Diplomarbeit, 2004
115 Seiten, Note: sehr gut (1,3)
Einleitung
1. Die bisherigen sozialen Sicherungssysteme der Bundesrepublik Deutschland
1.1 Entstehung und Entwicklung des Sozialstaates
1.2 Die Lohnersatzleistungen bei Arbeitslosigkeit: Arbeitslosengeld und Arbeitslosenhilfe
1.3 Die Sozialhilfe
1.4 Die Problematik der Doppelstruktur von Arbeitslosen- und Sozialhilfe
2. Das Modellvorhaben zur Verbesserung der Zusammenarbeit von Arbeitsämtern und Trägern der Sozialhilfe (MoZArT)
2.1 Rechtliche Grundlagen und Zielsetzung
2.2 Die Auswahl der Projekte und ihre Kategorisierung
2.3 Die Durchführung der Modellvorhaben anhand ausgewählter Beispiele
2.4 Evaluation und Ergebnisse
3. Die Vorschläge der Kommission "Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" zu Job-Centern und Arbeitslosengeld II und deren Umsetzung
3.1 Die Job- Center
3.2 Das Arbeitslosengeld II
3.3 Die Kritik an den beschlossenen Reformen
3.4 Die aktuelle Diskussion zur Umsetzung von Hartz IV
4. Die Bedeutung der Sozialarbeit in den künftigen Job-Centern
4.1 Case Management als Arbeitsmethode in den Job-Centern
4.2 Sozialarbeit im Rahmen von MoZArT
4.3 Mögliche Perspektiven sozialer Arbeit in den Job-Centern
5. Zusammenfassung
Die Arbeit untersucht das Modellvorhaben "MoZArT" zur verbesserten Zusammenarbeit von Arbeitsämtern und Sozialhilfeträgern und analysiert dessen Übertragbarkeit auf die durch die "Hartz-Reformen" eingeführten Job-Center. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie die Integration Erwerbsloser in den Arbeitsmarkt effizienter gestaltet werden kann und welche Rolle die professionelle Sozialarbeit in diesem neuen System einnehmen kann.
2. Das Modellvorhaben zur Verbesserung der Zusammenarbeit von Arbeitsämtern und Trägern der Sozialhilfe (MoZArT)
In der Koalitionsvereinbarung von Oktober 1998 zwischen SPD und Bündnis 90/Die Grünen heißt es, dass „um die Vermittlung in Arbeit zu erleichtern und überflüssige Bürokratie abzubauen, die Zusammenarbeit zwischen Sozialämtern und Arbeitsämtern nachhaltig verbessert werden soll.“
Angeregt durch die Vorschläge der Bund-Länder-Arbeitsgruppe startete das damalige Bundesministerium für Arbeit- und Sozialordnung (BMA) im Februar 2001 das Modellvorhaben zur Verbesserung der Zusammenarbeit von Arbeitsämtern und Trägern der Sozialhilfe (MoZArT). Im Rahmen eines zweijährigen Versuchs finanzierte das Ministerium bundesweit 33 Modellvorhaben an 30 Standorten mit jährlich 15,3 Mio. €.
Einleitung: Darstellung der historischen Entwicklung der Massenarbeitslosigkeit und der politischen Bestrebungen zu ihrer Bekämpfung durch Strukturreformen.
1. Die bisherigen sozialen Sicherungssysteme der Bundesrepublik Deutschland: Skizzierung der historischen Genese des Sozialstaats sowie Erläuterung der Lohnersatzleistungen und der Sozialhilfe mit Fokus auf deren Doppelstruktur.
2. Das Modellvorhaben zur Verbesserung der Zusammenarbeit von Arbeitsämtern und Trägern der Sozialhilfe (MoZArT): Analyse der rechtlichen Rahmenbedingungen, der Projektauswahl und der Ergebnisse des Modellversuchs zur Kooperation zwischen Arbeits- und Sozialämtern.
3. Die Vorschläge der Kommission "Moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt" zu Job-Centern und Arbeitslosengeld II und deren Umsetzung: Untersuchung der Hartz-Kommissionsvorschläge, deren gesetzliche Verankerung und die damit verbundene gesellschaftliche Kritik.
4. Die Bedeutung der Sozialarbeit in den künftigen Job-Centern: Erläuterung des Case Managements als zentrale Arbeitsmethode und Diskussion der künftigen Rolle sozialpädagogischer Fachkräfte.
5. Zusammenfassung: Resümee der Reformen und Einordnung der Ergebnisse hinsichtlich der Wirksamkeit der Arbeitsmarktpolitik.
Arbeitsmarktpolitik, MoZArT, Job-Center, Hartz-Reformen, Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Fallmanagement, Case Management, Arbeitsmarktintegration, Sozialstaat, Kooperation, Arbeitslosenversicherung, Erwerbslosigkeit, Vermittlungshemmnisse, Sozialarbeit.
Die Arbeit befasst sich mit den umfassenden Reformen der deutschen Arbeitsmarktpolitik Anfang der 2000er Jahre, insbesondere dem Übergang von der bisherigen Doppelstruktur aus Arbeitslosen- und Sozialhilfe hin zu den neuen Job-Centern.
Die Schwerpunkte liegen auf der Evaluierung des Modellvorhabens MoZArT, den Konzepten der Hartz-Kommission und der Rolle der professionellen Sozialarbeit im Bereich der Erwerbslosenbetreuung.
Das Ziel ist die Analyse der Wirksamkeit neuer Vermittlungsansätze und die Beantwortung der Frage, wie professionelle Sozialarbeit dazu beitragen kann, Langzeitarbeitslose erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse, der Auswertung offizieller Projektberichte zum Modellvorhaben MoZArT und der kritischen Reflexion der aktuellen Gesetzeslage basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung des MoZArT-Projekts, die Darstellung der Hartz-Reformen und die theoretische Fundierung sowie praktische Anwendung des Case Managements in der Sozialarbeit.
Wesentliche Begriffe sind MoZArT, Job-Center, Hartz-Reformen, Arbeitsmarktintegration, Fallmanagement und Sozialstaat.
Weil es die zentrale Methode ist, die in den Job-Centern eingesetzt wird, um auf die komplexen Vermittlungshemmnisse der Klienten zu reagieren und eine individuelle Hilfeplanung zu ermöglichen.
Der Autor hinterfragt insbesondere die Disziplinierung der Arbeitslosen durch Sanktionen und befürchtet durch die Leistungskürzungen eine Zunahme der Armut, ohne dass dadurch automatisch neue Arbeitsplätze entstehen.
Es verdeutlicht, dass eine enge Verzahnung von Arbeits- und Sozialämtern die Integrationschancen verbessern kann, aber auch an organisatorische und datentechnische Grenzen stößt, wenn die zugrunde liegenden Gesetze zu starr bleiben.
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