Masterarbeit, 2018
56 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Historischer Hintergrund
2.1 Das Russische Zarenreich gegen Ende des 18. Jahrhunderts
2.2 Das Russische Zarenreich im 19. Jahrhundert
3. Biographie von Fëdor Michajlovič Dostoevskij
4. Dostoevskij und der Realismus
5. Zapiski iz podpol'ja
5.1 Inhaltsangabe
5.2 Die Darstellungsform des Romans
5.3 Der Kellerlochmensch
5.3.1 Wer ist der Kellerlochmensch?
5.3.2 Charakterisierung des Kellerlochmenschen
5.4 Der Protagonist und sein Menschenbild
5.5 Sankt Petersburg als Schauplatz
5.6 Zur Entstehungsgeschichte des Romans
6. Der Nihilismus
6.1 Ursprung und Definition
6.2 Der Nihilismus in der russischen Literatur
7. Der Aufstand gegen die Vernunft in Zapiski iz podpol'ja
7.1 Das Kellerloch
7.2 Das Duell
7.3 Der Kellerlochmensch und Liza
7.4 Der Kristallpalast
7.5 Die Arithmetik
7.6 Der Ameisenhaufen
8. Dostoevskij als Psychologe
9. Dostoevskij und der Kellerlochmensch
10. Son smešnogo čeloveka
10.1 Inhaltsangabe
10.2 Charakterisierung des Ich-Erzählers
10.3 Die Utopie nach Dostoevskij
11. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht den "Aufstand gegen die Vernunft" im Kurzroman Zapiski iz podpol'ja von Fëdor Dostoevskij und analysiert, warum der Ich-Erzähler eine Auflehnung gegen rationale Weltbilder vollzieht.
5.3.1 Wer ist der Kellerlochmensch?
In einer Fußnote zum ersten Kapitel schreibt Dostoevskij:
Sowohl der Autor dieser Aufzeichnungen als auch die Aufzeichnungen selbst sind erdacht. Nichtsdestoweniger sind Menschen wie der Verfasser dieser Aufzeichnungen nicht nur denkbar, sondern wenn man jene Verhältnisse in Betracht zieht, unter denen unsere Gesellschaft sich gebildet hat. Ich wollte dem Publikum deutlicher, als es sonst zu geschehen pflegt, einen Repräsentanten der jüngst verflossenen Vergangenheit vor Augen stellen. Er gehört zu der noch in unsere Tage ragenden Generation. (Dostoevskij 1984: 3)
Der vierzigjährige Protagonist ist also kein historisch, sozial oder lokal typischer Charakter, sondern ein fingierter Repräsentant der aussterbenden Generation. Er steht folglich stellvertretend für die Menschen der vierziger Jahre, bei denen die Idee des utopischen Sozialismus große Begeisterung hervorrief. Anbetracht der Tatsache, dass der Kellerlochmensch ein „Jedermann“ ist und damit eine möglichst gute Identifizierung des Lesers mit dem Protagonisten gewährleisten kann, verleiht Dostoevskij dem Kellerlochmenschen keinen Namen. Diesen benötigt er jedoch auch nicht, da er sich weniger durch seinen Namen auszeichnet als durch seine Persönlichkeit, die im Folgenden ausführlich dargelegt werden soll.
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung Dostoevskijs als philosophischer Schriftsteller dar und führt in die zentrale Problemstellung des Werkes Zapiski iz podpol'ja ein.
2. Historischer Hintergrund: Das Kapitel beleuchtet das Russische Zarenreich im 18. und 19. Jahrhundert, um das soziale und politische Klima zu skizzieren.
3. Biographie von Fëdor Michajlovič Dostoevskij: Hier wird der Lebensweg Dostoevskijs, von seiner Ausbildung bis zu seiner Verbannung nach Sibirien, nachgezeichnet.
4. Dostoevskij und der Realismus: Es wird Dostoevskijs Abgrenzung von der "Natürlichen Schule" und sein Streben nach einem "tiefen Realismus" erörtert.
5. Zapiski iz podpol'ja: Dieses Kapitel liefert eine Inhaltsangabe sowie eine strukturelle und charakterliche Analyse des Romans und seiner Hauptfigur.
6. Der Nihilismus: Es erfolgt eine Definition des Begriffs Nihilismus und eine Einordnung seiner Rolle in der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts.
7. Der Aufstand gegen die Vernunft in Zapiski iz podpol'ja: Das Kapitel untersucht zentral die Rebellion gegen rationale Utopien wie den Kristallpalast und logische Arithmetik.
8. Dostoevskij als Psychologe: Der Fokus liegt hier auf der psychologischen Tiefe von Dostoevskijs Figurenzeichnung.
9. Dostoevskij und der Kellerlochmensch: Es werden Parallelen zwischen Dostoevskijs eigener Entwicklung und der seines Protagonisten gezogen.
10. Son smešnogo čeloveka: Eine Analyse dieser Erzählung verdeutlicht Dostoevskijs Utopie und sein Verständnis von der menschlichen Seele.
11. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und unterstreicht die Einzigartigkeit des Dostoevskijschen Werks.
Dostoevskij, Zapiski iz podpol'ja, Kellerlochmensch, Nihilismus, Realismus, Vernunftkritik, Utopie, Kristallpalast, Ich-Erzähler, Russische Literatur, 19. Jahrhundert, Existenzialismus, Psychologie, Gesellschaftskritik, Aufstand.
Die Arbeit analysiert den Aufstand des Protagonisten gegen rationale Lebenskonzepte in Dostoevskijs Werk Zapiski iz podpol'ja.
Zentrale Themen sind der russische Realismus, der Nihilismus des 19. Jahrhunderts, die philosophische Utopiekritik und die psychologische Tiefenstruktur des "Kellerlochmenschen".
Das Ziel ist es, zu ergründen, warum der Ich-Erzähler die Ablehnung der Vernunft als notwendig empfindet und wie diese Auflehnung innerhalb des Romans inhaltlich und formal umgesetzt wird.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die historische Kontexte, biographische Bezüge und textimmanente Interpretationen verknüpft.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Analyse der Romanfiguren, die Symbolik des Kellerlochs und des Kristallpalastes sowie die Auseinandersetzung mit zeitgenössischen utopischen Strömungen.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Dostoevskij, Nihilismus, Kellerlochmensch, Vernunftkritik und Utopie definieren.
Er dient als Metapher für ein rationalistisches, technokratisches Gesellschaftsbild, das die menschliche Individualität und Freiheit unterdrückt, wogegen der Protagonist rebelliert.
Liza dient als Spiegel für seine Unfähigkeit zu lieben und seine moralische Zerrissenheit, wobei ihr Scheitern an der "Vernunft" des Protagonisten die Tragik verdeutlicht.
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