Bachelorarbeit, 2017
156 Seiten, Note: 1,0
I. EINLEITUNG
1. AUSGANGSSITUATION UND RELEVANZ DES THEMAS
2. ZIELSETZUNG
3. VORGEHENSWEISE
4. AUFBAU DER ARBEIT
II. THEORETISCHE GRUNDLAGEN
1. DIASPORA
1.1. Zum Begriff
1.2. Zentrale Aspekte gegenwärtiger Diasporagemeinschaften
1.2.1. Transnationale Netzwerke
1.2.2. Ethnische Vergemeinschaftung
1.2.3. Kommunikative Konstruktion der Diaspora
2. HEIMAT UND ERINNERUNG: DIE JÜDISCHE DIASPORA
2.1. Entstehung und kulturelles Gedächtnis
2.2. Die osteuropäisch-jüdische Diaspora in Deutschland
2.2.1. Das Kontingentflüchtlingsgesetz
2.2.2. Identitätskonflikte des osteuropäisch-jüdischen Einwanderer
2.2.3. Osteuropäisch-jüdische Medienlandschaft
3. DIE DIASPORA IM WANDEL
3.1. Globalisierung der Kulturen
3.1.1. Zum Begriff
3.1.2. Diaspora im Globalisierungsprozess
3.2. Globalisierung der Medienkommunikation
3.2.1. Mediatisierung
3.2.2. Das Konzept der Konnektivität
3.2.3. Medienaneignung
3.2.4. Diaspora im Mediatisierungsprozess
3.3. Hybridität und Transnationale soziale Räume
4. LEBEN IM PLURAL: HYBRIDE IDENTITÄTSENTWICKLUNG IN DER DIASPORA
4.1. Die Konstruktion von Selbst- und Fremdbildern
4.2. Identität
4.2.1. Wandel des Identitätskonzeptes
4.2.2. Kulturelle Identität und Diaspora
4.2.3. Hybride diasporische Identität
4.2.4. Diasporische Identität und Medien
III. STAND DER FORSCHUNG
1. NUTZERTYPOLOGIEN IM FORSCHUNGSFELD MEDIEN UND MIGRATION
2. NEUKONZEPTIONALISIERUNG: VON DER ETHNISCHEN MINDERHEIT ZUR DIASPORA
IV. UNTERSUCHUNGSLEITENDE FRAGESTELLUNGEN
V. METHODISCHES VORGEHEN
1. QUALITATIVE FORSCHUNG
2. ERHEBUNGSMETHODE
2.1. Das halbstrukturierte-leitfadenorientierte Tiefeninterview
2.2. Leitfadenerstellung
2.3. Netzwerkkarte und Fragebogen
3. FELDZUGANG, DURCHFÜHRUNG UND TRANSKRIPTION
4. AUSWERTUNGSMETHODE
5. GÜTEKRITERIEN
VI. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE
1. CHARAKTERISIERUNG DER INTERVIEWPARTNER
2. DIE OSTEUROPÄISCH-JÜDISCHE DIASPORA
2.1. Migrationserleben
2.1.1. Zeitpunkt und Gründe
2.1.2. Bewertung der Anfangsphase
2.2. Gefühlte Zusammengehörigkeit
2.3. Face-to-Face-Interaktion
2.4. Selbst- und Fremdbild
2.5. Heimatgefühl und Ausrichtung der Loyalität
2.6. Herkunftsbild
2.7. Alltag zwischen drei Kulturen
2.8. Migrationsziel
3. AUSWIRKUNGEN DER MEDIEN AUF DIE OSTEUROPÄISCH-JÜDISCHE DIASPORA
3.1. Mediatisierung der Diaspora
3.2. Transnationale Netzwerke
3.2.1. Mediatisierte Interaktion
3.2.2. Themen
3.2.3. Kommunikationssprache
3.3. Angebotsformen nach Sprache
3.3.1. Nutzungsgründe und Unterschiede
3.3.2. Veränderung im zeitlichen Verlauf
3.4. Schaffung von Gemeinschaft
3.4.1. Information
3.4.2. Solidarität
3.4.3. Alltagsgespräche über Medieninhalte
3.5. Handlungsfelder
3.5.1. Teilnahme am Geschehen des Aufnahmelandes
3.5.2. Erleichterung des Alltagslebens im Aufnahmeland
3.5.3. Teilnahme am Geschehen der Herkunftsländer
3.5.4. Konstruktion des Herkunftsbildes über Medienbilder
3.5.5. Praktizieren des Glaubens
3.5.6. Ausleben der Herkunftskultur
3.5.7. Freizeitpraktiken
3.5.8. Lebensweisen überdenken
3.5.9. Selbstdarstellung im Netz
3.5.10. Mobilisierung der hybriden Identität
VII. DISKUSSION
1. BEWERTUNG DES FORSCHUNGSKONZEPTES
2. ERGEBNISDISKUSSION
3. EINORDNUNG DER ERGEBNISSE IN DAS FORSCHUNGSFELD
4. BEGRENZUNGEN UND EMPFEHLUNGEN FÜR WEITERFÜHRENDE FORSCHUNGEN
VIII. FAZIT
Die Bachelorarbeit untersucht, wie die osteuropäisch-jüdische Diaspora in Deutschland ihr kollektives Selbstbild durch mediale Praktiken konstruiert und welche Rolle Medien bei der Aushandlung hybrider Identitäten in einem globalisierten Kontext spielen.
1. Ausgangssituation und Relevanz des Themas
Einer UN-Studie zufolge leben aktuell 244 Millionen Menschen außerhalb ihres Heimatlandes – das sind knapp 3,3 Prozent der Weltbevölkerung. Damit ist die weltweite Migration heute höher denn je zuvor. (vgl. United Nations 2016: 1)
In diesen Wanderungsbewegungen zeichnet sich der Prozess der Globalisierung ab, der sowohl Triebkraft, als auch das Resultat eines Wandlungsprozesses ist, der weltweit gesellschaftliche Strukturen in Frage gestellt hat (vgl. Kissau 2008: 19).
Deutschland ist nach den USA das Land, mit den meisten Migranten (vgl. United Nations 2016: 5). Es ist „weiterhin und in verstärktem Maße“ (BAMF 2016: 10) ein Hauptzielland von Migration. Indem etwa ein Fünftel der Bevölkerung, das sind 17,1 Millionen Personen, einen Migrationshintergrund hat, ist der Höchststand seit Bestehen der Bunderepublik erreicht (vgl. BAMF 2016: 11; DESTATIS 2016).
Diese Zahlen verdeutlichen die Tatsache, dass Deutschland sich wandelt: „Wir sind im Grunde schon ein Einwanderungsland“ (FAZ 2015) stellt Kanzlerin Angela Merkel fest.
I. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die globale Relevanz von Migration und führt in die Fragestellung zur Identitätskonstruktion der osteuropäisch-jüdischen Diaspora ein.
II. THEORETISCHE GRUNDLAGEN: Dieses Kapitel erarbeitet das Fundament zu den Begriffen Diaspora, Heimat, Globalisierung, Mediatisierung und hybrider Identität.
III. STAND DER FORSCHUNG: Hier wird der aktuelle Forschungsstand zu Mediennutzungstypologien bei Migranten und der Neukonzeptionalisierung ethnischer Minderheiten zur Diaspora diskutiert.
IV. UNTERSUCHUNGSLEITENDE FRAGESTELLUNGEN: Dieses Kapitel leitet aus dem theoretischen Rahmen spezifische Fragen zur medialen Identitätsbildung der Diaspora ab.
V. METHODISCHES VORGEHEN: Die Autorin begründet die Wahl des explorativen qualitativen Forschungsdesigns mittels leitfadenorientierter Tiefeninterviews und qualitativer Netzwerkkarten.
VI. DARSTELLUNG DER ERGEBNISSE: Die Ergebnisse der Interviews werden kategorienbasiert ausgewertet und in Bezug auf Identität, Mediatisierung und Alltagsleben analysiert.
VII. DISKUSSION: Die gewonnenen Erkenntnisse werden interpretiert, kritisch gewertet und in den wissenschaftlichen Kontext eingeordnet.
VIII. FAZIT: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zur Bedeutung der Medien für die Stabilisierung und Identitätsaushandlung innerhalb der Diasporagemeinschaft zusammen.
Diaspora, osteuropäisch-jüdische Einwanderer, hybride Identität, Mediatisierung, Medienaneignung, transnationale Netzwerke, kollektives Selbstbild, Identitätskonstruktion, Migration, soziale Räume, Integration, mediale Kommunikation, Gemeinschaftsbildung, jüdisches Leben, Erinnerungskultur
Die Arbeit analysiert die Konstruktion des kollektiven Selbstbildes der osteuropäisch-jüdischen Diaspora in Deutschland und untersucht, wie Medien diesen Identitätsbildungsprozess beeinflussen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Spannungsfeld zwischen Migration, kultureller Identität und der Mediatisierung der Alltagswelt innerhalb von Diasporagemeinschaften.
Das Ziel besteht darin, Einblicke in die Konstruktionsprozesse hybrider Identitäten zu geben und zu verstehen, wie die untersuchte Gruppe ihre Identität durch die Nutzung klassischer und neuer Medien artikuliert.
Es handelt sich um ein exploratives, qualitatives Forschungsdesign, das halbstrukturierte, leitfadenorientierte Tiefeninterviews sowie die Erstellung qualitativer Netzwerkkarten umfasst.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, den Stand der Forschung, die methodische Herleitung, die Darstellung der Ergebnisse (basierend auf den Interviews) sowie eine abschließende Diskussion.
Zentrale Begriffe sind Diaspora, hybride Identität, Mediatisierung, Medienaneignung, transnationale Netzwerke und kollektives Selbstbild.
Das Gesetz bildete die rechtliche und historische Grundlage für die Einwanderung einer großen Gruppe sowjetischer Juden nach Deutschland und ist somit entscheidend für die Entstehung der untersuchten Diasporagruppe.
Netzwerkkarten visualisieren die medienvermittelten persönlichen Kommunikationsverbindungen der Probanden und machen die Struktur ihrer transnationalen sozialen Räume greifbar.
Die Befragten nutzen die Medienvielfalt oft für einen ständigen Abgleich und Vergleich, wobei sie kritische Distanz zu verschiedenen Medienangeboten (deutschen, russischen, israelischen) wahren.
Medien tragen maßgeblich zur Stabilisierung der Diaspora bei, da sie neue Räume für die Artikulation hybrider Identitäten schaffen und die Gemeinschaft trotz räumlicher Distanz vernetzen.
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