Bachelorarbeit, 2017
39 Seiten, Note: 2,5
Einleitung
1. Der Selbstmord in Deutschland
2. Die Soziologie des Suizids
2.1. Emile Durkheim
2.2. Gibbs und Martin: Statusintegrationstheorie
2.3. Kategorisierung der empirischen Studien
3. Kritik an Durkheims Geschlechterbild und Theorien
4. Hypothesen und operationalisierte Variablen
4.1. Variablen und Hypothesen zur sozialen Integration
4.2. Variable und Hypothese zur Ökonomie
4.3. Operationalisierung der Variablen
5. Empirie und Überprüfung der Hypothesen
Die vorliegende Arbeit untersucht die sozialen Zusammenhänge, die das Suizidverhalten in deutschen Bundesländern beeinflussen. Dabei liegt der Fokus primär auf der geschlechtsspezifischen Differenzierung der Suizidmortalität und der Frage, wie soziologische Erklärungsmodelle – insbesondere die Theorie der sozialen Integration – diese Unterschiede am Beispiel moderner Daten erklären können.
2.1. Emile Durkheim
Die oben genannten Wissenschaftler und die Tatsache, dass sie ihre Theorie und Erkenntnisse auf die von Durkheim stützen oder sie mit diesen vergleichen, zeigt, wie einflussreich dieses Werk für die Soziologie ist. Le Suicide wird als erstes empirisches Beispiel der soziologischen Forschung betrachtet und inkorporiert die zentralen Merkmale der empirischen, soziologischen Methodenlehre.
Die Definition des Wortes „Selbstmord“ ist entscheidend für die empirische Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Phänomen und bietet eine Abgrenzung zu suizidähnlichen beziehungsweise parasuizidalen Handlungen (Durkheim 2014: 29).
„Man nennt Selbstmord jeden Todesfall, der direkt oder indirekt auf eine Handlung oder Unterlassung zurückzuführen ist, die vom Opfer selbst begangen wurde, wobei es das Ergebnis seines Verhaltens im voraus kannte.“ (Durkheim 2014: 27)
Des Weiteren werden die individuell-psychologischen Einflüsse und die Selbstmordmotive mit dieser Definition exkludiert. Inkludiert wird, dass ein Selbstmord nur dann ein Selbstmord ist, wenn der Handelnde seine Tat mit vollem Wissen über seinen eigenen Tod vollführt. Da Selbstmord per Definition eine Handlung ist, deren Resultat von Selbstbestimmtheit geprägt ist, wird angeführt, dass diese Bestimmtheit mehr oder weniger ausgeprägt sein kann. Dabei ist wichtig anzumerken, dass Durkheim diese Definition in seinem Werk noch etwas einschränkt.
1. Der Selbstmord in Deutschland: Darstellung der Entwicklung der Suizidzahlen im gesamtdeutschen Raum unter Berücksichtigung erster sozioökonomischer Variablen.
2. Die Soziologie des Suizids: Diskussion zentraler theoretischer Beiträge, insbesondere von Durkheim sowie Gibbs und Martin, als Grundlage für das Verständnis von Suizid als kollektives Phänomen.
3. Kritik an Durkheims Geschlechterbild und Theorien: Eine kritische Auseinandersetzung mit Durkheims veralteten Vorstellungen von Geschlechterrollen und deren Relevanz für moderne Analysen.
4. Hypothesen und operationalisierte Variablen: Definition und Erläuterung der untersuchten Variablen sowie die explizite Aufstellung der zu prüfenden Hypothesen.
5. Empirie und Überprüfung der Hypothesen: Durchführung und Auswertung multipler Regressionsanalysen zur empirischen Verifizierung oder Falsifizierung der aufgestellten Hypothesen.
Selbstmord, Suizidmortalität, soziale Integration, soziale Regulation, Statusintegrationstheorie, Emile Durkheim, Geschlechterdifferenz, Religion, Familienstand, Arbeitslosigkeit, Regressionsanalyse, Soziologie, Suizidprävention, Bundesländervergleich, Rollenkonflikt.
Die Arbeit analysiert die soziologischen Hintergründe der Selbstmordraten in deutschen Bundesländern mit einem Fokus auf geschlechtsspezifische Unterschiede.
Die zentralen Themen sind soziale Integration, der Einfluss der Religionszugehörigkeit, der Familienstand, die Erwerbstätigkeit und ökonomische Faktoren in Bezug auf das Suizidrisiko.
Ziel ist es, die unterschiedliche Selbstmordhäufigkeit zwischen den Geschlechtsgruppen durch soziologische Erklärungsmodelle zu analysieren und Hypothesen empirisch zu prüfen.
Es werden quantitative Daten aus deutschen Bundesländern genutzt und mittels multipler Regressionsanalysen mit dem Programm Stata ausgewertet.
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen nach Durkheim und Gibbs/Martin, eine Kritik an veralteten Geschlechterrollenbildern sowie die empirische Überprüfung der aufgestellten Kausalhypothesen.
Die wichtigsten Begriffe sind soziale Integration, Suizidmortalität, Statusintegrationstheorie, Religionszugehörigkeit und Regressionsanalyse.
Durkheims Modell gilt als wegweisend für die empirische soziologische Forschung und bietet essenzielle Konzepte wie die soziale Integration, die auch heute noch als Grundlage für die Untersuchung kollektiver Phänomene dienen.
Die Analyse bestätigt, dass eine höhere Anzahl an Katholiken in einem Bundesland mit einer geringeren Suizidmortalität korreliert, was für eine stärkere schützende Wirkung dieser Gemeinschaft spricht.
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