Magisterarbeit, 2004
104 Seiten, Note: 2
I. Einleitung
1. Kurze Einführung ins Thema
2. Zielsetzung der Arbeit
3. Aufbau der Arbeit
II. Theoretische Grundlagen
1. Entwicklung der Medienwirkungsforschung
1.1 Die Gewaltdebatte und ihre Anhänger
1.2 Die experimental-psychologische Erforschung von Gewaltwirkungen
1.3 Momentaner Stand der Medienwirkungsforschung
1.4 Zusammenfassung
2. Rezeptionsforschung
2.1 Der Uses-And-Gratifications-Ansatz
2.2 Medien-Interaktion
2.3 Rezeption von gewalthaltigen Filmen
2.3.1 Action- versus Horrorfilm
2.3.2 Verwendung von Gewalt im Film
2.3.3 Motivation zur Nutzung von gewalthaltigen Filmen
2.3.4 Lebensweltlicher Zweck
2.3.5 Täter- und opferzentrierte Rezeption
2.4 Zusammenfassung
3. Publikumskulturen
3.1 Typologie der Rezipienten
3.2 Angst - Typen
3.3 Die Karriereleiter
3.4 Soziologische Charakterisierung der Rezipienten
3.4.1 Milieubeschreibungen nach Schulze
3.4.2 Filmverhalten der einzelnen Milieus
3.5 Zusammenfassung
4. Mediensozialisation
4.1 Sozialisationsphasen
4.2 Einflussfaktoren
4.3 Integration der Medien in den Alltag
4.4 Zusammenfassung
III. Praktischer Teil
1. Zielsetzung und Hypothesenbildung
2. Forschungsdesign
2.1 Zielgruppe
2.2 Setting
2.3 Fragebogen
2.3.1 Inhaltlicher und methodischer Aufbau
2.3.2 Der Fragebogen
3. Ergebnisse und Interpretationen
3.1 Statistische Angaben
3.2 Klassifizierung der unterschiedlichen Zuschauertypen
3.3 Verteilung der Rezipiententypen an den Bildungsinstitutionen
3.3.1 Verteilung der Rezipiententypen an Gymnasien
3.3.2 Verteilung der Rezipiententypen an Hauptschulen
3.3.3 Der Vergleich: Hauptschule – Gymnasium
3.4 Viel- und Wenigseher unter den verschiedenen Rezipiententypen
3.5 Der Besitz eines eigenen Fernsehers
3.6 Motivation und emotionales Filmerleben der Schüler
3.6.1 Gymnasiasten
3.6.2 Hauptschüler
3.6.3 Der Vergleich: Hauptschule – Gymnasium
3.7 Einfluss von Horrorfilmen auf die Einschätzung realer Gewalt bei Hauptschülern und Gymnasiasten
4. Ausblick
Die Arbeit untersucht die Rezeptionsgewohnheiten von Schülern unterschiedlicher Schulformen im Umgang mit Horrorfilmen, mit dem Ziel, Unterschiede in der Mediennutzung, Motivation und emotionalen Verarbeitung zwischen Gymnasiasten und Hauptschülern zu identifizieren und zu vergleichen.
1. Kurze Einführung in das Thema
Die Medienwirkungsforschung durchzieht die gesamte Medienlandschaft. Will ein neues Medium den Markt erobern, so muss es sich zunächst einmal den sehr kritischen Beobachtungen von Pädagogen, Eltern und Forschern unterziehen, auf seine möglichen schädlichen Auswirkungen auf das Wohl einer sich gut entwickelnden Gesellschaft hin.
Besonders häufig und zu besonders brisanten Diskussionen führte und führt das Medium Film. Seit die Bilder „laufen lernten“ mit der Entwicklung des Kinematographen Ende des 19. Jahrhunderts wurden immer wieder Feindrufe laut, z. Bsp. dass „häufiges Anschauen von Schundfilms mit fast mathematischer Sicherheit zu einer Verrohung des Jugendlichen führen muss“ (Hellwig 1911 in Kunczik 1996, S.11) oder dass „ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Konsum jugendgefährdender Videos (z. Bsp. Horrorvideos) und aggressivem Verhalten“ bestünde (Glogauer 1993, S. 121).
Anlässe so zu denken, bieten sich in der Vergangenheit zahlreich an. Im April 1999 laufen zwei Jugendliche an der Columbine Highschool in Littelton, Colorado, USA Amok und erschießen dreizehn Menschen. Im April 2002 erschießt der ehemalige Schüler Robert Steinhäuser am Gutenberg Gymnasium in Erfurt 16 Menschen und richtet danach sich selbst. All diese Ereignisse geschahen völlig unerwartet und mit höchster Brutalität. Umso brutaler wirken die Taten, da die Täter allesamt noch Jugendliche waren.
Schnell sucht man nach Antworten und schnell scheint man sie gefunden zu haben: Die Medien sind schuld. In beiden Fällen konsumierten die Täter harte Videos, harte Musik oder „übten“ bereits am PC das Ausführen von Greueltaten.
I. Einleitung: Stellt das Thema der Medienwirkungsforschung vor, erläutert die Zielsetzung der Arbeit und beschreibt den Aufbau der Untersuchung.
II. Theoretische Grundlagen: Bietet einen Überblick über die Entwicklung der Medienwirkungsforschung, die moderne Rezeptionsforschung sowie soziologische Milieutheorien und Konzepte der Mediensozialisation.
III. Praktischer Teil: Behandelt das Forschungsdesign, die Befragung von Schülern unterschiedlicher Schulformen und die detaillierte Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich ihres Nutzungsverhaltens von Horrorfilmen.
Medienwirkungsforschung, Rezeptionsforschung, Horrorfilm, Mediensozialisation, Jugendliche, Gewaltdebatte, Medienkompetenz, Publikumskulturen, Milieustudie, Schüler, Gymnasiasten, Hauptschüler, Angstbewältigung, Identifikation, Eskapismus
Die Arbeit untersucht das Mediennutzungsverhalten von Jugendlichen, insbesondere wie unterschiedliche Bildungsgrade und soziale Umfelder die Rezeption von Horrorfilmen beeinflussen.
Die Arbeit beleuchtet die Medienwirkungsforschung, die mediale Sozialisation von Jugendlichen, die psychologische Bedeutung von Horrorfilmen sowie den soziologischen Einfluss des Bildungshintergrunds auf das Medienverhalten.
Das Ziel ist der empirische Vergleich von Rezeptionsgewohnheiten bei Hauptschülern und Gymnasiasten, um Unterschiede in der Motivation, Auswahl und emotionalen Verarbeitung von Horrorfilmen aufzudecken.
Es wurde eine empirische Feldstudie durchgeführt, bei der Gymnasiasten und Hauptschüler mittels eines anonymen Fragebogens befragt wurden, um qualitative Einblicke in ihr Medienverhalten zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Theorien der Wirkung und Rezeption) und einen praktischen Teil, der das Forschungsdesign und die Analyse der gesammelten Daten enthält.
Medienwirkungsforschung, Horrorfilm, Jugendliche, Mediensozialisation, Schulbildung, Milieustudien und Medienkompetenz.
Schulze unterteilt Gesellschaftsgruppen in Milieus, die durch spezifische Lebensmuster, Bildung und Fernsehpräferenzen geprägt sind, was maßgeblich den Zugang zu und die Verarbeitung von Medieninhalten bestimmt.
Laut der Autorin bieten Filme dieser Welle eine entschärftere Form des Horrors, die Themen zwischenmenschlicher Beziehungen betont und somit weibliche Zuschauergruppen besser anspricht als rein körperbetonte Splatterfilme.
Die Strategien sind geschlechtsspezifisch: Jungen tendieren eher zur Ablenkung durch andere Medien, während Mädchen vermehrt das Gespräch mit Freunden suchen, um die Erlebnisse sozial zu verarbeiten.
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