Magisterarbeit, 2014
90 Seiten, Note: 1,0
I. Einleitung
II. Hauptteil
II.1. Die geistesgeschichtlichen Voraussetzungen
II.1.a. Pythagoreismus
II.1.b. Empedokles
II.1.c. Theophrast
II.2. Die Enthaltung von Beseeltem im Werk des Ovid
II.2.a. Der Geschlechtermythos Ov. met. 1, 89–162
II.2.b. Die Pythagoras-Rede Ov. met. 15, 75–142
II.2.c. Die Fasten
II.2.d. Die Pythagoras-Rede Ov. met. 15, 143–478
III. Zusammenfassung und Schlußbetrachtung
IV. Literaturverzeichnis
a. Primärliteratur
b. Hilfsmittel
c. Sekundärliteratur
Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der „Enthaltung von Beseeltem“ (Vegetarismus) in Ovids Werken, insbesondere in den Metamorphosen, und analysiert deren geistesgeschichtliche Voraussetzungen. Ziel ist es, die Verbindung zwischen der Idee des Fleischverzichts und den antiken Lehren zur Weltaltermythologie, Seelenwanderung (Metempsychose) und Kulturentstehung zu ergründen und Ovids eigenständige literarische Leistung in diesem Kontext zu würdigen.
II.1.b. Empedokles
Das bei Iamblichos in Bezug auf Pythagoras angedeutete Motiv eines vormaligen Friedens zwischen Tieren und Menschen taucht bei Empedokles von Akragas (495-435 v. Chr.) zum ersten Mal auf. In einem Nikander-Scholion werden ihm folgende Verse zugeschrieben: „Und alle waren zahm und den Menschen gegenüber freundlich, die wilden Tiere und die Vögel, und Wohlwollen war entbrannt.“ Es wird jedoch nicht gesagt, zu welcher Zeit dies gewesen sein soll. Ähnlich verhält es sich mit dem bei Porphyrios überlieferten Frg. 128 über die Herrschaft der Kypris: „Weder war bei jenen Ares ein Gott noch Kydoimos, noch Zeus ein König, auch nicht Kronos und nicht Poseidon, sondern Kypris war Königin.“ Bei jenen Menschen wurden keine Stiere geopfert, sondern nur unblutige Opfergaben dargebracht, „und es galt als größtes Verbrechen, edle Glieder hineinzuschlingen, nachdem man ihnen das Leben geraubt hat“, d.h. für sie galt die ἀποχὴ ἐμψύχων. Doch wer waren „jene“? Für GATZ und HAUSSLEITER steht fest, daß es sich bei ihnen um die Menschen des hesiodischen goldenen Geschlechts handeln müsse, womit Empedokles der erste wäre, der den Vegetarismus ausdrücklich mit dem Geschlechtermythos verbunde hätte. Es wird jedoch mit keinem Wort das χρύσεον γένος erwähnt, und es ist nicht ganz klar, auf wen sich κείνοισιν bezieht. Bei Porphyrios ist zuvor lediglich vom kretischen Kult der Korybanten (Porph. Abst. 2, 20: Κορυβαντικῶν ἱερῶν) und von „vielen“ die Rede, bei denen die ursprünglichen Trankopfer ohne Wein waren (τὰ μὲν ἀρχαῖα τῶν ἱερῶν νηφάλια παρὰ πολλοῖς ἦν), wofür denn auch die empedokleischen Verse als Zeugnis genannt werden: μαρτυρεῖται δὲ ταῦτα ... καὶ παρ’ Ἐμπεδοκλέους. Die vorhergehenden Verse fehlen hier zwar, doch wird auch in den anderen Fragmenten ein goldenes Geschlecht nicht erwähnt, sodaß man erst einmal nur festhalten kann, daß hier lediglich eine nicht näher bestimmte, ursprüngliche Vorzeit gemeint ist.
I. Einleitung: Diese Einführung definiert den Begriff der „Enthaltung von Beseeltem“, beleuchtet dessen etymologische Entwicklung und skizziert die Bedeutung der Vegetarismus-Idee in der antiken Literatur von Hesiod bis Ovid.
II. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert die geistesgeschichtlichen Voraussetzungen durch die Lehren von Pythagoreismus, Empedokles und Theophrast und untersucht deren Einfluss auf Ovids Darstellung im Geschlechtermythos, in der Pythagoras-Rede und in den Fasten.
III. Zusammenfassung und Schlußbetrachtung: Dieses Kapitel resümiert die Ergebnisse der Untersuchung und betont Ovids Rolle als erster Autor, der das Lehrgebäude von Vegetarismus, Seelenwanderung und Mythos zu einer kohärenten literarischen Trias vereinte.
IV. Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche für die Arbeit herangezogenen Primär- und Sekundärquellen sowie Hilfsmittel dokumentiert.
Enthaltung von Beseeltem, Vegetarismus, Metempsychose, Seelenwanderung, Pythagoras, Ovid, Metamorphosen, Fasten, Theophrast, Empedokles, Geschlechtermythos, Tieropfer, antike Philosophie, Seelenlehre, Frömmigkeit.
Die Arbeit untersucht das antike Konzept des Vegetarismus, historisch als „Enthaltung von Beseeltem“ bezeichnet, und wie dieses Thema von dem römischen Dichter Ovid in seinen Werken, insbesondere den Metamorphosen und den Fasten, literarisch und philosophisch verarbeitet wurde.
Die zentralen Themen umfassen die antike Seelenwanderungslehre (Metempsychose), die philosophische Begründung der Fleischabstinenz durch verschiedene Denker wie Pythagoras, Empedokles und Theophrast, sowie die Verknüpfung dieser Ideen mit der klassischen Weltalter- und Geschlechtermythologie.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Ovid philosophische Lehren zur „Enthaltung von Beseeltem“ in den antiken Geschlechtermythos integriert hat, um eine neue, eigenständige kritische Perspektive auf die moralische Degeneration und die Kulturentstehung des Menschen zu schaffen.
Es handelt sich um eine philologische und geistesgeschichtliche Analyse. Der Autor untersucht Texte der klassischen Literatur und vergleicht diese mit philosophischen Fragmenten und spätantiken Quellen, um die Intertextualität und die philosophischen Argumentationslinien Ovids nachzuvollziehen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der geistesgeschichtlichen Quellen (Pythagoreismus, Empedokles, Theophrast) und die konkrete Anwendung dieser Lehren in Ovids Werken, wobei insbesondere der „Geschlechtermythos“ sowie die „Pythagoras-Rede“ im 15. Buch der Metamorphosen sowie die Fasten analysiert werden.
Schlüsselbegriffe sind vor allem: Enthaltung von Beseeltem (Vegetarismus), Seelenwanderung (Metempsychose), Pythagoras, Ovid, Metamorphosen, Fasten, Tierethik, Frömmigkeit (pietas) und der griechisch-römische Mythos der Weltzeitalter.
Ovid lässt Pythagoras das Fleischessen als Verstoß gegen die pietas und als Mord an Verwandten darstellen, da menschliche Seelen in Tierleiber wandern können. Zudem nutzt er die Vorstellung, dass Menschen durch Tieropfer einen „Vorwand“ schaffen, um ihren Hunger auf Fleisch vor sich selbst und den Göttern zu rechtfertigen.
Ovid übernimmt von Theophrast die kulturhistorische Sichtweise auf die Entwicklung der Opfergaben von unblutigen pflanzlichen Opfern hin zu Tieropfern. Besonders die Argumentation, dass die Wahl des Opfertiers primär durch den Genusswunsch (Genuß beim Essen) bestimmt ist, dient Ovid als kritische Folie gegen das scheinbar fromme Opferritual.
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