschoben hat.
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