Examensarbeit, 2018
105 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Pädagogische Verankerung von Emotionen im Geschichtsunterricht
3. Forschungsstand
3.1 Aspekte der Emotionsforschung
3.1.1 Strukturierung und Abgrenzung des Emotionsbegriffs
3.1.2 Erfassung von Emotionen
3.2 Aspekte der Geschichtsdidaktik
3.2.1 Der Emotionsbegriff und seine Dimensionen in der Geschichtsdidaktik
3.2.2 Potenzial und Gefahren im Geschichtsunterricht
4. Empirische Befunde
5. Zielstellung der Arbeit
6. Eine Schriftquelle als Grundlage für die Erforschung von Emotionen
6.1 Quellenanalyse hinsichtlich enthaltener Emotionen
6.2 Didaktisches Potenzial und Einbettung in den Geschichtsunterricht
7. Methodenbeschreibung
7.1 Experteninterview
7.1.1 Forschungstradition und Erhebungsinstrument
7.1.2 Ablauf
7.1.3 Auswertung
7.2 Fragebogen
7.2.1 Forschungstradition
7.2.2 Operationalisierung
7.2.3 Erhebungsinstrument
7.2.4 Stichprobe
7.2.5 Untersuchungsablauf
7.2.6 Statistische Analyseverfahren
8. Auswertung
8.1 Auswertung des Experteninterviews
8.2 Auswertung der Fragebogenerhebung
8.3 Zusammenhänge zwischen den Ergebnissen der Quellenanalyse, des Experteninterviews sowie der Fragebogenerhebung
9. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und den Einsatz von Emotionen im Geschichtsunterricht am Beispiel der Arbeit mit einer ausgewählten Schriftquelle. Das primäre Ziel ist es, Zusammenhänge zwischen den von einer Lehrkraft intendierten Emotionen, der methodischen Vermittlung und den tatsächlich wahrgenommenen sowie empfundenen Emotionen der Schülerinnen und Schüler zu erforschen und deren Einfluss auf das historische Lernen und die Motivation zu analysieren.
1. Einleitung
Ute FREVERT stellt in ihrem Aufsatz: „Was haben Gefühle in der Geschichte zu suchen?“ folgende Frage: „Verändert sich unsere Sicht auf Geschichte, wenn wir besser über Gefühle Bescheid wissen?“ (FREVERT 2009: 179) und positioniert sich im Zuge des emotional turn für die enorme Bedeutung von Emotionen in der Geschichte, da „menschliches Handeln, Entscheiden und Verhalten in ein neues, komplexes Blickfeld, [ge]rückt.“ wird (FREVERT 2009: 199). Dies gilt nicht nur für die Perspektive von Historikern, gleichsam für Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler in Lern- und Leistungssituationen spielen sie eine enorm wichtige Rolle, welche beispielsweise wie folgt zum Ausdruck gebracht wird: „Geschichtsunterricht, der die Emotionen der Schüler einbezieht, erreicht mehr, als der bloß faktenvermittelnde Unterricht, der überdies in der Regel als `langweilig` empfunden wird.“ (STÖCKLE 1992: 354).
Dies gelingt, zwar nicht ausschließlich, aber wirkungsmächtiger, mit emotionsgeladenen Quellen. An solchen textlichen, audiovisuellen, visuellen oder auditiven Quellen wird es nicht mangeln, das ist sicher. Was jedoch deren Auswahl und Einsatz im Geschichtsunterricht betrifft, sind weitreichendere Überlegungen notwendig. Auch über die Relevanz von Emotionen im Geschichtsunterricht herrscht unter den Geschichtsdidaktikern Einigkeit. Vor allem spielen sie eine entscheidende Rolle bei der Bewertung, ob der Geschichtsunterricht langweilig oder interessant für die Schüler ist. Diesbezüglich sind diverse Vorschläge zu finden, wie Emotionen in der Geschichte, beim Rezipienten und in Lernsituationen zu finden sind und diese bedingen. Allerdings fehlt es an empirischen Belegen, besonders da, wo es sich nicht darum dreht, mit Emotionen Langeweile zu vermeiden und Interesse zu wecken.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die steigende Bedeutung von Emotionen für das historische Lernen und identifiziert das Fehlen empirischer Belege im geschichtsdidaktischen Kontext als Ausgangspunkt für die Untersuchung.
2. Pädagogische Verankerung von Emotionen im Geschichtsunterricht: Dieses Kapitel verortet Emotionen innerhalb der Schulpädagogik und betont ihre spezifische Relevanz für den Geschichtsunterricht durch die notwendige Auseinandersetzung mit fremden Gefühlen aus der Vergangenheit.
3. Forschungsstand: Hier werden theoretische Ansätze der Emotionspsychologie sowie geschichtsdidaktische Kategorien (wie das Prozessmodell historischen Denkens) erörtert, um eine wissenschaftliche Basis für die Arbeit zu schaffen.
4. Empirische Befunde: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zur emotionalen Auseinandersetzung im Unterricht und verdeutlicht die Notwendigkeit einer fachspezifischen Untersuchung für das Fach Geschichte.
5. Zielstellung der Arbeit: Die Zielsetzung definiert die zentralen Forschungsfragen und formuliert Annahmen über den Einfluss eines emotionalen Zugangs auf die Lernmotivation und Emotionswahrnehmung bei Schülern unterschiedlichen Geschlechts.
6. Eine Schriftquelle als Grundlage für die Erforschung von Emotionen: Hier erfolgt die Analyse einer ausgewählten Seneca-Quelle hinsichtlich ihres emotionalen Gehalts und ihres didaktischen Potenzials für den Einsatz in Klassenstufe 6.
7. Methodenbeschreibung: Das Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, bestehend aus einem leitfadengestützten Experteninterview mit der Lehrkraft sowie einer standardisierten Fragebogenerhebung in zwei Schulklassen.
8. Auswertung: Die Auswertung verknüpft die Ergebnisse des Experteninterviews mit den quantitativen Daten der Schülerbefragung und diskutiert die gefundenen Zusammenhänge kritisch im Hinblick auf die Ausgangsthesen.
Emotionen, Historisches Lernen, Geschichtsdidaktik, Quellenarbeit, Schülerbefragung, Experteninterview, Motivation, Interesse, Alteritätserfahrung, Gegenwartsbezug, Empathie, Appraisaltheorie, Geschichtsbewusstsein, Geschichtskultur, Sklaven im Römischen Reich.
Die Arbeit untersucht, wie Emotionen im Geschichtsunterricht gezielt eingesetzt werden können, um das historische Lernen zu fördern und das Interesse der Schülerinnen und Schüler an historischen Inhalten zu steigern.
Die zentralen Themen sind die theoretische Verankerung von Emotionen im historischen Lernen, die didaktische Aufbereitung von Schriftquellen und die empirische Überprüfung der emotionalen Wirkung dieser Materialien im Unterricht.
Das primäre Ziel besteht darin, herauszufinden, ob ein bewusst emotionaler Zugang zu historischen Schriftquellen die Wahrnehmung von Emotionen bei Schülern verstärkt und inwiefern dies zu einer höheren Motivation führt.
Die Arbeit nutzt einen methodischen Mix: Eine qualitative Inhaltsanalyse eines Experteninterviews mit der Lehrkraft und eine quantitative Auswertung (SPSS) von Schülerfragebögen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Bestimmung des Emotionsbegriffs, eine detaillierte Quellenanalyse zu Seneca und eine umfassende empirische Auswertung des Unterrichtsgeschehens in zwei 6. Klassen.
Zentrale Schlüsselwörter sind Historisches Lernen, Emotionen, Geschichtsdidaktik, Quellenarbeit, Schülerbefragung und Motivation.
Der emotionale Einstieg zielt darauf ab, durch Aktualitätsbezüge (z.B. Videos zu Sklavenkindern heute) eine persönliche Betroffenheit bei den Schülern zu erzeugen, während der thematische Einstieg stärker sachbezogen erfolgt.
Die Studie untersuchte, ob Mädchen mehr Emotionen in Texten wahrnehmen und adaptieren als Jungen, wobei die Ergebnisse zeigen, dass viele vermutete Klischee-Unterschiede weniger stark ausgeprägt sind als oft angenommen.
Senecas Brief diente als Beispielquelle, um zu prüfen, ob Schüler die explizit im Text enthaltenen Emotionen (wie Freude über die humane Behandlung von Sklaven) wahrnehmen oder ob sie sich auf die vom Lehrer thematisierten negativen Grausamkeiten fokussieren.
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