Masterarbeit, 2013
118 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Inklusion
2.1. Integration oder Inklusion?
2.1.1. Ist Inklusion ungleich der „schlechten“ Praxis der Integration?
2.1.2. Inklusion gleich erweiterte Integration?
2.1.3. Inklusion gleich die „enthinderte“ Integration
2.1.4. Inklusion die ultimative Integration?
2.1.5. Die „Baustellen“
2.2. Inklusion
2.3. Derzeitige Situation in Deutschland und Niedersachsen
2.4. Inklusion und Unterricht
3. Der Sachunterricht und seine Didaktik
3.1. Sachunterricht ein Schulfach
3.1.1. Bildung der unverzichtbare Referenzrahmen
3.1.2. Die Inhalte des Sachunterrichts
3.2. Sachunterricht: die Verbindung zwischen Kind – Welt – Sache
3.2.1. (Lebens-) Welt
3.2.2. Kind
3.2.3. Sache
3.2.4. Das „große Ganze“ – der Sachunterricht
4. Der gemeinsame Weg – Sachunterricht und Inklusion
4.1. Inklusiver Sachunterricht noch in den „Kinderschuhen“?
4.2. „Fußabdrücke“ inklusiven Sachunterrichts
4.2.1. Didaktische Leitlinien nach Seitz
4.2.2. Didaktische Leitlinien nach Schomaker
4.2.3. Planung konkret – Planungs- und Handlungsmodelle nach Gebauer/Simon und Kahlert/Heimlich
4.2.4. „Hürden" und „Sprungbretter“
5. Gewählte Forschungsmethodik und ihre Grundlagen
5.1. Empirische Forschung und das Verständnis von Fragestellung, Methode und Forschungsgegenstand
5.2. Qualitative Forschung
5.3. Forschungsmethode Interview
5.3.1. Das episodische Interview
6. Der Forschungsprozess – Durchführung der Datenerhebung
6.1. Vorannahmen und Erwartungen
6.1.1. Lernen ist aktiv
6.1.2. Lernen ist selbstgesteuert
6.1.3. Lernen ist nicht Eins-zu-Eins Vermittlung
6.1.4. Lernen ist ein konstruktiver Prozess
6.1.5. Lernen ist ein situativer Prozess
6.1.6. Lernen ist ein sozialer Prozess
6.1.7. Konklusion
6.2. Ethische Richtlinien – wissenschaftliche Integrität
6.3. Lehramtsanwärter – purposive Sampling
6.4. Leitfaden erstellen
6.5. Zugang zum Feld
6.6. Transkription
6.7. Phänomenographie als Auswertungsmethodik
6.7.1. Phänomenologie
6.7.2. Phänomenographie
6.8. Gütekriterien
6.9. Das Forschungsdesign – eine Zusammenfassung
7. Interviewanalyse
7.1. Zur Analyse der Interviews
7.1.1. Ideenlisten
7.1.2. Ideenkategorisierungen
7.1.3. Phänomenographische Analyse
7.2. Analyse
7.2.1. Prinzipien und Ziele
7.2.2. Differenzierung
7.2.3. Sonderpädagogische Lehramtsanwärter im inklusiven Sachunterricht
7.3. Phänomenographische Kategorien zur Wahrnehmung von inklusivem Sachunterricht
8. Diskussion der Ergebnisse
8.1. Erläuterung und Interpretation der Ergebnisse
8.1.1. Verbindung zu bestehenden Konzepten des inklusiven Sachunterrichts
8.2. Reflexion des Forschungsprozesses und Forschungsimplikationen
8.3. Praktische Implikationen
9. Fazit
10. Literatur
Die Arbeit untersucht das Phänomen des inklusiven Sachunterrichts aus der Perspektive von Lehramtsanwärtern, um aufzudecken, wie Inklusion in der Praxis des Sachunterrichts wahrgenommen und erlebt wird und welche didaktischen Ansprüche sich daraus ergeben.
3.2.3. Sache
Neben den beiden explizierten Polen besteht der dritte Pol „Sache“ als didaktische Kategorie. Im Lexikon Sachunterricht lässt sich hierzu folgende Beschreibung finden:
„Der Begriff der S deutet weniger auf (objektive) Gegenstände od. Themen. Er verweist (etymologisch) auf ‚Streitigkeiten’ z.B. i.S. eines Widerstreites der Rationalitäten u. Interessen. S. i.S. des SU haben deshalb weder unzweifelhafte Gestalt, noch sind sie eindeutig definierbar. Man kann sich den S nur annähern u. sie in möglichen Beschreibungen einkreisen. S verweisen auf Sachverhalte (subjektiv u. objektiv), aus denen sie zur Erscheinung kommen, sind deshalb ‚gelöst wie Salz im Wasser, in absolut chaotischer Mannigfaltigkeit einer Situation.’ “ (Kaiser 2008b, 176).
In diesem Eintrag wird deutlich, dass es sich bei der hier beschriebenen Sache nicht um das konkrete „Ding“ handelt. Im Zentrum steht der Entwicklungsweg zur Erkenntnis. Der Sachunterricht führt in die Sachen ein und in Verbindung zur Phänomenologie, geht es um ein größeres Feld, als das der Gegenstände mit physischen Zustand. Jede Sache steht in einem Beziehungszusammenhang mit anderen Sachen oder Sachaspekten. Durch die Fokussierung auf einen bestimmten Sachzusammenhang findet eine Charakterisierung der Sache statt, die es möglich macht zu ihr Aussagen zu treffen (vgl. Köhnlein 2011, 495f).
Will man die für den Sachunterricht spezifischen „Sachen“ erkunden, so handelt es sich hierbei um didaktische Wege zur Themenauswahl und Methodenauswahl im Sachunterricht, die jedoch mit den Aufgaben im Bildungssystem verwoben sind. Zwei Bedeutungen sind zur „Sache“ in der Literatur wesentlich vorzufinden:
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, welche Ansprüche Inklusion an den Sachunterricht stellt und wie dieser in der Praxis erlebt wird.
2. Inklusion: Dieses Kapitel skizziert die Entwicklung des Inklusionsbegriffs und diskutiert das Verhältnis zur Integration sowie die aktuelle Situation in Deutschland und Niedersachsen.
3. Der Sachunterricht und seine Didaktik: Hier werden die Merkmale des Sachunterrichts als Schulfach sowie die Trias Kind – Welt – Sache als grundlegende didaktische Kategorie erläutert.
4. Der gemeinsame Weg – Sachunterricht und Inklusion: Dieser Abschnitt bringt Inklusion und Sachunterricht zusammen und stellt Entwicklungen sowie konkrete Planungs- und Handlungsmodelle vor.
5. Gewählte Forschungsmethodik und ihre Grundlagen: Die Autorin legt die Grundlagen der empirischen, qualitativen Forschung dar und begründet die Wahl des episodischen Interviews.
6. Der Forschungsprozess – Durchführung der Datenerhebung: Das Kapitel beschreibt den gesamten Erhebungsprozess, von Vorannahmen über ethische Richtlinien bis hin zur Transkription und Phänomenographie.
7. Interviewanalyse: Hier wird der Prozess der Auswertung von der Ideenliste über die Ideenkategorisierung bis hin zu den phänomenographischen Ergebnissen detailliert dargelegt.
8. Diskussion der Ergebnisse: Die Ergebnisse werden interpretiert, mit bestehenden Konzepten verknüpft und in Bezug auf den Forschungsprozess kritisch reflektiert.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung von inklusivem Sachunterricht für die zukünftige Forschung und Praxis.
Inklusion, Sachunterricht, Inklusionsdidaktik, Phänomenographie, Qualitative Forschung, Episodisches Interview, Kindorientierung, Weltorientierung, Lernstand, Differenzierung, Lehrerausbildung, Sonderpädagogik, Schulentwicklung, Unterrichtsplanung.
Die Arbeit untersucht das Phänomen inklusiver Sachunterricht durch eine phänomenographische Analyse von Interviews mit angehenden Lehrkräften.
Die Arbeit verbindet die Inklusionspädagogik mit der Didaktik des Sachunterrichts, wobei die Trias Kind – Welt – Sache im Mittelpunkt steht.
Ziel ist es, das Phänomen „inklusiver Sachunterricht“ aus der Perspektive der handelnden Lehrkräfte in der Praxis besser zu verstehen und zu entmystifizieren.
Die Autorin nutzt qualitative Forschung, konkret das episodische Interview, welches mittels Phänomenographie ausgewertet wird.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Rahmung von Inklusion und Sachunterricht, eine methodische Darlegung des Forschungsprozesses und eine detaillierte Analyse der Interviewergebnisse.
Kernbegriffe sind Inklusion, Sachunterricht, Inklusionsdidaktik, Phänomenographie, Differenzierung und Lehrerausbildung.
Die Analyse identifiziert vier phänomenographische Kategorien, die zeigen, dass inklusiver Sachunterricht durch Differenzierung und die Sensibilität für Handlungs- und Lebensweltorientierung inklusiv wird.
Differenzierung wird von den befragten Lehrkräften als ein konstitutives "Muss" für inklusiven Unterricht erlebt, um Lernstände individuell zu berücksichtigen und Lernbarrieren abzubauen.
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