Magisterarbeit, 2005
119 Seiten, Note: 1,3
Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung
1. Einleitung
2. Die USA und die „Deutsche Frage“ bis 1989
2.1 Der Weg zur deutschen Teilung
2.2 Die Gründung der Bundesrepublik und die Etablierung im Westen
2.3 Das amerikanisch-deutsche Verhältnis bis 1989
2.4 Die Beziehungen zur DDR
2.5 Der Begriff Wiedervereinigung und die „Deutsche Frage“
3. Die Neuorientierung der amerikanischen Deutschlandpolitik
3.1 Wer hat das Sagen?
3.2 „Partners in leadership“ – Die USA und die BRD entdecken sich neu
3.3 Der Umbruch in Osteuropa und die Reaktion der USA
4. Die Wiedervereinigung wird zum Thema
4.1 Wer gab den Anstoß?
4.2 Der Außenseiter: Vernon Walters
4.2 Die Beurteilung der DDR
5. Der Mauerfall und die Folgen
5.1 Kohls „Zehn-Punkte-Plan“ und die internationalen Reaktionen
5.2 Die „Four Principles“: Die USA formulieren ihre Interessen
5.3 Das Treffen von Malta und der NATO-Gipfel in Brüssel
5.4 Die DDR steht vor dem Kollaps und die Einheit vor der Tür?
5.5 Die Haltung Frankreichs und Großbritanniens zur Wiedervereinigung
6. Die Entstehung der Zwei-plus-Vier-Formel
6.1 Wer darf mitmachen?
6.2 „Zwei-plus-Vier“ oder „Vier-plus-Zwei“?
6.3 Der „Schlüssel“ zur Einheit
7. Der diplomatische Weg zur Wiedervereinigung
7.1 Die USA ergreifen die Initiative in der Grenzfrage
7.2 Moskau schaltet auf stur – der Westen zeigt Einigkeit
7.3 Der „Neun-Punkte-Plan“ und der Gipfel von Washington
7.4 Der NATO-Gipfel in London
7.5 Der „Kaukasus-Mythos“: Die Einheit wird vollzogen
8. Die USA als „Geburtshelfer“ der Deutschen Einheit
8.1 Der persönliche Faktor
8.2 Die öffentliche Meinung in den USA
8.3 Gewinner und Verlierer
9. Zusammenfassung
10. Literatur
Diese Magisterarbeit analysiert die Rolle und Haltung der Vereinigten Staaten während des deutschen Einigungsprozesses. Im Zentrum steht dabei die Untersuchung der amerikanisch-deutschen Beziehungen und die politische Strategie Washingtons. Die Arbeit klärt die Forschungsfrage, ab welchem Zeitpunkt die US-Administration den Einigungsprozess aktiv unterstützte, wer innerhalb der Regierung die treibenden Kräfte waren und wie die Haltung der USA letztlich zu bewerten ist – als maßgebliche Akteure oder lediglich als Begleiter eines unaufhaltsamen Prozesses.
3.1 Wer hat das Sagen?
Wenn von der amerikanischen Politik im Zusammenhang mit der deutschen Wiedervereinigung die Rede ist, fallen viele Namen. Die Politik beschränkte sich nicht allein auf Präsident Bush oder Außenminister Baker. Eine Reihe von Personen spielten eine teils maßgebliche Rolle, auch wenn sie öffentlich eher selten auftraten, dafür aber hinter den Kulissen arbeiteten. Eine kurze Aufstellung der Hauptakteure, dort allerdings nicht nur auf die USA begrenzt, findet sich bei Zelikow und Rice.57 Ein Blick darauf führt zu der Frage. Wer betrieb überhaupt die Außenpolitik der USA? Oder anders ausgedrückt: Wer hatte das Sagen? Für Bush, Anfang 1989 erst frisch in sein Amt gewählt, existierte nicht nur Europa als Aufgabenfeld. Schließlich galt es für ihn, sich erst einmal um eine innenpolitische Stärkung seiner Position zu bemühen. Im Folgenden sollen die Hauptpersonen auf amerikanischer Seite vorgestellt und aufgezeichnet werden, wie die Kompetenzen in der US-Administration bezüglich der Außenpolitik verteilt waren und auch heute noch sind.
Als Erstes ist festzuhalten, dass eine exakte Kompetenzfestlegung zwischen den US-Verfassungsorganen in außenpolitischen Fragen nicht existiert. In der amerikanischen Verfassung fehlen Formulierungen, die eine Eingrenzung ermöglichen. Stattdessen beruft man sich auf das amerikanische Grundprinzip der „Checks and Balances“. In der Verfassung heißt es nur, Präsident und Kongress sind für die Außenpolitik zuständig – ohne die Rollen exakt zu definieren. Dadurch besteht die Gefahr, dass Konflikte zwischen den Organen geschürt werden und Entscheidungen in der Sackgasse landen können. Nach Meinung von Außenpolitik- und Verfassungsrechtsexperten galt dies aber nur in der Theorie.
1. Einleitung: Zusammenfassung der Ausgangslage und Definition der zentralen Forschungsfragen zur Rolle der USA im Einigungsprozess.
2. Die USA und die „Deutsche Frage“ bis 1989: Analyse der historischen Grundlagen der Teilung Deutschlands und der Entwicklung der amerikanisch-deutschen Beziehungen bis zum Ende der Reagan-Ära.
3. Die Neuorientierung der amerikanischen Deutschlandpolitik: Untersuchung der außenpolitischen Strategie der neuen Bush-Administration und der internen Rollenverteilung zwischen Präsident, State Department und NSC.
4. Die Wiedervereinigung wird zum Thema: Erörterung der ersten Anstöße innerhalb der US-Administration zur Wiedervereinigung und der Rolle spezifischer Akteure sowie die Einschätzung der DDR.
5. Der Mauerfall und die Folgen: Behandlung der unmittelbaren Reaktionen auf den Mauerfall, Kohls Zehn-Punkte-Plan und die Formulierung der amerikanischen Interessen durch die Four Principles.
6. Die Entstehung der Zwei-plus-Vier-Formel: Darstellung der diplomatischen Suche nach einem Verhandlungsrahmen und der Etablierung des Zwei-plus-Vier-Prozesses.
7. Der diplomatische Weg zur Wiedervereinigung: Dokumentation der entscheidenden diplomatischen Treffen, der Klärung der Grenzfrage und der Verhandlungen zur NATO-Mitgliedschaft.
8. Die USA als „Geburtshelfer“ der Deutschen Einheit: Synthese der Faktoren, die zum Erfolg führten, inklusive der persönlichen diplomatischen Arbeit, der Rolle der öffentlichen Meinung und eine abschließende Bewertung der Gewinner und Verlierer.
9. Zusammenfassung: Abschlussbetrachtung der Rolle der USA als entscheidender Akteur im Einigungsprozess.
10. Literatur: Auflistung der herangezogenen Quellen, Memoiren und wissenschaftlichen Monographien.
Wiedervereinigung, USA, Deutschlandpolitik, Zwei-plus-Vier-Formel, George Bush, James Baker, NATO, deutsche Einheit, Kalter Krieg, DDR, Außenpolitik, Diplomatie, Grenzfrage, Selbstbestimmung, deutsche Teilung.
Die Magisterarbeit untersucht, welche Rolle die Vereinigten Staaten im Prozess der deutschen Wiedervereinigung zwischen 1989 und 1990 spielten und wie sich ihre Haltung im Verlauf dieses Zeitraums entwickelte.
Zentrale Aspekte sind die amerikanische Deutschlandpolitik, die internen Entscheidungsprozesse innerhalb der US-Regierung unter George Bush, das Verhältnis zur Sowjetunion und zu den europäischen Partnern sowie die diplomatischen Herausforderungen durch die Grenzfrage und die NATO-Mitgliedschaft.
Die Arbeit möchte klären, wann und wie die USA den Einigungsprozess aktiv unterstützten, welche Akteure in Washington maßgeblich waren und ob die USA als treibende Kraft oder eher als reagierender Mitläufer in diesem historischen Wandel zu bezeichnen sind.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung von Memoirenliteratur, veröffentlichten Gesprächsprotokollen und zeitgenössischen journalistischen Quellen, um die diplomatischen Abläufe zwischen den beteiligten Regierungen zu rekonstruieren.
Der Hauptteil behandelt die Phase der Neuorientierung unter George Bush, die Reaktionen der USA auf den Mauerfall, die diplomatische Konstruktion der Zwei-plus-Vier-Formel sowie die Lösung sicherheitspolitischer und grenzrechtlicher Streitfragen in Verhandlungen mit den Alliierten und der Sowjetunion.
Schlüsselbegriffe sind insbesondere „Wiedervereinigung“, „Zwei-plus-Vier-Formel“, „amerikanisch-deutsche Beziehungen“, „NATO-Mitgliedschaft“ und die diplomatische Rolle von Politikern wie George Bush und James Baker.
Der Autor ordnet Walters als eine Art „Außenseiter“ ein, der sich zwar früh für die Einheit aussprach und damit in seiner Einschätzung richtig lag, aufgrund seiner unautorisierten Vorstöße jedoch in der US-Administration auf Kritik stieß und von Baker aus dem inneren Kreis der Verhandlungen herausgehalten wurde.
Die USA betrachteten ein vereintes Deutschland als geographisches und wirtschaftliches Zentrum des westlichen Bündnisses; eine Neutralisierung Deutschlands oder ein Austritt aus der NATO hätte laut der US-Administration das gesamte westliche Sicherheitsgefüge in Europa gefährdet.
Wirtschaftliche Kredite und Unterstützungen der BRD – unter Rückendeckung der USA – waren ein entscheidendes Mittel, um Gorbatschow zu einer Akzeptanz der NATO-Mitgliedschaft des vereinten Deutschlands zu bewegen, da sich die sowjetische Wirtschaft in einer tiefen Krise befand.
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