Diplomarbeit, 2003
155 Seiten, Note: 1,0
Vorwort: Die Überlegungen zur Vielfalt
Kapitel 1: Einleitung
1.1 Fragestellung
1.2 Gliederung & Arbeitsweise
Kapitel 2: Historische Betrachtungen
2.1 W. Dilthey: „Über die Möglichkeit einer allgemeingültigen pädagogischen Wissenschaft“
2.1.1 Warum Ethik keine Grundlage sein kann
2.1.2 Der Zweck des Seelenlebens ist die Entwicklung
2.1.3 Aufgaben an eine allgemeine Wissenschaft der Pädagogik
2.2 Ernst Krieck: „Philosophie der Erziehung“
2.2.1 Kritik der Zielstellungen und des Individualismus
2.2.2 Kritik des Intellektualismus und des Psychologismus
2.2.3 Kritik des Evolutionismus
2.2.4 Zusammenfassung der Gedanken Kriecks
2.3 Was hat es mit Ernst Krieck auf sich?
2.3.1 Kriecks Laufbahn und ergänzende Informationen aus dem Netz
2.3.2 Kann Wissenschaft allein uns zu guten Pädagogen machen?
2.4 Zusammenfassung
Kapitel 3: Soziologie oder: Wir entwickeln uns gemeinsam
3.1 N. Elias: „Über den Prozess der Zivilisation“
3.1.1 Die verschachtelte Prozesshaftigkeit
3.1.2 Die Logik und die Richtung des Prozesses der Zivilisation
3.1.3 Die Monopolinstitute der Gewalt als Ausdruck der Differenzierung
3.1.4 Die gespeicherte Gewalt und ihre Wirkungen
3.1.5 Die fundamentale Geschichtlichkeit und die Verflochtenheit
3.1.6 Der Urgrund der Angst
3.2 M. Foucault: „Der Wille zum Wissen – Sexualität und Wahrheit 1“
3.2.1 Der Diskurs beginnt zu gären
3.2.2 Eine neue Form der Macht – erste Annäherungen
3.2.3 Eine neue Form der Wahrheit
3.2.4 Die Macht ist überall und wirkt strategisch
3.2.5 Die Dispositive der Macht
3.3 Erste Grundlagen einer allgemeinen pädagogischen Theorie
Kapitel 4: Erkenntnistheorie oder: Probleme des Wissens
4.1 Über die Komplexität und die Grenzen von Theorie
4.1.1 Die Formenvielfalt innerhalb des Prozesses der Zivilisation
4.1.2 Die Unendlichkeit und die Einheit
4.1.3 Doch das Leben ist konkret und stellt Bedingungen
4.1.4 Der Doppelcharakter der Erkenntnis
4.2 Das Problem der Sprache
4.2.1 Die Postmoderne macht es deutlich
4.2.2 Erster Kontakt durch die Mimesis
4.2.3 Gemeinsam wird es durch die Sprache
4.4 Zusammenfassung
Kapitel 5: Ansatz einer pädagogischen Tätigkeitsverfassung
5.1 Bewegen als Lebensweise oder: das Muster, das verbindet
5.2 Eine Matrix der menschlichen Entwicklung – der menschlichen Form
5.2.1 Die morphologische Seh-Weise
5.2.2 Bi-polare Gegensatz-Einheiten, um die Bewegung zu logifizieren
5.3 Über das Verstehen-lernen
5.3.1 Pädagogik als Kunst der Wahrnehmung von Entwicklungsmöglichkeiten
5.3.2 Doch die alten Muster wirken oder: wenn die Kultur am Boden liegt
5.3.3 Von Abhängigkeiten und Selbstständigkeit
5.3.4 Die theoretische Beschreibung der Verwandlungswirklichkeit
5.4 Über das Entwickeln-können
5.4.1 Wahrnehmen und Bewegen
5.4.2 Entwickeln-können heißt Sich-überwinden-müssen
5.4.3 Was motiviert uns zur Entwicklung?
5.4.4 Was ist dann pädagogische Arbeit?
5.4.5 Präventive Pädagogik und pädagogische Entwicklungsförderung
Kapitel 6: Schlussbemerkungen
6.1 Die drei Grundprobleme
6.2 Die pädagogische Perspektive
6.3 Literaturhinweise
Ziel dieser Diplomarbeit ist es, eine allgemeine Theorie der Pädagogik zu entwickeln, die das komplexe Zusammenspiel von individueller menschlicher Entwicklungstätigkeit und gesellschaftlich-kulturellen Rahmenbedingungen erfasst. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie Pädagogen ihre Arbeit in diesem Spannungsfeld theoretisch fundieren und praktisch reflektieren können, insbesondere angesichts der Herausforderung, trotz struktureller Zwänge und persönlicher Entwicklungsprozesse pädagogisch handlungsfähig zu bleiben.
3.1.2 Die Logik und Richtung des Prozesses der Zivilisation
Am Ende seiner empirischen Untersuchungen kommt Elias zu dem Ergebnis: „Wir sehen, dass der Prozess der Zivilisation eine Veränderung des menschlichen Empfindens und Verhaltens in eine ganz bestimmte Richtung ist.“ Diese Veränderung vollziehen sich zwar nicht wirklich planmäßig, dennoch besitzen sie eine „eigentümliche Ordnung.“ Diese „eigentümliche Ordnung“ ist der eigentliche Gegenstand der Untersuchung von Elias, der geschichtliche Wandel, der zwar ungeplant, aber trotzdem nicht ziel- oder richtungslos voranschreitet.
Elias beschreibt es so: „Pläne und Handlungen, emotionale und rationale Regungen der einzelnen Menschen greifen beständig freundlich und feindlich ineinander. Diese fundamentale Verflechtung (...) kann Wandlungen und Gestaltungen herbeiführen, die kein einzelner Mensch geplant oder geschaffen hat. Aus ihr (...) ergibt sich eine Ordnung (...), die zwingender und stärker ist, als Wille und Vernunft der einzelnen Menschen, die sie bilden.“
Selbst Menschen, die sich durch irgendeine Form des Ausstiegs dieser Ordnung entziehen bzw. gegen sie protestieren wollen sind in diesem Verhalten immer schon ein Ausdruck eben dieser Ordnung. Jede menschliche Regung ist ein spezieller Ausdruck des umfassenden Prozesses der Zivilisation – es gibt kein Außen! Vielleicht kann man es bildhaft mit einem Fluss vergleichen, in dem auch immer wieder Wirbel entstehen, die Strömungen gegen die eigentliche Fließrichtung erzeugen, deren Vorhandensein aber nicht zwangsläufig bedeutet, dass der auch ganze Fluss seine Richtung ändert. Es geht Elias darum, die wesentliche Richtung des Prozesses der Zivilisation zu erkennen. Dazu gehört die Erkenntnis, dass es auch immer zuwiderlaufende Strömungen gibt, die jedoch mit Abstand betrachtet nichts an der eigentlichen Richtung der Kultur ändern, die vielmehr Ausdruck der Prozesse sind, die diese Richtung erzeugen.
Kapitel 1: Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die anthropologische und pädagogische Neugier des Autors und formuliert die zentrale Fragestellung nach einer allgemeinen Theorie der Pädagogik.
Kapitel 2: Historische Betrachtungen: Dieses Kapitel setzt sich mit Dilthey und Krieck auseinander, um den Erziehungsbegriff über die zweckgerichtete Tätigkeit hinaus als Teil umfassenderer kultureller Prozesse zu verstehen.
Kapitel 3: Soziologie oder: Wir entwickeln uns gemeinsam: Hier wird anhand von Elias und Foucault der komplexe, wechselseitige Bedingungszusammenhang zwischen dem Individuum und gesellschaftlichen Strukturen analysiert.
Kapitel 4: Erkenntnistheorie oder: Probleme des Wissens: Dieses Kapitel reflektiert die Grenzen menschlicher Erkenntnis und zeigt, dass Wissen untrennbar mit der konkreten Lebensweise und der sozialen Situiertheit verbunden ist.
Kapitel 5: Ansatz einer pädagogischen Tätigkeitsverfassung: Der Autor skizziert den Ansatz einer morphologischen Tätigkeitsverfassung, um pädagogisches Handeln als einen fortlaufenden, selbsttätigen Entwicklungsprozess theoretisch zu strukturieren.
Kapitel 6: Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Reflexion der Grundprobleme menschlicher Entwicklungstätigkeit und deren Bedeutung für eine pädagogische Perspektive, die sich ihrer eigenen Begrenztheit und Verantwortung bewusst ist.
Pädagogik, menschliche Entwicklungstätigkeit, Zivilisationsprozess, Erziehungsphilosophie, Norbert Elias, Michel Foucault, Ernst Krieck, Bildung, Sozialpädagogik, Erkenntnistheorie, Handlungskompetenz, Wirkungseinheit, Tätigkeitsverfassung, Mimesis, Diskurs.
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Grundlegung pädagogischer Theoriebildung unter kulturanthropologischen Gesichtspunkten. Der Autor sucht nach Wegen, menschliche Entwicklung in ihrer komplexen Verflochtenheit zwischen Individuum und Gesellschaft wissenschaftlich zu erfassen.
Die zentralen Themen umfassen die Soziologie der Entwicklung, erkenntnistheoretische Grundlagen von Wissen und pädagogischem Handeln sowie Ansätze einer pädagogischen Tätigkeitsverfassung, illustriert durch die praktische Begleitung eines an Ataxie erkrankten Menschen.
Das primäre Ziel ist es, zu verstehen, wie eine allgemeine pädagogische Theorie beschaffen sein muss, die es ermöglicht, sowohl die allgemeine Struktur menschlicher Entwicklung als auch die Einzigartigkeit individueller Lebenszusammenhänge theoretisch zu erfassen und praktisch zu gestalten.
Der Autor verbindet wissenschaftlich-theoretische Analysen (unter anderem mit Bezug auf Dilthey, Krieck, Elias und Foucault) mit einem persönlichen, praxisbezogenen „blauen Teil“, in dem er seine Erfahrungen aus der Betreuung eines an Ataxie leidenden Mannes als Fallbeispiel zur Überprüfung der theoretischen Ansätze nutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in historische Analysen der Erziehungsphilosophie, soziologische Perspektiven auf den Prozess der Zivilisation und Machtstrukturen sowie eine erkenntnistheoretische Reflexion über die Grenzen und Möglichkeiten des Wissens im Kontext pädagogischer Arbeit.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind die „allgemeine menschliche Form der Existenz“, „Wirkungseinheit“, „Tätigkeitsverfassung“, „Prozess der Zivilisation“ sowie „Verstehen-lernen und Entwickeln-können“.
Die Erkrankung von Klaus an cerebraler Ataxie dient als konkreter Prüfstein für die Theorien. Der fortlaufende Fähigkeitsverlust zwingt den Autor dazu, traditionelle Fortschrittsbegriffe zu hinterfragen und Pädagogik eher als begleitende Gestaltung der Lebensweise und des Umgangs mit Grenzen zu verstehen.
Der persönliche Teil verdeutlicht, dass theoretisches Wissen allein nicht ausreicht. Er zeigt die Schwierigkeit und notwendige Intuition beim „Verstehen durch Liebe“ und macht deutlich, dass pädagogische Arbeit immer auch die Auseinandersetzung des Pädagogen mit der eigenen Entwicklung und dem eigenen „Wollen“ erfordert.
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