Magisterarbeit, 2001
141 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
1.1. Zum Thema
1.2. Quellenlage und Forschungsstand
2. Die Fernsehaktivitäten des Axel Springer Verlages in Deutschland von 1960-1985
2.1. Axel Springer und das Fernsehen
2.2. Die Abteilung Elektronische Publikationsmittel des Axel Springer Verlages
2.3. Die BDZV-Kampagne zur Errichtung eines Verlegerfernsehens
2.4. Initiativen im Bundestag
2.5. Das Liechtenstein-Projekt
2.6. Das Saarland-Fernsehen
2.7. Die Aktuell Presse-Fernsehen Gesellschaft (APF) und die Gründung von SAT.1
3. Die Geschichte der Fernsehgesellschaft der Berliner Tageszeitungsverleger (FBT)
3.1. Entstehung und Aufbau der Fernsehgesellschaft 1960-62
3.1.1. Gründung und Zielsetzung der FBT
3.1.2. Kooperationen mit der Freies Fernsehen GmbH
3.1.3. Kooperationen mit dem Sender Freies Berlin
3.1.4. Der Kampf um die Fernsehlizenz
3.1.5. Die ambivalente Haltung des Berliner Senats
3.1.6. Finanzielle und technische Entwicklungen
3.1.7. Quo vadis FBT? Die Fernsehgesellschaft am Scheideweg
3.2. Fernsehsender auf Abruf – Beschränkung auf Auftragsproduktionen 1962-66
3.2.1. Produktionen und allgemeine Entwicklungen
3.2.2. Die „Boykottpolitik“ des ZDF
3.2.3. Die Kampagne gegen den Sender Freies Berlin
3.2.4. Die Klage gegen das Land Berlin
3.2.5. Die Verstrickung des FBT-Geschäftsführers Horst Schnare in die ZDF-"Spionage"-Affäre
3.2.6. Der Bruch – Vier Gesellschafter verlassen die FBT
3.3. Die FBT unter der alleinigen Regie der Ullstein GmbH und des Telegraf Verlages bzw. der Graphischen Gesellschaft 1967-79
3.3.1. Die Umgründung der FBT
3.3.2. Die endgültige Gerichtsentscheidung
3.3.3. Der Axel Springer Verlag macht sich selbst Konkurrenz: Die Ullstein-AV nimmt der FBT ZDF-Aufträge weg
3.3.4. Produktionen und allgemeine Unternehmensentwicklung
3.4. Der Niedergang – Die FBT/FFB unter der Leitung von Thomas J. Frank 1979-1980
3.4.1. Die neue Firmenpolitik
3.4.2. Produktionen
3.4.3. Die Entlassung Franks
3.5. Die Liquidation 1980-1986
4. Schlussteil
4.1. Zusammenfassung
4.2. Bewertung der Arbeit der FBT/FFB und Resümee
Die Arbeit analysiert die Geschichte der "Fernsehgesellschaft der Berliner Tageszeitungsverleger mbH" (FBT) von 1960 bis 1986. Ziel ist es, die Entwicklung der Gesellschaft darzustellen, Wandel und Kontinuitäten aufzuzeigen und die politischen, rechtlichen sowie wirtschaftlichen Herausforderungen zu beleuchten, mit denen die Initiatoren bei ihrem Bestreben, privaten Rundfunk zu etablieren, konfrontiert waren.
1.1. Zum Thema
Im Juni 1967 wurde in West-Berlin eine bis dahin einmalige Allianz geschmiedet: Alle sieben Berliner Tageszeitungsverleger, die sonst in einem harten Konkurrenzkampf zueinander standen, taten sich zusammen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen: Sie wollten einen eigenen Fernsehsender ins Leben rufen. Zu diesem Zweck gründeten die Verlagshäuser Der Abend, Tagesspiegel, Ullstein, Telegraf, Deutschland, Erich Lezinsky und Echo die Fernsehgesellschaft der Berliner Tageszeitungsverleger mbH (FBT). Mit dem noch zu schaffenden Sender beabsichtigten die Verleger, nicht nur die Westberliner Bevölkerung, sondern auch die Menschen in der DDR mit Informationen zu versorgen. Zudem erhofften sie sich lukrative Einnahmen durch das Fernsehwerbegeschäft.
Mit eben dieser Fernsehgesellschaft beschäftigt sich diese Arbeit, die in zweierlei Hinsicht aufschlussreich für das Studium der deutschen Rundfunkgeschichte ist: Zum einen gibt sie einen guten Einblick in die Vorgeschichte des dualen Rundfunksystems, die lange vor der Gründung der privaten Fernsehsender SAT.1 und RTL in den 80er-Jahren begann und veranschaulicht anhand eines Beispieles, mit welchen rechtlichen, politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten die Initiatoren eines privaten Fernsehens damals zu kämpfen hatten. Zum anderen stellt die FBT das am weitesten ausgereifte Projekt in Axel Springers jahrzehntelangen Bemühungen um einen Einstieg ins Fernsehgeschäft dar. Insofern lässt sich anhand dieses überschaubaren und umfassend dokumentierten Beispiels ein guter Einblick in Springers bundesweites Fernseh-Engagement gewinnen, welches als Thema für sich den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Gründung und Zielsetzung der FBT sowie die Relevanz der Untersuchung für die deutsche Rundfunkgeschichte.
2. Die Fernsehaktivitäten des Axel Springer Verlages in Deutschland von 1960-1985: Das Kapitel bietet einen Überblick über Springers bundesweite Ambitionen und seine Strategien zur Erlangung von Einfluss im Rundfunkbereich.
3. Die Geschichte der Fernsehgesellschaft der Berliner Tageszeitungsverleger (FBT): Dieser Hauptteil detailliert den Werdegang der Gesellschaft von der Gründung über die Phase als Produktionsgesellschaft bis hin zu ihrer Liquidation.
4. Schlussteil: Der Schlussteil fasst die Entwicklung zusammen und bewertet die Arbeit der Gesellschaft kritisch vor dem Hintergrund der damaligen Rahmenbedingungen.
FBT, Axel Springer Verlag, Privatfernsehen, West-Berlin, Rundfunkgeschichte, Medienpolitik, Fernsehgesellschaft, Produktionsgesellschaft, Lizenzstreit, duales Rundfunksystem, Wirtschaftsinteressen, ZDF, Sender Freies Berlin, Medienkonzentration, Liquidation.
Die Arbeit befasst sich mit der Historie der FBT, einer von Berliner Zeitungsverlegern gegründeten Gesellschaft, und deren Versuchen, im Fernsehen aktiv zu werden.
Zentral sind der Einfluss Axel Springers, die rechtlichen Rahmenbedingungen für privates Fernsehen sowie die wirtschaftliche Rolle der FBT als Produktionsfirma.
Die Forschungsfrage konzentriert sich auf die politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten, denen die Initiatoren gegenüberstanden und wie die Gesellschaft darauf reagierte.
Die Untersuchung basiert primär auf einer akribischen Analyse von Unternehmensakten und zeitgenössischen Dokumenten.
Der Hauptteil analysiert die Entstehung, die Kooperationen mit Sendern wie dem ZDF, die Phase der Auftragsproduktion und schließlich den Niedergang und die Liquidation.
Dazu zählen Begriffe wie FBT, Axel Springer Verlag, Privatfernsehen, Lizenzstreit und Rundfunkgeschichte.
Der Autor zeigt auf, wie der Konzern versuchte, die FBT für seine eigenen machtpolitischen und wirtschaftlichen Ziele zu nutzen, was letztlich zu Konflikten und dem Bruch der Verlegerallianz führte.
Das Scheitern war vor allem auf die strenge staatliche Regulierung, die rechtliche Auslegung des Rundfunks als öffentliche Aufgabe durch Gerichte und fehlende politische Unterstützung zurückzuführen.
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