Diplomarbeit, 2002
59 Seiten, Note: 3,7 !
Vorwort
1. Einführung
2. Die Friedenspädagogik der evangelischen Kirchen in der DDR
2.1. Der Weg der evangelischen Kirchen zu einer Friedenserziehung
2.2. Modelle der Friedenspädagogik in der DDR
2.2.1 Der Wehrunterricht als Modell der DDR-Regierung
2.2.2. Das Modell „Erziehung zum Frieden“ der evangelischen Kirchen
2.2.2.1. Welche Aufgaben soll Friedenserziehung leisten?
2.2.2.2. Exkurs: Die Entstehung des Symbols „Schwerter zu Pflugscharen“
3. Gemeindepädagogik und Friedenspädagogik
4. Kirchliche Erwachsenenarbeit
4.1. Die kirchliche Erwachsenenarbeit in der DDR
4.2. Konzeptioneller Entwurf kirchlicher Erwachsenenarbeit
4.2.1. Beschreibung kirchlicher Erwachsenenarbeit
4.2.2. Friedenspädagogik in der kirchlichen Erwachsenenarbeit
4.2.3. Inhaltliche und methodische Gesichtspunkte einer gemeindepädagogisch verantworteten Friedenspädagogik
5. Fazit
Die Arbeit untersucht das Konzept der Friedenspädagogik der evangelischen Kirchen in der DDR und vergleicht es mit dem staatlichen Ansatz der Wehrerziehung. Ziel ist es aufzuzeigen, wie kirchliche Handlungsmodelle als Antwort auf staatliche Erziehungspolitik entstanden und inwiefern sie heute noch für die Gemeindepädagogik relevant sind.
2.2.1. Der Wehrunterricht als Modell der DDR-Regierung
Der Wehrunterricht, der 1978 von der DDR-Regierung eingeführt wurde, war das Resultat jahrelanger Vorbereitung. Zwar ist er „erst seit 1982 im Wehrdienstgesetz der DDR verankert, doch spielte die vormilitärische Erziehung schon seit den fünfziger Jahren eine wichtige Rolle.“
Die DDR-Regierung etablierte eine Kommission für sozialistische Wehrerziehung. Genauso ist „für den Entwicklungsabschnitt der vormilitärischen Ausbildung von Beginn der sechziger Jahre bis 1968 vor allem die feste Einbindung der Wehrerziehung von Bedeutung. Bereits 1960 hatte es dazu erste Versuche gegeben.“
Die Einführung des Wehrunterrichtes hat mit dem Friedensverständnis der DDR-Regierung zu tun, dass sich u.a. aus dem Manifest der kommunistischen Partei herleitet. Obwohl im Manifest der Begriff „Frieden“ nicht zu finden ist, wird „dieses Dokument immer wieder herangezogen, um auf seiner Grundlage das sozialistische Friedensverständnis zu verdeutlichen. Zentral sind in diesem Zusammenhang die Thesen 56 und 57: ‘In dem Maße wie die Exploitation des einen Individuums durch das andere aufgehoben wird, wird die Exploitation einer Nation durch die andere aufgehoben (56). Mit dem Gegensatz der Klassen im Innern der Nation fällt die feindliche Stellung gegen einander [sic!] (57)’“.
1. Einführung: Die Autorin legt ihr Interesse an den Friedensdekaden dar und erläutert die Relevanz der Friedenspädagogik in der DDR als Handlungsmodell für die heutige Gemeindepädagogik.
2. Die Friedenspädagogik der evangelischen Kirchen in der DDR: Dieses Kapitel analysiert den kirchlichen Weg zur Friedenserziehung, den staatlichen Wehrunterricht als Gegenpol und das kirchliche Modell „Erziehung zum Frieden“.
3. Gemeindepädagogik und Friedenspädagogik: Es wird untersucht, inwieweit Ansätze der „Erziehung zum Frieden“ in die Konzeption der Gemeindepädagogik integriert sind.
4. Kirchliche Erwachsenenarbeit: Hier wird die Rolle der Friedensgruppen und die konzeptionelle Gestaltung kirchlicher Erwachsenenbildung sowie deren methodische Umsetzung beleuchtet.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bedeutung der Friedenspädagogik in der heutigen Zeit und dem Appell, christliche Gegenpositionen zu beziehen.
Friedenspädagogik, DDR, evangelische Kirche, Wehrerziehung, Erziehung zum Frieden, Gemeindepädagogik, Friedensgruppen, Schwerter zu Pflugscharen, Erwachsenenbildung, Friedensdekaden, politisches Handeln, christliche Identität, generationsübergreifendes Lernen, Widerstand, Friedensethik.
Die Arbeit analysiert die friedenspädagogischen Konzepte der evangelischen Kirchen in der DDR in den 1970er und 1980er Jahren und setzt diese in Bezug zur staatlichen Wehrerziehung und der allgemeinen Gemeindepädagogik.
Im Zentrum stehen die Konzepte der Friedenserziehung, der staatlich verordnete Wehrunterricht, die Rolle kirchlicher Friedensgruppen und die Bedeutung der Friedenspädagogik für die kirchliche Erwachsenenbildung.
Das primäre Ziel ist es, den Praxisbezug des kirchlichen Programms „Erziehung zum Frieden“ zu beschreiben und aufzuzeigen, dass dieses Konzept auch heute noch als Handlungsmodell für die Gemeindepädagogik dienen kann.
Die Autorin stützt sich auf eine historisch-analytische Methode, indem sie zeitgenössische Dokumente, kirchliche Jahresbücher, theologische Entwürfe und fachwissenschaftliche Literatur auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des staatlichen Wehrunterrichts, die Entstehung und Inhalte des kirchlichen Programms „Erziehung zum Frieden“, den Zusammenhang von Gemeindepädagogik und Friedensarbeit sowie die praktische Erwachsenenbildung.
Wesentliche Begriffe sind Friedenspädagogik, DDR, kirchliches Friedenszeugnis, Wehrerziehung, „Erziehung zum Frieden“ und Gemeindepädagogik.
Die Kirchen betrachteten den obligatorischen Wehrunterricht als eine Gefährdung des Friedensgedankens, da er ein Freund-Feind-Denken förderte, eine frühzeitige Militarisierung bedeutete und der Friedenspolitik der Regierung widersprach.
Sie fungierten als Störpotenzial gegenüber dem DDR-System und suchten im kirchlichen Freiraum nach Möglichkeiten, ihr gesellschaftliches Engagement jenseits offizieller Vorgaben zu verwirklichen, was die Kirche vor neue ekklesiologische Herausforderungen stellte.
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