Diplomarbeit, 2008
81 Seiten, Note: 1,3
1. Motivation
2. Terrorismus – Begriffsabgrenzung, Ziele, Merkmale
3. Grundlagen der Netzwerktheorie
3.1. Begriffsabgrenzungen
3.2. Typen und Formen von Netzwerken
3.3. Eigenschaften und Analyse von Netzwerken
3.4. Small Worlds in sozialen Netzwerken
4. Untersuchung der Organisationsstrukturen und Art von Terrornetzwerken am Beispiel von Al-Qaida
4.1. Entwicklung von Al-Qaida
4.2. Akteure von Al-Qaida und ihre Rekrutierung
4.3. Taktische Vorgehensweise und Kommunikation
4.4. Organisationsstrukturen und Art von Terrornetzwerken
4.5. Ergebnisse der Untersuchung
5. Modell zur ökonomischen Analyse der terroristischen Aktivität
5.1. Grundidee
5.2. Entscheidungsgrundlage der terroristischen Einheit
5.3. Entscheidungsgrundlage der Regierung
5.4. Interaktion zwischen der terroristischen Einheit und der Regierung
5.5. Entscheidungsgrundlage der sympathisierenden Akteure
5.6. Effekte von Antiterrorismusmaßnahmen
5.7. Kritische Würdigung des Modells
6. Netzwerktheoretische Erweiterung des Modells
6.1. Konflikt zwischen der Netzwerkdichte und -sicherheit
6.2. Unterwanderungsgefahr und Loyalität terroristischer Akteure
6.3. Wahrscheinlichkeit des logistischen Versagens
6.4. Entscheidungsgrundlage der terroristischen Einheit
6.5. Effekte von Antiterrorismusmaßnahmen
7. Ausgewählte Antiterrorismusmaßnahmen
7.1. Herausforderungen und Ansatzpunkte des Antiterrorismus
7.2. Bildung von Antiterrornetzwerken
7.3. Offensive und defensive Antiterrorismusmaßnahmen
7.4. Destabilisierung von Terrornetzwerken
8. Fazit
Die Arbeit analysiert die Organisationsstrukturen sowie die ökonomischen Anreize terroristischer Netzwerke, um auf dieser Grundlage Strategien und Antiterrorismusmaßnahmen zu bewerten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die Interaktion zwischen staatlichen Akteuren und Terrornetzwerken rational modelliert werden kann, um deren Effektivität sowie Verwundbarkeit zu verstehen.
3.2. Typen und Formen von Netzwerken
Die Literatur bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Dimensionen und Parameter, über welche die Netzwerke voneinander abgegrenzt werden können (Pappi, 1987; Arquilla/Ronfeldt, 2001; Newman, 2003). Arquilla und Ronfeldt (2001, S. 7 ff.) stellen drei Formen von Netzwerken heraus (vgl. Abb. 2).
Die erste Form ist ein Kettennetzwerk, bei welchem der Informations- und Ressourcenfluss auf Umwegen von einem Akteur zum anderen erfolgt. Die Autoren bewerten diese Struktur als sicher. Der Grund dafür ist, dass bei der Enttarnung eines beliebigen Akteurs nur direkt mit ihm verbundene Akteure enttarnt werden können. Infolgedessen ist ein Rückschluss auf den wichtigsten Akteur schwierig. Nachteilig ist jedoch, dass bei der Enttarnung eines beliebigen Akteurs die geplante Aktivität nicht mehr ausgeführt werden kann, was zu einem logistischen Versagen des Netzwerks führt (Xu/Chen, 2005, S. 107).
Die zweite Form ist ein zentrales Netzwerk. Hierbei sind die Akteure über einen zentralen Akteur miteinander verbunden. Diese Struktur erlaubt es dem zentralen Akteur, simultan das Verhalten der einzelnen nichtzentralen Akteure zu koordinieren, ohne dass diese direkt miteinander kommunizieren. Wird der zentrale Akteur enttarnt, dann werden die nichtzentralen Akteure isoliert und das Netzwerk zerfällt. Zusätzlich kann jeder nichtzentrale Akteur im Falle seiner Enttarnung Informationen zu der Identität oder dem Aufenthaltsort des zentralen Akteurs liefern. Das macht diese Struktur unsicher. Eine Stärke des zentralen Netzwerks ist, dass es bei Enttarnung jedes beliebigen nichtzentralen Akteurs widerstandsfähig gegenüber einem logistischen Versagen bleibt. Aufgrund der direkten Verbindungen zu dem zentralen Akteur kann die geplante Aktivität von den restlichen Akteuren ausgeführt werden (Enders/Su, 2007, S. 38).
Die dritte Form ist ein dezentrales Netzwerk. Im Idealfall sind in einem solchen Netzwerk alle Akteure direkt miteinander verbunden. Ein dezentrales Netzwerk ist sehr robust. Der Grund dafür sind die redundanten Beziehungen zwischen den Akteuren innerhalb des Netzwerks, sodass die Kommunikations- und Ressourcenkette durch die Enttarnung eines beliebigen Akteurs nicht entscheidend beeinträchtigt wird.
1. Motivation: Einleitung in das Thema, Darstellung der Rekrutierungsstrategie von Al-Qaida und Relevanz von Terrornetzwerken.
2. Terrorismus – Begriffsabgrenzung, Ziele, Merkmale: Definition von Terrorismus als Gewaltstrategie und Erläuterung des transnationalen Terrorismus.
3. Grundlagen der Netzwerktheorie: Einführung in die Graphentheorie und Analyseparameter wie Zentralität und Pfaddistanz in Netzwerken.
4. Untersuchung der Organisationsstrukturen und Art von Terrornetzwerken am Beispiel von Al-Qaida: Detaillierte Analyse der Organisationsgeschichte von Al-Qaida und ihrer internen Vernetzung.
5. Modell zur ökonomischen Analyse der terroristischen Aktivität: Mathematische Modellierung der strategischen Interaktion zwischen Terrornetzwerk und Regierung.
6. Netzwerktheoretische Erweiterung des Modells: Ergänzung des ökonomischen Modells um netzwerktheoretische Aspekte, wie Sicherheit vs. Dichte.
7. Ausgewählte Antiterrorismusmaßnahmen: Diskussion von praktischen Ansätzen wie der Bildung von Antiterrornetzwerken und der Destabilisierung.
8. Fazit: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse zur Struktur und Bekämpfung von Terrornetzwerken.
Terrornetzwerke, Al-Qaida, Netzwerktheorie, ökonomische Analyse, Antiterrorismus, Small-World-Phänomen, Cluster, Rekrutierung, Strategische Interaktion, Netzwerkdichte, Zentralität, Destabilisierung, Transnationaler Terrorismus, Sicherheit, Modellierung.
Die Arbeit untersucht die Organisationsstrukturen global agierender Terrornetzwerke, insbesondere Al-Qaida, und analysiert ökonomisch sowie netzwerktheoretisch die strategischen Interaktionen zwischen Terroristen und Regierungen.
Die zentralen Themen sind die mathematische Modellierung terroristischer Aktivitäten, die soziale Netzwerkanalyse (SNA) von Terrorzellen und die Effektivität verschiedener Antiterrorismusmaßnahmen.
Das Ziel ist es, das Verhalten terroristischer Akteure rational nachvollziehbar zu machen und auf Basis der identifizierten Organisationsstrukturen Schwachstellen für eine effektive Antiterrorpolitik abzuleiten.
Die Arbeit kombiniert qualitative netzwerktheoretische Analysen (Graphentheorie, Small-World-Netzwerke) mit mikroökonomischen Modellen der Spieltheorie zur strategischen Entscheidungsfindung.
Es werden die Netzwerkstruktur von Al-Qaida, die Anreizstrukturen für sympathisierende Akteure und das mathematische Modell der Interaktion zwischen Terrornetzwerk und Regierung im Detail hergeleitet und interpretiert.
Zu den Schlüsselbegriffen zählen "Netzwerkdichte", "Hubs", "Selbstorganisation", "swarming", "Logistisches Versagen" sowie "Antiterrornetzwerke".
Das Phänomen erklärt, wie Terrornetzwerke durch wenige "Shortcuts" (Verbindungen) eine hohe lokale Verdichtung mit globaler Erreichbarkeit kombinieren, was ihre Kommunikation und Resilienz optimiert.
Die Arbeit zeigt, dass skalenfreie Netzwerke bei unkoordinierten Anschlägen sehr robust sind, bei gezielten, koordinierten Angriffen auf ihre zentralen Hubs jedoch instabil werden können.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

