Bachelorarbeit, 2017
40 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Arvo Pärt – Leben und Werk
3. Der Tintinnabuli-Stil
3.1. Die Begriffe der Skala und des Dreiklanges
3.2. Die Melodiestimme
3.3. Die Tintinnabuli-Stimme
3.4. Von der Zwei- zur Mehrstimmigkeit
3.4.1. Zweistimmigkeit
3.4.2. Dreistimmigkeit
3.4.3. Vier- und weitere Mehrstimmigkeiten
3.5. Organisation der Melodiestimme
3.5.1. Frei erfundene Melodie
3.5.2. Addition, Subtraktion oder Permutation
3.5.3. Bezug zum Text
3.6. „1+1=1“ – Wie die Stimmen verwoben werden
3.7. Tintinnabuli
4. Werkanalyse: Fratres
5. Interpretation
6. Konklusion
Die Arbeit erforscht die musikalischen Systematiken, derer sich Arvo Pärt bedient, um seinen unverwechselbaren Klangcharakter zu erzeugen, mit einem besonderen Fokus auf die Analyse des Werkes Fratres.
3. Der Tintinnabuli-Stil
Pärts Suche nach einer neuen klanglichen Verkörperung seiner Vorstellungen mündete in der Entwicklung seines „Tintinnabuli-Stils“ (lat.: tintinnabulum, Glöckchen). In dieser innovativen Methode des Komponierens reduzierte Pärt sein musikalisches Material auf nur wenige wichtige Merkmale, zu denen er im Studium der alten gregorianischen Musik fand. Pärts suchte nach der Essenz der Musik, dem Kern, den die Musik der vergangenen Musikepochen innehat. Er selbst spricht von einem nucleus, vergleichbar mit einem biologischen Zellkern, auf welchem alle lebensnotwendigen Informationen in Form von Chromosomen vorliegen. „In the compositional process, I always have to find the nucleus first from which the work will eventually emerge. First of all I will have to get to this nucleus.“ (Zit. nach: Brauneiss, 2010, p. 103) Er konzentrierte seine Musik von nun an grundsätzlich auf folgende Merkmale:
Beschränkung auf die grundlegenden musikalischen Elemente: Dreiklang und Skala. (Brauneiss, 2010, p. 100 f.)
Innovativer Satzbau, bestehend aus sogenannten Melodiestimmen (M-St.), welche Skalenabschnitte beinhalten und Tintinnabuli-Stimmen (T-St), die aus Dreiklangstönen bestehen. (ebenda)
Ein zugrundeliegendes schematisches System, aus dem die Komposition mündet und sich zusammensetzt. (ebenda)
„Das Prinzip, die Musik dem ‚Körper‘ eines vorgegebenen Textes mit seinen unterschiedlich langen Wörtern und Sätzen folgen zu lassen.“ (Brauneiss, 2006, p. 160)
1. Einleitung: Vorstellung der persönlichen Motivation des Autors und Definition des Forschungsziels, die kompositorischen Systematiken hinter Arvo Pärts Musik zu untersuchen.
2. Arvo Pärt – Leben und Werk: Überblick über die Biographie Pärts, seine ersten Kompositionsphasen, den Skandal um das Werk Credo und die anschließende kreative Schaffenspause.
3. Der Tintinnabuli-Stil: Detaillierte theoretische Abhandlung der grundlegenden Elemente des Tintinnabuli-Stils, einschließlich Skalen, Dreiklängen und der Organisation von Melodie- und Tintinnabuli-Stimmen.
4. Werkanalyse: Fratres: Analyse des Werkes Fratres, unterteilt in die verschiedenen Durchläufe und unter Berücksichtigung der Interaktion zwischen dem dreistimmigen Satz und der Solo-Violine.
5. Interpretation: Deutung der symbolischen Bedeutung des Titels und der strukturellen Analogie von Kreisen als göttliche Symbole innerhalb der Musik.
6. Konklusion: Zusammenfassende Betrachtung, wie Pärt aus begrenztem musikalischen Material durch strenge Systematiken eine meditative und ausgeglichene Klangwelt erschafft.
Arvo Pärt, Tintinnabuli, Fratres, Werkanalyse, Musik des 20. Jahrhunderts, Melodiestimme, Tintinnabuli-Stimme, Kompositionstechnik, Skala, Dreiklang, religiöse Musik, musikalische Struktur, Stille, Bordun, Symmetrie
Die Arbeit analysiert die spezifischen kompositorischen Systematiken des estnischen Komponisten Arvo Pärt, insbesondere den von ihm entwickelten Tintinnabuli-Stil.
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Tintinnabuli-Stils, die biographische Entwicklung Pärts sowie die detaillierte Untersuchung des Werkes Fratres.
Das Ziel ist es zu ergründen, welche Systematiken Pärt verwendet, um trotz einer extrem reduzierten Palette an musikalischem Material einen individuellen und unverwechselbaren Klangcharakter zu erzeugen.
Die Arbeit nutzt eine werkanalytische Methode, bei der die kompositorischen Regeln des Tintinnabuli-Stils auf konkrete Notenbeispiele angewendet und interpretiert werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den Tintinnabuli-Stil und eine umfassende Analyse der neun Formteile des Stückes Fratres.
Schlüsselbegriffe wie Tintinnabuli, Melodiestimme, Dreiklang, Skala, religiöse Symbolik und strukturelle Strenge definieren den inhaltlichen Kern.
Die Stille gilt für Pärt als Kanal zur göttlichen Hinwendung; seine Musik soll diese Stille nicht unterbrechen, sondern sich aus ihr heraus entwickeln.
Der Kreis symbolisiert Unendlichkeit und Vollkommenheit. Da das Stück einen harmonischen Zyklus durchläuft und wieder am Ausgangspunkt endet, spiegelt die Struktur dieses göttliche Symbol wider.
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