Bachelorarbeit, 2012
54 Seiten, Note: 1,6
FORMALE BEMERKUNGEN
1. EINLEITUNG
2. THEORETISCHER TEIL
2.1 Forschungsstand, -desiderat und Fragestellung der Arbeit
2.2 Theorie der Implikaturen nach PAUL H. GRICE
2.2.1 Begriff der Implikatur
2.2.2 Arten von Implikaturen
2.2.2.1 Konventionelle und konversationelle Implikaturen
2.2.2.2 Generalisierte und partikularisierte Implikaturen
2.2.3 Konzepte der Theorie
2.2.3.1 Abtrennbarkeit und Annullierbarkeit
2.2.3.2 Kooperationsprinzip und Gesprächsmaximen
2.3 Kritik an GRICE
2.4 Zwei potenzielle Einschränkungen der Anwendung
2.4.1 Turn-Taking
2.4.2 Kontext der Kommunikation für potenzielle Empfänger
3. EMPIRISCHER TEIL
3.1 Sampling
3.2 Verfahren der Anwendung
3.2.1 Übertragung der Grundbegriffe
3.2.2 Anzuwendende Maximen und Kooperationsprinzip
3.3 Samples
3.3.1 Sample 1: McDonald’s
3.3.2 Sample 2: Commerzbank
3.3.3 Sample 3: Sixt
3.3.4 Sample 4: Lucky Strike
3.3.5 Sample 5: Coca Cola
4. FAZIT UND AUSBLICK
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der Implikaturentheorie nach Paul H. Grice auf die Werbesprache, um zu ermitteln, ob implizite Werbebotschaften durch diese linguistische Methode präzise analysiert werden können und welche Vorzüge sie gegenüber anderen pragmatischen Ansätzen bietet.
3.3.2 Sample 2: Commerzbank
Das Gesagte: Auf dem Bild sind vier Büroklammern abgebildet, die alle exakt parallel zueinander aufgereiht sind. Nur die Büroklammer rechts außen weist im Vergleich zu allen anderen den einzigen Unterschied auf, umgedreht zu sein, und zwar exakt um 180°. Neben den Büroklammern liest man den Satz: „Chaos. German style.“ Im unteren linken Bildrand ist der Schriftzug „Banking. German style.“ zu finden, demgegenüber in der rechten unteren Ecke „Bank Forum“ und darunter „Commerzbank Group“.
Der Kombination aus den abgebildeten Heftklammern und den dazugehörigen Satzfragmenten (die Zugehörigkeit ergibt sich aus der Linearität der eindeutig zweiteiligen Aufteilung der Bildkomposition) stellt zwei verschiedene Elemente mit jeweils unterschiedlichen Assoziationen dar: Die Klammern auf der einen sowie „Chaos“ und „German Style“ auf der anderen Seite. Gemäß den obigen Feststellungen zu grundlegenden Assoziationen fällt bereits in diesen Abschnitt, dass die Worte „Chaos“ und „German style“ mit bestimmten Assoziationen verbunden sind; so besitzt jeder eine Vorstellung davon, was „Chaos“ bedeutet (jede dieser Assoziationen wird sich im Bereich „extreme Unordnung“ bewegen). Zudem gibt es gewisse Stereotype, die mit dem Wort „German“ verbunden sind (unter anderem Ordnungsliebe und Genauigkeit); jenseits jeder Implikatur stehen diese Assoziationen noch ungeordnet und unverbunden im Raum.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung begründet die Relevanz einer pragmatischen Analyse von Werbesprache mittels Implikaturtheorie und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2. THEORETISCHER TEIL: Dieses Kapitel führt in die Theorie der Implikaturen nach Paul H. Grice ein, diskutiert Kritikpunkte und beleuchtet spezifische Einschränkungen bei der Anwendung auf Werbesprache.
3. EMPIRISCHER TEIL: Der empirische Teil überträgt die theoretischen Konzepte auf die werbesprachliche Kommunikation und analysiert fünf spezifische Werbebeispiele.
4. FAZIT UND AUSBLICK: Das Fazit fasst die Ergebnisse der theoretischen Anpassung sowie der praktischen Anwendung zusammen und bewertet die Fruchtbarkeit des gewählten methodischen Ansatzes.
Implikatur, Werbesprache, Grice, Kooperationsprinzip, Pragmatik, Sprachwissenschaft, Werbebotschaft, Kommunikation, Stereotype, Sprechakttheorie, Analyse, Linguistik, Werbebeispiele, Interpretation, Konversationelle Implikatur
Die Arbeit untersucht, ob die linguistische Theorie der Implikaturen nach Paul H. Grice ein geeignetes Analyseinstrument für implizite Botschaften in der Werbesprache darstellt.
Die zentralen Themen sind die pragmatische Analyse von Werbeanzeigen, die Übertragung kommunikationstheoretischer Konzepte auf die Werbewirtschaft sowie der Vergleich zwischen expliziten und impliziten Werbebotschaften.
Das primäre Ziel ist es zu klären, ob sich Werbesprache, die über Implikaturen funktioniert, mit Grice’ Methoden erfassen lässt und welchen Erkenntnisgewinn dieser Ansatz bietet.
Die Arbeit verwendet eine qualitative linguistische Analyse, die Grice’ Konzept der Implikaturen auf eine Reihe ausgewählter Print-Werbeanzeigen anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Abschnitt, der die Grundlagen und die Kritik an der Theorie erläutert, und einen empirischen Teil, der die Theorie an fünf konkreten Werbebeispielen (Samples) erprobt.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Implikatur, Werbesprache, Grice, Kooperationsprinzip, Pragmatik und kommunikative Funktion.
Das AIDA-Modell dient als wirtschaftswissenschaftliche Ergänzung oder Basis, um Grice’ Maximen für die spezifische Situation der einseitigen Werbekommunikation anzupassen.
Die Arbeit erkennt an, dass das klassische „Turn-Taking“ in der Werbung fehlt, argumentiert jedoch, dass dies die Anwendung der Implikaturentheorie nicht verhindert, da die Analyse der semantischen und pragmatischen Ebenen der Werbemittel weiterhin möglich bleibt.
Der Autor zeigt, dass durch das Spiel mit Stereotypen wie „German style“ Implikaturen erzeugt werden, die das Produkt im Kontext von Ordnung und Effizienz positionieren, ohne dies explizit aussprechen zu müssen.
Das Beispiel verdeutlicht, wie durch Ironie Implikaturen erzeugt werden können, die eine Werbebotschaft transportieren, welche bei wörtlicher Auslegung sogar das Produkt in einem kritischen Licht erscheinen lassen könnte.
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