Bachelorarbeit, 2017
55 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1. Theoretische Grundlagen
1.1 Radikalismus und Extremismus
1.1.1 Linksextremismus
1.1.2 Rechtsextremismus
1.1.3 Salafismus
1.2 Der Radikalisierungsprozess
1.2.1 The Staircase to Terrorism
1.2.2 Die Wurzeln des gewaltbereiten Extremismus
1.2.3 Theorie der Sozialen Identitäten
1.3 Der Medienbegriff
1.3.1 Medien zur öffentlichen Kommunikation
1.3.2 Medien zur interpersonellen Kommunikation
2. Die Rolle der Medien an Radikalisierungsprozessen: Eine qualitative Inhaltsanalyse
2.1 Methodik
2.1.1 Auswahl der Literatur
2.1.2 Betrachteter Medienbegriff
2.1.3 Betrachtetes Radikalisierungsmodell
2.1.4 Vorgehen und Analyseraster
2.2 Erhebung
2.2.1 Ergebnisse der Inhaltsanalyse „Ich war ein Salafist“
2.2.2 Ergebnisse der Inhaltsanalyse „Der Dschihadist“
2.2.3 Ergebnisse der Inhaltsanalyse „Koran im Kopf 2“
2.3 Gemeinsamkeiten und Unterschiede
3. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen Radikalisierungsprozessen und dem Mediennutzungsverhalten von Individuen. Anhand von drei Biografien ehemaliger Salafisten wird analysiert, wie sich der Medienkonsum in verschiedenen Radikalisierungsphasen verändert und welche Rolle dabei als Leitmedium fungierende religiöse Schriften sowie soziale Netzwerke spielen.
1.2.1 The Staircase to Terrorism
Diese Theorie wurde von dem Psychologen Fathali M. Moghaddam entwickelt. Er ist Professor an der Universität Georgetown in Washington und erforscht unter anderem die Entstehung von Terrorismus unter sozialpsychologischen Gesichtspunkten. In der Theorie „The Staircase to Terrorism“ wird der Radikalisierungsprozess als seine Art Treppenhaus dargestellt, welches bis zu fünf Stockwerke nach oben führt. Die Stockwerke symbolisieren hierbei die einzelnen Eskalationsstufen des Radikalisierungsprozesses, dessen höchste Stufe einen terroristischen Akt darstellt. Die einzelnen Stufen sind hierbei jedoch nicht das einzige Kernelement dieser Theorie. Im Wesentlichen entscheidet die Selbstwahrnehmung der Individuen, in Bezug auf deren wahrgenommenen Entscheidungsmöglichkeiten, ob und wie sie die nächste Stufe des Radikalisierungsprozesses erreichen.
Der „Ground Floor“ stellt hierbei die Ausgangssituation für die zunehmende Radikalisierung einer Person dar. Auf der untersten Stufe dieses Modells befinden sich Menschen, welche mit einer Situation oder mit einem bestimmten Zustand unzufrieden sind. Die eigene Lebenssituation spielt hierbei jedoch eher eine untergeordnete Rolle. Es geht vielmehr darum, was von der betroffenen Person als gerecht und was als ungerecht wahrgenommen wird. Etwa muss ein Mensch, welcher in ärmlichen Verhältnissen lebt, sein Leben nicht als ungerecht wahrnehmen, wohingegen jemand, der sich in wohlhabenderen Kreisen bewegt, das System der Vetternwirtschaft als ungerecht deklarieren könnte und sich dadurch zunehmend radikalisiert.
Ebenso kann es vorkommen, dass die sich radikalisierende Person gar nicht unmittelbar von den als ungerecht angesehenen Verhältnissen betroffen ist. Es reicht beispielsweise auch, wenn ein Mensch durch die Medien von einem Missstand in einem anderen Land informiert wird, diesen Zustand als ungerecht wahrnimmt und dagegen vorgehen möchte.
Sobald das Individuum die Möglichkeiten des eigenen Handelns abwägt, um gegen diesen Zustand der Unzufriedenheit vorzugehen, befindet es sich auf dem „First Floor“. Die hier getroffenen Entscheidungen werden maßgeblich durch zwei psychologischen Faktoren beeinflusst. Zum einen die von dem Individuum wahrgenommenen Möglichkeiten zur persönlichen Mobilität und zum anderen die wahrgenommenen Rahmenbedingungen.
Einleitung: Einführung in die Problematik terroristischer Radikalisierung in Europa und Vorstellung der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Mediennutzung.
1. Theoretische Grundlagen: Abgrenzung der Begriffe Radikalismus und Extremismus sowie Vorstellung gängiger Theorien wie „The Staircase to Terrorism“ und der Theorie der Sozialen Identitäten.
2. Die Rolle der Medien an Radikalisierungsprozessen: Eine qualitative Inhaltsanalyse: Durchführung einer qualitativen Analyse von drei Biografien ehemaliger Salafisten zur Untersuchung des Mediennutzungsverhaltens.
3. Zusammenfassung und Ausblick: Fazit über den Wandel des Medienkonsums im Radikalisierungsprozess und Empfehlungen für weitere quantitative Forschungen.
Radikalisierung, Salafismus, Extremismus, Mediennutzung, Qualitative Inhaltsanalyse, Biografieforschung, Theorie der Sozialen Identitäten, The Staircase to Terrorism, Propaganda, Internet, Koran, Deradikalisierung, Kommunikation, Terrorismus, Medien
Die Arbeit untersucht, wie sich die Mediennutzung von Personen im Verlauf eines Radikalisierungsprozesses (speziell im salafistischen Milieu) verändert und welche Rolle Medien dabei als Werkzeuge der Indoktrination spielen.
Die Themenfelder umfassen die Radikalismus- und Extremismusforschung, die Analyse von Radikalisierungsmodellen, die Theorie der Sozialen Identitäten sowie die Rolle von Massenmedien und interpersoneller Kommunikation.
Das Ziel ist es, mittels einer qualitativen Inhaltsanalyse von drei Biografien herauszufinden, welche Schlüsse sich bezüglich der Mediennutzung in den verschiedenen Phasen des Radikalisierungs- bzw. Ausstiegsprozesses ziehen lassen.
Es wird eine qualitative Inhaltsanalyse eingesetzt, die auf einem Fragenkatalog basiert, um Biografien ehemaliger Salafisten strukturiert und vergleichbar auszuwerten.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Radikalisierungsforschung und die praktische Inhaltsanalyse der ausgewählten Biografien von Dominic Schmitz, Irfan Peci und Barino Barsoum.
Wichtige Begriffe sind Radikalisierung, Salafismus, Mediennutzung, qualitative Inhaltsanalyse und die Theorie der Sozialen Identitäten.
Der Koran wird von den radikalisierten Personen als neues Leitmedium betrachtet, welches den Tagesablauf bestimmt und dessen Studium einen erheblichen Teil der Medienzeit einnimmt.
Obwohl alle Personen unzufrieden mit ihrer Situation waren, unterschieden sich ihre Ausgangssituationen (familiäre Probleme vs. Suche nach Sinn) und ihre Wege in die Szene deutlich voneinander.
Soziale Medien und Online-Foren dienen den Extremisten als Plattformen zur Verbreitung von Propaganda, zur Rekrutierung Gleichgesinnter und zur schnellen interpersonellen Kommunikation innerhalb der Gruppe.
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