Diplomarbeit, 2018
91 Seiten, Note: 2,5
1 Einleitung
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Gedächtnis & Erinnerung
2.2 Identität
3 Gedächtnis & Erinnerung in der Literatur
3.1 Kollektives Gedächtnis & individuelle Erinnerung
3.2 Erinnerungsorte
3.3 Erinnerungsfiguren
4 Identitätskonstruktion und Erinnerungskonzepte in der Literaturwissenschaft
4.1 Narrative Identitätstheorie
4.2 Mimesis des Erinnerns
4.2.1 Die Zeitstruktur
4.2.2 Raumdarstellung
4.2.3 Narrative Vermittlung
5 Der „Spaltkopf“ als unkonventionelle Autobiographie
5.1 Der klassische Autobiographiebegriff
5.2 Die autobiographische Dimension der Gegenwartsliteratur
5.3 Autobiographische Züge im „Spaltkopf“
6 Die Poetik des Erinnerns im „Spaltkopf“
6.1 Inhalt & Aufbau
6.2 Ich bin nicht daheim. Ich bin angekommen.
6.3 Die Hunde von Ostia
6.3.1 Ostia als Erinnerungsort
6.3.2 Adoleszenz in der Fremde
6.3.3 Erinnerte Gefühle als Verbindung zur Gegenwart
6.3.4 Bruch der Eltern und Verstummen
6.4 Baba Yaga Girl
7 Zusammenfassung der Analyse
8 Conclusio
Die Arbeit analysiert die Poetik des Erinnerns im Roman „Spaltkopf“ von Julya Rabinowich, um zu untersuchen, wie Erinnerungen konstruiert werden und auf welche Weise sie zur Identitätsbildung der Protagonistin Mischka beitragen.
6.3.1 Ostia als Erinnerungsort
Nach den ersten drei Unterkapiteln folgt im vierten die genaue Ausführung einer Erinnerung. Es handelt sich hierbei um eine spezielle Erinnerung, da sie ursprünglich nicht von Mischka stammt, sondern von einer unbekannten männlichen Person. Somit wird sie von einer individuellen zu einer kollektiven Erinnerung. Außerdem wird in dem vierten Unterkapitel ein Erinnerungsort generiert. Es handelt sich dabei um Ostia, einen Ort, der südöstlich von Rom liegt, an der Mündung des Tiber. Dieser Schauplatz aktiviert die Erinnerung und prägt sich in das Gedächtnis der Hauptprotagonistin ein. Eingeleitet wird die Erinnerung wie folgt:
Wenn ich die Augen schließe, hineintauche in die rote Dunkelheit dahinter, sehe ich sie als unreife Schatten herumstreunen. Kleine, große, halbfertige Umrisse im Dämmerlicht des Morgens oder in meinem Dämmerlicht der Erinnerung, so unscharf und ungreifbar wie ihre Körper, verstreut über die Müllhalden der römischen Vorstadt.
Auslöser der Erinnerung ist demnach die Begegnung mit der ersten österreichischen Freundin Mischkas, die zuhause viele unterschiedliche Tiere hält. Mischka kann sich mit den Hunden von Ostia identifizieren und beschreibt weiter:
Ich kann ihren stoßweisen Atem hören, der in der ungewohnten italienischen Hitze schneller und schneller wird, auch aus Verzweiflung und der ungeheuren Anstrengung, die daraus erwächst, wenn man vergeblich und hartnäckig einen Weg zurück sucht. Einen unmöglichen Weg zu einem Ort, der nicht mehr ist, jenseits des Raums und der Zeit, unerreichbar verschwommen in der Vergangenheit, und wenn mich bei dieser Erkenntnis die erste Welle der Trauer erreicht, zaghaft zunächst, sanft anwachsend, verstehe ich den Ausdruck seiner Augen, als er mir schaudernd von ihnen berichtet, von den Hunden von Ostia, die eigentlich wir sind.
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Poetik des Erinnerns im Roman „Spaltkopf“ sowie Darlegung des Ziels und der Forschungsfrage.
2 Begriffsbestimmungen: Definition der für die Arbeit zentralen Begriffe Gedächtnis, Erinnerung und Identität aus interdisziplinärer Sicht.
3 Gedächtnis & Erinnerung in der Literatur: Theoretische Auseinandersetzung mit Literatur als Gedächtnismedium sowie Erläuterung kollektiver und individueller Erinnerungspraktiken.
4 Identitätskonstruktion und Erinnerungskonzepte in der Literaturwissenschaft: Vorstellung der narrativen Identitätstheorie und der Technik der Mimesis des Erinnerns als Analyseinstrumente.
5 Der „Spaltkopf“ als unkonventionelle Autobiographie: Einordnung des Romans in das Genre des autobiographischen Schreibens und Analyse autobiographischer Züge.
6 Die Poetik des Erinnerns im „Spaltkopf“: Tiefgreifende Analyse der Erinnerungspraktiken, des Aufbaus und der zentralen Motive sowie der Erzähltechnik im Roman.
7 Zusammenfassung der Analyse: Resümee der zentralen Ergebnisse bezüglich der Rolle von Erinnerungen und der Identitätsfindung der Protagonistin.
8 Conclusio: Abschließende Beantwortung der Forschungsfrage über den Beitrag von Erinnerungen zur Identitätsfindung im Roman.
Spaltkopf, Julya Rabinowich, Identitätsfindung, Erinnerung, Gedächtnis, Migration, Autobiographischer Roman, Mimesis, Narrative Identität, Kollektives Gedächtnis, Erinnerungsorte, Erinnerungsfiguren, Kindheitserinnerungen, Interkulturelle Literatur, Identitätskonstruktion.
Die Arbeit untersucht die „Poetik des Erinnerns“ im Roman „Spaltkopf“ von Julya Rabinowich und erforscht, wie die Hauptprotagonistin Mischka durch Erinnerungspraktiken ihre Identität konstruiert.
Zu den zentralen Themen gehören Migration, das Verhältnis zwischen persönlicher und kultureller Identität, die Konstruktion von Vergangenheit sowie die Bedeutung von Erinnerungsorten und -figuren.
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Erinnerungen im Roman dargestellt werden und wie dieser Prozess zur Selbstfindung bzw. Identitätskonstruktion der Protagonistin beiträgt.
Die Arbeit stützt sich auf literaturwissenschaftliche Theorien, insbesondere Konzepte zu Gedächtnis und Identität von Autoren wie Aleida und Jan Assmann, Maurice Halbwachs sowie Erzähltheorien von Gérard Genette.
Im Hauptteil findet eine detaillierte Analyse der poetischen Mittel und narrativen Strukturen statt, mit denen Erinnerungen im Roman verarbeitet werden, sowie eine Untersuchung der autobiographischen Züge des Textes.
Wichtige Schlüsselbegriffe sind Identitätsfindung, Erinnerung, Gedächtnis, Migration, autobiographischer Roman, Mimesis des Erinnerns und narrative Identität.
Märchenfiguren wie der „Spaltkopf“ und die „Baba Yaga“ fungieren als Identitätsfiguren, die der Protagonistin helfen, ihre innere Zerrissenheit zu visualisieren und schließlich zu überwinden.
Das Spiegelmotiv ist zentral für die Identitätssuche der Protagonistin. Es verdeutlicht den Prozess der Selbstwahrnehmung und die Konfrontation mit der eigenen gespaltenen Vergangenheit.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

