Bachelorarbeit, 2016
53 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Power-Sharing
2.1 Consociational Power-Sharing Ansatz
2.2 Integrative Power-Sharing Ansatz
2.3 Vergleich
3. Das Power-Sharing System in Bosnien und Herzegowina
3.1 Der Weg zum Friedensabkommen von Dayton
3.2 Das Friedensabkommen von Dayton
3.3 Die Verfassung von Bosnien und Herzegowina
3.4 Zwischenfazit
4. Analyse des Power-Sharing Systems anhand der Nachkriegsphase
4.1 Die erste Phase nach Dayton (1995-2005)
4.2 Die zweite Phase nach Dayton (ab 2006): Erhöhte Feindseligkeiten?
4.3 Analyse des in Bosnien und Herzegowina implementierten power-sharing Systems
5. Das Büro des Hohen Repräsentanten und die Bonner Befugnisse
5.1 Die verstärkte Rolle der EU
6. Fazit
7. Ausblick
Die Bachelorarbeit untersucht, ob das in Bosnien und Herzegowina implementierte Power-Sharing-System unter Einflussnahme des Büros des Hohen Repräsentanten (OHR) und der Europäischen Union (EU) ein tragfähiges Zukunftsmodell für das ethnisch gespaltene Land darstellt. Ziel ist es, die Erfolge und Kritikpunkte des Systems zu analysieren und zu bewerten, in welchen Bereichen Verbesserungsbedarf für eine stabile demokratische Entwicklung besteht.
2.1 Consociational Power-Sharing Ansatz
“It is in the nature of consociational democracy, at least initially, to make plural societies more thoroughly plural. Its approach is not to abolish or weaken segmental cleavages but to recognize them explicitly and to turn the segments into constructive elements of stable democracy” (Ljiphart 1977: 42).
Laut Lijphart gibt es keine bessere Option, als consociational power-sharing in tief gespaltenen Gesellschaften anzuwenden. Bei diesem Ansatz geht es vor allem darum in einer tief gespaltenen Gesellschaft anhand von vier Grundsätzen eine stabile Demokratie zu ermöglichen: große Koalition, Minderheitenveto, kulturelle Autonomie und proportionale Vertretung (proportional representation kurz PR). In seinen früheren Arbeiten betonte er, dass eine consociational Demokratie ein bestimmtes Bündel an Regeln und Institutionen ist. In einer aktuelleren Ausgabe korrigierte er dies und betonte, dass eine consociational Demokratie stattdessen eine allgemeine Form von Demokratie ist, die anhand von vier Grundsätzen definiert ist. Die vier Grundsätze können in unterschiedlicher Weise angewendet werden und werden in diesem Kapitel näher erläutert. Power-sharing funktioniert ausschließlich, wenn alle Grundsätze vorhanden sind (vgl. Lijphart 2008: 9, 67; 1991: 503).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Nachkriegssituation in Bosnien und Herzegowina und definiert die Forschungsfrage, ob das bestehende Power-Sharing-System als Zukunftsmodell für das Land geeignet ist.
2. Power-Sharing: Dieses Kapitel erläutert theoretische Konzepte von Consociational und Integrative Power-Sharing und bereitet den Vergleich der beiden Ansätze für die Analyse der Arbeit vor.
3. Das Power-Sharing System in Bosnien und Herzegowina: Es werden die Entstehung und die wesentlichen Inhalte des Friedensabkommens von Dayton sowie die verfassungsrechtlichen Grundlagen der Institutionen des Staates Bosnien und Herzegowina analysiert.
4. Analyse des Power-Sharing Systems anhand der Nachkriegsphase: Das Kapitel untersucht die Stabilität und Effizienz des politischen Systems in zwei Phasen nach 1995 und analysiert kritisch die Funktionalität der implementierten Power-Sharing-Elemente.
5. Das Büro des Hohen Repräsentanten und die Bonner Befugnisse: Hier wird der Einfluss internationaler Akteure, insbesondere des OHR und der EU, auf die politische Stabilität und den Staatsaufbau Bosnien und Herzegowinas analysiert.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass das Power-Sharing-System zwar den Frieden sicherte, aber aufgrund mangelnden politischen Willens und ineffektiver Strukturen erhebliche Probleme in der Regierungsführung aufweist.
7. Ausblick: Der Ausblick erörtert mögliche Zukunftsszenarien für Bosnien und Herzegowina, betont die Notwendigkeit moderater Politiker und fordert ein kohärentes Konzept für notwendige Reformen durch die internationalen Akteure.
Power-Sharing, Bosnien und Herzegowina, Dayton, Friedensabkommen, Consociational Democracy, Integrative Power-Sharing, Büro des Hohen Repräsentanten, OHR, EU-Integration, Ethnische Spannungen, Verfassungsreform, Politische Stabilität, Demokratisierung, Minderheitenveto, Proportionale Vertretung
Die Arbeit analysiert das politische System Bosnien und Herzegowinas, das auf dem Friedensabkommen von Dayton basiert, und bewertet dessen Zukunftsfähigkeit als Power-Sharing-Modell in einem ethnisch gespaltenen Staat.
Zentrale Themen sind die theoretischen Konzepte von Consociational und Integrative Power-Sharing, die Analyse der verfassungsrechtlichen Institutionen sowie die Rolle der internationalen Gemeinschaft, insbesondere des OHR und der EU, beim Staatsaufbau.
Die Forschungsfrage lautet, ob das existierende Power-Sharing-System mit Einflussnahme von OHR und EU ein tragfähiges Zukunftsmodell für Bosnien und Herzegowina darstellt, ob es erfolgreich war und wo Verbesserungsbedarf besteht.
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um die Theorien von Lijphart und Horowitz auf die reale politische Praxis und die institutionellen Rahmenbedingungen in Bosnien und Herzegowina anzuwenden und kritisch zu prüfen.
Der Hauptteil befasst sich mit den theoretischen Ansätzen des Power-Sharing, der detaillierten Beschreibung der Dayton-Verfassung und der Analyse der Nachkriegsentwicklung bis zum Jahr 2016 unter Berücksichtigung der Rolle der internationalen Akteure.
Wichtige Begriffe sind Power-Sharing, Dayton-Abkommen, Konsensdemokratie, ethnische Spaltung, OHR, EU-Beitrittsperspektive und die Reformunfähigkeit der politischen Elite.
Die Rolle wird als problematisch kritisiert, da die Bonner Befugnisse zwar kurzfristig Stabilität erzeugten, aber langfristig eine Abhängigkeitskultur schufen und die demokratische Eigenverantwortung der lokalen Akteure schwächten.
Das Urteil betrifft die Diskriminierung von Bürgern, die nicht einer der drei konstitutiven Volksgruppen angehören. Seine Nicht-Implementierung gilt als signifikantes Hindernis für den EU-Integrationsprozess und verdeutlicht die institutionelle Lähmung.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

