Bachelorarbeit, 2011
36 Seiten, Note: 1,6
I. Anti-Islam und Rechtspopulismus – Kritische Aktualität lange verdrängter Probleme
II. Literaturbericht
III. Rechtspopulismus in Westeuropa seit den 1980er Jahren – Entwicklung, Struktur, Inhalt
III.1. Das Phänomen Populismus in den westlichen Demokratien
III.2. Die Entwicklung des Rechtspopulismus in Europa ab 1980 – Aufstieg, Krise und Evolution einer Parteienfamilie
III.2.1. Aufbau rechtspopulistischer Parteien – Dominante Führungspersönlichkeit und Bewegungscharakter
III.2.2. Kommunikation – Instrumentalisierte Boulevardisierung und Tabubruch
III.2.3. Politische Inhalte des Rechtspopulismus - Nationalismus, Anti-Elitarismus und neue Einfachheit
IV. Anti-Islam als politischer Inhalt – Ein altes Feindbild in neuer Gestalt
V. Die Verknüpfung von Anti-Islam und Rechtspopulismus in der Praxis
VI. Die Dänische Volkspartei (Danske Folkeparti , DF) – Nation, Kultur, Religion
VI.1. Die Parteistruktur
VI.2. Der Inhalt der DF - Analyse des Parteiprogramms
VI.3. Die Kommunikation - Aussagen von Spitzenpolitikern der DF
VII. Die niederländische Freiheitspartei (Partij Voor de Vrijheid, PVV) – Sicherheit und Einwanderung
VII.1. Die Parteistruktur
VII.2. Der Inhalt der PVV - Analyse des Parteiprogramms
VII.3. Die Kommunikation - Aussagen von Spitzenpolitikern der PVV
VIII. Alleinstellungsmerkmal Anti-Islam? - Alleinstellungsmerkmal vs. struktureller Automatismus
VIII.1. Anti-Islam im Parteiprogramm der DF und PVV
VIII.2. Analyse der Aussagen von Spitzenpolitikern
VIII.3. Rechtspopulismus und Anti-Islam – Alleinstellungsmerkmal vs. struktureller Automatismus
IX. Der neue Rechtspopulismus in Europa – Die Gefahren eines anti-pluralistischen Automatismus und was man dagegen unternehmen kann
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Rechtspopulismus und Anti-Islam in Westeuropa, wobei der Fokus auf der Rolle von Anti-Islam-Ressentiments als politisches Alleinstellungsmerkmal bei der Dänischen Volkspartei (DF) und der niederländischen Partij voor de Vrijheid (PVV) liegt. Dabei wird analysiert, ob diese Thematik strategisch gewählt wurde oder ob strukturelle Automatismen innerhalb rechtspopulistischer Parteien für den Bedeutungszuwachs verantwortlich sind.
III.2.1. Aufbau rechtspopulistischer Parteien – Dominante Führungspersönlichkeit und Bewegungscharakter
Das nach außen hin sicherlich auffälligste Charakteristikum rechtspopulistischer Parteien ist deren medial äußerst präsente Führungsfigur. Die Ursache hierfür liegt in der Struktur begründet die maßgeblich auf die Rolle einer charismatischen Führungspersönlichkeit hin ausgerichtet ist. Denn eine solche sorgt mit ihrem betont dominanten Auftreten dafür, dass dem potentiellen Wähler das Bild einer geschlossenen und dadurch schlagkräftig agierenden Bewegung vermittelt wird. Zum einen soll auf diese Weise eine klare Trennung der Rechtspopulisten von den Etablierten mit ihrer meist weit verzweigten, parteilichen Organisationsstruktur zum Ausdruck gebracht werden. Als Nebenprodukt eines derartigen Parteiaufbaus entsteht darüber hinaus ein Bewegungscharakter, der potentielle Wähler auch längerfristig binden kann.
Zwar ist das Ziel der Rechtspopulisten – im Gegensatz zu rechtsextremen Gruppierungen - andererseits auch nicht die Substituierung der Demokratie durch ein autoritäres Herrschaftssystem, dennoch ergeben sich aus dem Parteiaufbau anti-pluralistische Entscheidungsstrukturen, die auf den Inhalt nicht ohne Auswirkungen bleiben können, wie sich im weiteren Verlauf der Untersuchung zeigen wird. Langfristig angelegte Aushandlungsprozesse verschiedener, innerparteilicher Interessengruppen sind nicht vorgesehen und letztlich bereits durch den linearen top-down-Aufbau weitgehend ausgeschlossen. Ein nachweislicher Nebeneffekt in der Außenwirkung dieser Art der Organisation ist die Verstärkung der Anti-Establishment-Wirkung, welche bereits aus der starken Betonung der Führungsfigur resultiert hat.
I. Anti-Islam und Rechtspopulismus – Kritische Aktualität lange verdrängter Probleme: Einleitung in die Relevanz des Themas vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Spannungen und extremistischer Anschläge.
II. Literaturbericht: Überblick über die verwendeten Quellen und den theoretischen Rahmen zu den Themen Rechtspopulismus und Anti-Islam.
III. Rechtspopulismus in Westeuropa seit den 1980er Jahren – Entwicklung, Struktur, Inhalt: Analyse der theoretischen Grundlagen, Organisationsstrukturen und inhaltlichen Merkmale rechtspopulistischer Parteien in Europa.
IV. Anti-Islam als politischer Inhalt – Ein altes Feindbild in neuer Gestalt: Untersuchung des Konzepts Anti-Islam bzw. Islamphobie als gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und dessen theoretische Einordnung.
V. Die Verknüpfung von Anti-Islam und Rechtspopulismus in der Praxis: Detaillierte Darstellung, wie Rechtspopulisten den Anti-Islam als zentrales Element ihrer Programmatik nutzen.
VI. Die Dänische Volkspartei (Danske Folkeparti , DF) – Nation, Kultur, Religion: Fallstudie zur Struktur, zum Parteiprogramm und zur Kommunikation der DF.
VII. Die niederländische Freiheitspartei (Partij Voor de Vrijheid, PVV) – Sicherheit und Einwanderung: Fallstudie zur Struktur, zum Parteiprogramm und zur Kommunikation der PVV.
VIII. Alleinstellungsmerkmal Anti-Islam? - Alleinstellungsmerkmal vs. struktureller Automatismus: Zusammenführender Vergleich der beiden Parteien und Einordnung der Ergebnisse in den europäischen Kontext.
IX. Der neue Rechtspopulismus in Europa – Die Gefahren eines anti-pluralistischen Automatismus und was man dagegen unternehmen kann: Fazit über die Gefahren dieser Parteien für die Demokratie und Ansätze für Gegenmaßnahmen.
Rechtspopulismus, Anti-Islam, Dänische Volkspartei, Partij voor de Vrijheid, Islamphobie, Identitätspolitik, Politische Strategie, Parteienfamilie, Rechtsextremismus, Einwanderung, Sicherheit, Populismus, Radikalisierung, Boulevardjournalismus, Westeuropa.
Die Bachelorarbeit analysiert das Zusammenspiel von Rechtspopulismus und Anti-Islam-Ressentiments am Beispiel der Dänischen Volkspartei und der niederländischen Freiheitspartei.
Zentrale Themen sind die Entwicklung des modernen Rechtspopulismus, die strategische Nutzung von Feindbildern (speziell Islamphobie) sowie die Medialisierung und interne Struktur dieser Parteien.
Das Ziel ist herauszufinden, ob Anti-Islam-Ressentiments ein bewusstes Alleinstellungsmerkmal im Wahlkampf darstellen oder ob sie das Ergebnis struktureller Automatismen in der Parteienfamilie sind.
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse von Parteiprogrammen, Sekundärliteratur und überregionalen Medienberichten zur empirischen Überprüfung der Thesen.
Im Hauptteil werden nach einer allgemeinen Theoriebildung die beiden Länderbeispiele Dänemark und Niederlande detailliert untersucht, inklusive der Rolle der Führungsfiguren und der Parteiprogrammatik.
Rechtspopulismus, Anti-Islam, Islamphobie, Identitätspolitik, Dänische Volkspartei, PVV und Radikalisierung.
Beide Parteien sind stark auf eine charismatische Führungspersönlichkeit ausgerichtet, wobei die PVV als "Ein-Mann-Partei" eine noch extremere Form der zentralisierten Entscheidungsstruktur aufweist.
Der Autor argumentiert, dass die Rechtspopulisten durch eine bewusste Reduktion komplexer gesellschaftlicher Probleme (neue Einfachheit) an populistische Wähler appellieren, was die Aushandlung von demokratischen Kompromissen erschwert.
Die Ergebnisse zeigen, dass beide Parteien unterschiedliche Ausprägungen nutzen; die PVV tritt dabei expliziter radikal gegen den Islam auf, während bei der DF eine engere Verknüpfung mit kulturellen und Sicherheitsfragen vorliegt.
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