Masterarbeit, 2017
72 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Dimensionen der heutigen Varietätenlinguistik
2.1 Das Diasystem der Sprache nach Coseriu
2.1.1 Die diatopische Variation
2.1.2 Die diastratische Variation
2.1.3 Die diaphasische Variation
2.2 Gesprochene und geschriebene Sprache
3. Unterschiede zwischen français parlé und français écrit
3.1 Die Gliederungssignale
3.2 Der Gebrauch der unbetonten Subjektpersonalpronomina
3.3 Die Interrogation
3.4 Die Angleichung des Partizips
3.5 Das Tempussystem
4. Die historische Entwicklung der Negation im Französischen
4.1 Die Negation im Lateinischen
4.2 Die Negation im Alt- und Mittelfranzösischen
4.3 Die Negation im Neufranzösischen
5. Der Jespersen-Zyklus
6. Einflussfaktoren für den Ausfall von ne
6.1 Innersprachliche Einflüsse
6.2 Außersprachliche Einflüsse
7. Das Korpus
7.1 Begründung für die Wahl
7.2 Darstellung des Korpus
8. Analyse des Korpus
8.1 Außersprachliche Kriterien
8.1.1 Das Alter
8.1.2 Die kommunikative Situation
8.1.3 Das Geschlecht
8.1.4 Die Muttersprache
8.1.5 Zwischenergebnis: Einfluss außersprachlicher Faktoren
8.2 Innersprachliche Kriterien
8.2.1 Die Pronomen
8.2.2 Die lexikalisierten Konstruktionen
8.2.3 Das Tempus des Verbs
8.2.4 Der Satztyp
8.2.5 Die Dislokation
8.2.6 Die Verneinung von Infinitiven
8.2.7 Die variablen Negationselemente
8.2.8 Zwischenergebnis: Einfluss innersprachlicher Faktoren
8.3 Weitere Negationsformen
9. Interpretation der Ergebnisse
10. Ist ±ne das Ergebnis einer potentiellen Diglossiesituation im Französischen?
11. Die Expansion von ±ne
12. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die differenzielle Verwendung der Negationspartikel ne im gesprochenen und geschriebenen Französischen. Das primäre Ziel ist die Analyse innersprachlicher und außersprachlicher Einflussfaktoren, die den Schwund dieser Partikel in der gesprochenen Sprache steuern und zu klären, ob dies Teil eines kontinuierlichen Sprachwandelprozesses oder einer Diglossiesituation ist.
4.3 Die Negation im Neufranzösischen
Im modernen Französisch existieren Bezüglich der Zahl und Position der Negationspartikeln drei unterschiedliche Strukturen. Hierzu zählen die präverbale Negation (je ne saurais vous dire), die doppelte Negation (je ne pense pas) und die postverbale Negation (*j'y vais pas), die ihren Bereich insbesondere im gesprochenen Französisch ausgeweitet hat. In der schriftsprachlichen Norm (code écrit) ist für die Verneinung haltiger Äußerungen die zweigliedrige syntaktische Negation, die sowohl aus dem konstanten Negationsmorphem ne als auch einer variablen Partikel besteht, obligatorisch.
Das Inventar der syntaktischen Negation bilden: pas, guère, nullement, aucunement, jamais, plus, nulle part, personne, rien, aucun, pas un, nul und ni. Diese aus zwei oder mehreren Elementen gebildeten Negationsmorpheme rahmen üblicherweise das finite Verb ein. Besteht das Verb aus einem temps composé wie z.B. passé composé, so umranden die Negationsmorpheme nicht nur das Hilfsverb, sondern auch die pronoms atones (N'as-tu pas chanté?).
Das erste Element ne ist stets präverbal, steht also vor dem finiten Verb und kann als eine Art „Vorsignal“ der Negation betrachtet werden, das die Verneinung vorbereitet und einführt, wohingegen das Hauptsignal dem finiten Verb folgt und das eigentliche Gewicht für die Negation trägt (vgl. Weinrich 1982: 710).
1. Einleitung: Einführung in die Thematik des Sprachwandels und der historischen Entwicklung des Französischen mit Fokus auf die Negation.
2. Die Dimensionen der heutigen Varietätenlinguistik: Theoretische Grundlagen zum Diasystem der Sprache nach Coseriu und Abgrenzung von gesprochener und geschriebener Sprache.
3. Unterschiede zwischen français parlé und français écrit: Darstellung der signifikanten Abweichungen in Bereichen wie Syntax, Pronominalgebrauch und Tempussystem.
4. Die historische Entwicklung der Negation im Französischen: Diachrone Betrachtung der Verneinungsstrukturen vom Lateinischen bis zum Neufranzösischen.
5. Der Jespersen-Zyklus: Theoretische Einordnung des zyklischen Wandels von Negationsausdrücken.
6. Einflussfaktoren für den Ausfall von ne: Systematisierung von innersprachlichen und außersprachlichen Faktoren als Vorbereitung auf die Korpusanalyse.
7. Das Korpus: Vorstellung und methodische Begründung der Wahl der CLAPI-Datenbank.
8. Analyse des Korpus: Detaillierte statistische Auswertung der Einflussfaktoren (Alter, Situation, Pronomen, etc.) auf die Realisierung von ne.
9. Interpretation der Ergebnisse: Zusammenführende Auswertung der gewonnenen Korpusdaten im Vergleich zu bisherigen linguistischen Erkenntnissen.
10. Ist ±ne das Ergebnis einer potentiellen Diglossiesituation im Französischen?: Diskussion über die Validität einer Diglossie-Analyse für das Französische.
11. Die Expansion von ±ne: kritische Auseinandersetzung mit Thesen zum totalen Schwund von ne.
12. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der Arbeit und Einordnung der Ergebnisse in den Kontext des Sprachwandels.
Französisch, Negation, Sprachwandel, ne-Tilgung, Varietätenlinguistik, gesprochene Sprache, Korpuslinguistik, Jespersen-Zyklus, Syntax, Soziolinguistik, negative Partikel, CLAPI, Diachronie, Verneinung, Sprachgebrauch
Die Arbeit untersucht den Sprachwandelprozess im Französischen, speziell das Phänomen des Schwunds der Negationspartikel ne in der gesprochenen Sprache im Vergleich zur geschriebenen Norm.
Die zentralen Themen umfassen die Varietätenlinguistik, die historische Entwicklung der Verneinung, den sogenannten Jespersen-Zyklus sowie die soziolinguistischen und innersprachlichen Faktoren, die den Gebrauch von ne beeinflussen.
Ziel ist es, empirisch zu belegen, welche Faktoren (wie Alter, Geschlecht oder syntaktische Umgebung) den Wegfall von ne begünstigen oder verhindern und ob das Französische aufgrund dieser Unterschiede eine Diglossiesituation aufweist.
Es handelt sich um eine deskriptive, korpusbasierte Studie. Die Autorin verwendet Daten aus der Multimedia-Datenbank CLAPI, um quantitative Analysen der Negationsstrukturen in verschiedenen Gesprächssituationen durchzuführen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Herleitung der Negation, die methodische Darstellung des Korpus sowie eine tiefgehende Analyse innersprachlicher Kriterien (Pronomen, Tempus, Satzbau) und außersprachlicher Kriterien (Alter, Situation).
Wesentliche Begriffe sind Französisch, Negation, Sprachwandel, ne-Tilgung, Varietätenlinguistik und Korpuslinguistik.
Ja, die Analyse zeigt, dass jüngere Sprecher die Partikel ne deutlich seltener verwenden als ältere, was auf einen fortschreitenden Sprachwandel hindeutet.
Ja, innersprachlich wirken sich Pronomina unterschiedlich aus; während beispielsweise das Pronomen je häufiger mit ne-Tilgung korreliert, zeigen andere syntaktische Umgebungen eine höhere Resistenz der Partikel.
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